WHITNEY LIBRARY,

HARVARD UNIVERSITY.

THE GIFT OF

J. D. WHITNEY,

Sturgis Hooper Professor

IN THE

MUSEUM OF 00OMPARATIVE ZOOLOGY

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Neues Jahrbuch

für Mineralogie, Geognosie, Geologie und

Petrefaktenkunde,

herausgegeben

von

Dr. K. ©. von Leonhard und Dr. H. G. Bronn,

Professoren an der Universität zu Heidelberg.

sen

Jahrgang 1839.

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Mit 10 Tafeln und 12 eingedruckten Holzschnitten.

VENETIEN ET SER BEern STITTEART, E. Schweizerbart’s Verlagshandlung.

1839.

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Inhalt.

Il. Abhandlungen.

H. v. Meyer: die fossilen Säugethiere, Reptilien und Vögel aus den Molasse-Gebilden der Schweitz

B. Corra: Netitz über Thierfährten im bunten Sandsteine bei Pölzig zwischen Ronneburg und Wrissenfels, mit Taf. 1

G. Jäger: Andeufungen über den Einfluss der Umdrehung der Erde auf die Bildung und Veränderung ihrer Oberfläche j ; | . t

G. Leosmarp: Mineralogisch - geognostische Beschreibung der Umgegend von Schriesheim, wit besonderer Rück- sicht auf die an der Bergstrasse auftretenden Porpliyre

C. Naumann: Geognostische Skizze des Königreiches Sachsen . \ } | 2 : g

Quensstept: Lolieo Bollensis ist kein Belemniten- Organ (mit 1 Holzschnitte) ß | '

J. J. Kaup: über die Hirsch- Art. welche den Mawmont begleitet, mit Taf. II \ ; 2 \

Fr. v. Hiıcenow: Monographie der Rügen’schen Kreide- Versteinerungen: I. Abtheilung: Phytolitben und Poly- parien, mit Taf. IV und V ., i ;

J. J. Kıup: Eine zweite fossile Art der Hirsch - Gattung aus dem Rheine, Cervus priscus, mit Taf. III

H. Crepner : Geognostische Beschreibung des Höhenzuges zwischen Gotha und Arnstadt, mit Taf. VI und VII

H. Creoser: über die Krystall- Forn des Dioptases, mit 1 Holzschnitte

D. F. Wıser: Beiträge zur mineralogischen Kenntnissdes Schweitzerlundes .

Laspe : über eine neue Thierfährte im bunten Sandsteine bei Gera, mit Abbildungeu auf Taf. VII . .

A*

Seite

1—9 10—15 16 —25 26 —60 127 —155 156 167 168— 170 253 296 297 —300 379-1403 404 405 406 —415 416—417

Eu BR

H. L. Wıssmann: Beiträge zur Geologie des Odenwaldes,

besonders in Betreff der dasigen Zechstein - Formation

G. Biısenor: Untersuchuug der brennbaren Grubengase in den Pr Auasischen Steivkoblen Kuruhen

H. R. Görrerr: Bemerkungen über die als Geschiebe im nördlichen Dextschland vorkommenden Versteinerten Hölzer. Taf. Vill B :

Vorrz: über das Geschlecht Actinocamax un: 3 Bolsschn. )

. L. Gmerin: Analyse des Anthrazits von Offenburg und der

Braunkohle von, Sipplingen . i - D. A. Husck: über die Lagerstätte fossiler Knochen in Livlund .

D’ARCHIAC: Wan a dir Koordn B he Gebirge von NVordfrankreich,, Belgien und Bolland. mit Taf. X 5 : E en 3

G. zu Münster: über einige neue Versteinerungen in den lithographischen Schiefern von Baiern

Hsrm. v Meyer: ein Vogel im Kreideschiefer des Kantons Glaris

I. Briefwechsel.

Seite 418— 421 505—517 517—521 522—526 527 —529 530 —545 631 675 676—682 683 685

i. Mirtheilungen an den Geh. Rath von LEonharD

gerichtet, von den Herren:

F. Krauss: Geogmosie der Umgegend der Kapstadt . Naumann : Fortsetzung Sächsischer Porphyr Gänge bis zum Böhmischen Erzgebirge; Hebung des Erzgebirges; geognostische Karte von Sachsen Rusmer: Übereinstimmung der Versteiderunßrn im Nord- deutschen und Schweitzerischen Jura: Petrefakten- Sammlungen zu Strasburg. Solothurn, Bern, Freyburg. Heid: Iberg; Wälderthou-Bildung in den Savoyer Alpen: Berichtigung einiger gebräuchlichen Petrefakten-Bestim- mungen | D’Archtac: Zusammen - Ordnung der Tertiär - Gebilde in Nordfrankreich, Belgien und England ; B. Sruper : Muschelkalk und POolithe bei St. Triphon ; Hilsthon und Portlandkalk im Szmmen-Thal; Wälder- thon in Sawoyen ; Karte von Mittel- Bündten; Schweitzer Denkschriften II uud Ill Sısmonva: Lias-Schiefer'der: Tarentuise mit Kohlen- Pflanzen Hoensınanaus: Vogel- Knochen im Maynzer Tertiär- Kalk: Conularia quadrisulcata | Anker: Ziegel- Thon erhärtet bis zu Qiars. Härte: Feld- spath-Krystalle in Zinnerz sich umwandelnd Russeseer: geognostische Ergebnisse von Kairo bis zum Sinai ! - i : j s 5 GoDErrRroY: Ursprung der Zerstreuten Blöcke in den Alpen ; über das von Bonntvrr beschriebene Schnee - Plateau auf dem Penninischen Alpen-Kamm (mit 1 Holzschnitt) Sconrsiven: Lagerstätte von Gold - und Silber - Erzen zu Quradrloupe y Calvo in Mexiko und deren geognosti- sche Umgebung (mit 3 Holzschnitten) . , list a

61 —63

63 64 64 67 67 67--69 69— 70 70—71 1341--172 172 177 177 —182 301— 304

v. $S.: über Dünen bei Eiderstedt

EEENEGER ; Geounosie der Gegend von Nuzareth

Pizza: Ausbruch des Fesuv’s Kifaligs Jänner 1839

v. ALBERTI: Schacht auf Steinsalz bei Willetmshall bezwee kt

Wıser: interessante Mineralien seiner Sammlung: Gyps- spath, Beryli, Magneteisen, Ad he Eisenglim- mer, Bournonit

ZEUSCHNER: Ergebnisse von TOROSIEWICZ’S Analysen 'Kur- pathischer Mineral-Quellen .

Naumann: über das Böhmische Mittel - Gebirge ; des Erzgebirges (mit 3 Holzschnitten)

Azıch: Beobachtungen ee Phänomene im Römi- schen, Neapolitanischen u. (mit Tafel IX}.

BovE: geoguostische Bereisung ne Türkei

Naumann: der Bräunsdorfer Gneiss schliesst Grähwacke- Trümmer ein .

Wiser : über eine Mineral. Substanz im Welrhit des Binnen- Thales; über Apatitspath, Eisenglanz, Mesotyp, Amethyst

Zieser: Koochbenhöhle bei Nexrsohl in Ungarn

Naumann: die Pläner - Bildung des Eid - Thales entspricht dem Gault, nicht dem Kreidemergel

Escuweer : Artesische Brunnen in Lissabon

ZEUSEHNER:, Arbeiten in der Tatra; der sg. Nummuliten- Kalk ist Dolomit

RvssEsGER: geoguostische Beobachtungen in Euböa , Ru- melien und dem Peloponnes

FromHerz: Eisen-Rogenstein und Bradiord Thon bei Donau- öschingen

Hebung

il. Mittheilungen an Professor BronN gerichtet,

von den Herren:

G. zu Münster: Ahrenförmige Blüthenstände (Volkwman- nia) sitzen an Stengeln von Bornia. Bruckmannia, Rotularia, Annularia und Bechera: etwas mehr dichtkörnig auch an Neuropteris: 2 neue Beinertia-Arten; eigenthümliche Kalamiten von MWettin; Patellites discoides des Muschelkal- kes-ist eine Orbieula; doch kommt eine Patella im Muschelkalk von Laineck vor; Reste von Dra- cosaurus daselbst; mehrere sogen. Neriten der Oolithe gehören zu Capulus; neue Terebra-

teln; 115 Foraminiferen-Arten in Kreide und Oolithen h

MeEske: Kalamiten, Enkriniten und Odontosaurus bei Pyrmont . . .

v. Hauer: Nachtrag mittel - tertiärer Konchylien um Wien, in Ungarn, in Siebenbürgen

Herm. v. Meyer: Struktur der Saurier- Wirbel aus ver- schiedenen Formationen; Plerodon; Idiochelys Fitzingeri; Eurysternum Wagleri: Kaup’s Pug- meodon Sehinzii gehört zu Halianassa: Pla- teosaurus; mittel-tertiäre Knochen -Reste im Salz- bach - Thal bei Wiesbaden; Knochen im Mosbacher Sande daselbst BON |

Seite 304—305 305—309 309 314

314 422 424 424— 426 426 —- 428 547 —553 553—556

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639 689 690 690 —693 693 695

71—74 74 74—76

76-79

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v. ManpessLon: Basalte bei Ulm; Cidarites regalis in Coralrag; Bohrloch zu Neuffen . : u N

B. Stupea: fossile Reste bei St. Triphon

G. zu Münster: über Dentalium torquatum Su D. laeve; Pecopteris Münsteriana Paesı liegt über der Oberpfälzer Braunkohbles Clymenien und Goniatiten im Fichtel-Gebirge; Orthocera. titen, Capulus, Trilobiten, Triacrinus daselbst; 22 fossile Sepiarıen zu Solenhofen; Limu- lus- Arten; silurische Clymenia in Irland; „Beiträge zur Peirefakten-Kunde“ ;

nen: der Karpathen - Sandstein wehlörft zur "Jura. Formation: Tertiär-Bildungen bei Polomka ete. .

Rossmässter: Pflanzen der Altsuttler Braunkohle; Methode

| fossile Pflanzen zu zeichnen .

Kaup: Felis antediluviana = F. TS SHEEr ee: Übereinstimmung der Eppelsheimer Thier-Arten; Chalicomys und Chelodus (früher

Aulacodus) = Castor Jägeri; Tapirus pris- cus ?T. Arvernensis; Hyotherium Soem- meringii Sus antediluvianus; ob Felis

gigantea und antiqua FE. aphanista?

Rormer: Monographie Norddeutscher Kreide - Versteine- rungen .

G. zu Münster: Werk. über laugschwänzige Krebse So- ienhofens - -

Quenstept: Gestein von St. Friphon; Koblen im Simmen. Thal; Oolithbe in den Alpen .

v. Hauer: Beilluun der Wiener Foraminiferen durch h D’ORBIGNY, und Entomostraceen von dort

Rormer: Vergleiehung dieser Bestimmungen mit seinen eigenen

L. v. Buch: Terebratula hastata u FT. sacchlus

Görpert: Genera plantarım fossilium; Stigmaria eine eigene Familie; Pflanzen in Schlesiens Quader- sandstein P \ ß . i :

MicseLorss: Wallross-Zahn im mittel-tertiären Gebirge bei Turin b

VorLrz: Entblösung der "Spira bei Spiriferen; Alter des Fichtelgebirger Ciymenien-Kalkes

Herm. v. Meyer: über Nothoesaurus; mittel- tertiäre Kno- chen von Weisenan ; Hyalith bei Frankfurt

Vorrz: Ursprung der Streifen aufgewachsener Austeru und Exogyren

Pıseniıncer: Krauss erbietet sich Naturalien am Kap zu sammeln } s

L. v. Bucn: die Formationen bei st. Triphon ; Bunsan’s Beobachtung von Erdöl-Quellen bei Peina und Celle .

G. zu Münster: Werk über Macrouren Solenhofens; Thyellina; Alter des Oberfränkischen Übergangs- Gebirges ; , h i i - . :

Herm. v. Meyer: Pistosaurüs im Bayreuther Muschel- kalk; fosstle Kuochen von Weisenau und der Molasse des Wuaadlandes ; Eıcnwarn über Eppelsheim i

und Auvergner

Seite

79—80 80 183—185 185

315 315-316 316 316 317 317— 320 428— 429 430-431 431 431 - 432 558 558—559 559— 560 695

696 696— 698 698--699 6” 701

VI

II. Neueste Literatur. A. Bücher,

E. Anton; pe La Becne; Brarn; An. Broncnurt; FıschkeR pe Warpneim: Geologische General - Karte; Gear EsERToN; Von GRrUITHUISEN; HarcourT:; C. HARTMANN; Fr. Horrmann; Karsten; LegLanc et Warter ; Man- TELL; MoLDENHAUER ; Quitzmann; Riviere; Rookk; MARCEL DE SERRES; K. v. STERNBERG . : :

HuorT; MARCEL DE SERRES . :

ALTHANS: DE LA BECHE; DE LA BecHE; u Buch; Boök. LAND: BUCKLAND übers, v. Acassız; v. Deeusn; Eupes DestonscHames; Herr; LyeeL; Mantern; MaraA- viena; Naumann: Pharries; Rormer; J. a. C. War- KER; ZEHLER; sur le Diumunt . :

Francis; GRATELOUP; JacoB: V. LEONHARD; v. LEONYARD; DE LEONHARD: MuRrcason >

Brarv; L. pe Buch; B. Corra: CunnInaHam; Ducater. ; GLockER; v. HERDER; HitcHhcock; JACKSON; JACKSON ; v. LEONHARD; LEUBE: MacLaREN: ManteLtL; MANTELL

übers. v. Burkuart; ManterLL; MarneR; MELLEVIELE 5

Meyer; Rost; Scuusz; Geological Report on New- York

Acassız; BakEweLL ed. NoyEes; BarkueL:; Baver; BeR- TRAND; CLavy; B. Cotta; Eısentonr: FEUCHTWANGER; FischER DE WALDHEIM: DE KoBeLL: DE Konınck; Lyerr übers. von Hartmann; B. et W. Noyes: D’Oma- zıus p’Harı.oy; Rıvıkre; Rıvizre; W. B. Rocers: H. D. Rogers; Schmitt; De VarGas BEDEMAR; WÄRER- LING: V, ZIETEN

B. Zeitschriften.

Karsten und v. Decenen: Archiv für Mineraloeie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde, Ber- lin. (vgl. 1838, S. vn).

1838. XI, 2 ,

Hausmann: Studien des Göttingischen Vereins dergmänni- scher Freunde (vgl. 1838, S. vır).

(Uns nichts zugekonmen,)

Bulletin de la Societe geologique de France, Puris, (vel. 1838, S. vn).

1838 ; IX, 145—304 (1837, Nov. 29 1838, Mai 21 »„ 305—508 (1838, Mai 21 Sept. 12 : 1839; X, 1-— 64 (1838, Nov. 5 1839, Jänn. 28) »„ . 65—240 (1839, Jänn.28 Mai 6)

Mömoires de la Societe yeologique de France, Paris, q0 (vgl. 1838, S. vın).

{Uns nichts zugekommen.

Annales ü: s Mines, vu Recueil de Mömvires sur reihen tution des ni Paris, (vgl. 1838, S. vı).

1838, ; XIII, ı, p. 1—-216 . 1838, re XIV, ı—ın, p. 1 bis Ende 1839, I XV, 1, p. 1—166

Seite

321— 3722

433 —434

561—562

703—705

434 322 324 563

704 564 704

WE

The London and Edinburgh Philosophical Magazine and Journal of Science (incl. the Proceedings uf the Geo- logical Society of London), London, (vgl. 1838, S. vı).

1838, Sept., XIII, 3; nro. 81 PD. 161— 240 Oct. Dec., 4—6; nro. 82—84, p. 241—480 1839, Jänn., Febr., XIV, 1—2 : nro. 85—86, P- 1— 160

Suppl. aro. 87 . u: März, April... 1, 13:33 4; nro. 88—89, p- 161—320 Mai, Jupi, „. 5, 6; nro. 90— 91, p. 321—480

A ensaötions of the Geological Society of London, second Series, London, (vgl. 1838, S vn). (Uns nichts zugekommen,) The Mining Review and Mining Journal, London, 8°. 1838, urc. X . JamEson: the Edinburgh New Philosuphical Journal, Edin- burg, 8°. 1839, Jänner; XXVI, ı, p. 1—216 „= Apriire = I, p. 217 —440 Memoirs. of the Wernerian natural History Society, Edin- burg, 8°. 1831—1837, VIT, p. 1550 (vgl. CunnıneHnäm, S. 561) (Von den übrigen Zeitschriften theilen wir hier keine Übersicht mit, weil sie nur einzelne mineralogi- sche Gegenstände enthalten und von ihnen die Aus- züge vollständiger geliefert werden, D. R.)

IV. Auszüge.

Seite

83 324 435 436 565 704

83

565 565

566

I. Mineralogie, Krystallographie, Mineral-Uhemie.

Hausmann und Wönrer: über Schilfglaserz im Erzgebirge.

Breitnauprt: Verwachsungen von Krystallen verschiedeser Mi- neralien -

NAUMANN: zur Krystallographie, und über Zeichnen der Kıystalle

Jackson: analysirt CGhiastolith von Lancaster

BertHier: analysirt Eisenpecherz von Huelgöth

Durr£enoyY: vulkanische RER Neapels und deren Bezie- hungen . : i \ i

Jackson: analysirt Meteoreisen aus Alabama

Jounston: neue Verbindung von schwefelsaurem Kalk mit Wasser

HELLER: einige neue Mineral-Species . ö

P. Merın: Bittersalz und Glaubersalz in Gyps ı von Gnenzack i

P. Berrsier: Analyse der bituminösen Schiefer von Autun

Göszer: Analyse des Wassers im Kaspischen Meere

Rose: Kieselerde und Eisenoxyd der Infusorien .

P. Berrnıer: Analyse einer Metallschlacke aus Hohöfeu in Wales

SCHEERER: Produkte durch Verwitterung der Eisenkiese

Crosse: künstliche Mineralien durch Galxaniamus a . h Hess: Zusammensetzung des Vesuvians von Slatoust . . VARBENTRAPP: über den Idokras von Slatoust . ; ; > Drr Rıo: über den Herrerit bei Albaradon in Mexiko . »

Göser: Bestandtheile der Salz-Wasser in der Kärgisen - Steppe und Arym

Tuıreta: Analyse bituminösen Schiefers von Saula, Huute-Saöne 5 von sieben Kalkstein-Arten der Haute-Saöne .

ER

ans: einige Beziehungen der Chemie zur Kıystallographie

EseELmen: analysirt Olivin aus dem Hobhofen von Seveux

BoussinGaurt: Analyse von Golderzen aus Neu-Granada

Haıpınger: Vorkommen von Kalkspatlı in Basalttuff von Schlacken- werth j

GösBer : analysirt Salz Ausblühungen zwischen Wolga und Ural gesammelt - -

Bunsen : über Gase im Hohofensehacht gebildet .

Mosanper: Lantan, ein neues Metall im Cerit u. a.

BrREITHAUPT: tombaziner Markasit oder Tombaäzit

Jounston: Analyse des Guyaquillits aus Südamerika .

Dipar: Analyse des Törfes von Velleron, Vaucluse

GösEL: Analyse der. Gas-Exhalstionen der Schlamm-Vulkane auf

Taman . Durz£noy: mit schwefäls. "Eisenoxyd zusammenkrystallisirter Alaun ; 3 R s h ; » . >

Barrven: über den Nussierit von Beaujeu, Rhöne-Dept. Esermen: Zerlegung des natürlichen Alauns

Baupin : Analyse des Graphites von des Boudillets aus TRoLLE-WACHTMEISTER: ee des Gigantoliths aus Finland . ,

Breırtasupr: ‚über den Serbfen oder Miloschin aus Serbien

Divay: Zerlegung verschiedener Anthracite aus Frankreich

EuRreEnBErGg: das 1686 iu Curland gefallene Meteorpapier

Leymerıe: Beständige Kalkspath - Form in Korallen - Kalk des Aube-Depts. |

FRANKENHEIM: Untersuchungen über Isomerie

ScHEERER: Zusammensetzung des Eläoliths von Brevig

BerzeLws: Lautan, ein neues Metall [S. 437].

Rose: Lagerstätte der Diamanten im Ural, Brasilien, Ostindien

C. F. Prarıner: Verhalien einiger Substanheh vor dem Lötbrohre

SENEZ : Analyse körnigen Thoneisensteins von Sainte- Croix

h verschiedener Steinkoblen von Anbin

Bovis: eines schwefelsauren Doppelsalzes von Arles

TuIerIa:. ,„ » Bohnerzes von Lavaire, Haute Saöne

Beeitnaupr: barytischer Anhydrit oder Allomor p hit aus Schwarzburg . .

Resnaurt: Zerlegung verschiedener Di jalla ge

Suckow: neues Reflexions-Goniometer .

Hausmann: über den Boulangerit

Rose : aus zersetztem Bleiglanz gebildete Mineralien zu Beres sowsk

L. Gmerin: analysirt den Kalksinter von Ems

JoHunsron: ee emer grossen Tantalit- Masse von Atddletown

Ziıppe: Hercinit, ein neues Minerali im Trapp des Böhmerwaldes

Taıerıa: Analyse deb Bohnerzes von Sept-Fontaines, Haute Saöne

A. BeeitHauptT: über den Anauxit in Eruptiv-Gestein Böhmens

Grocker: Krystalle von Nickelkies

Prartner: Analyse des Valencianits aus Mexiko

Fr. Gösen: Analyse der Steinkohlen von Buchmut . des Wassers der Naphtha - Quellen und

Schlamm:Vulkane auf Taman

Brooke: über Riolith aus Mexiko

EBELmEN : Analyse des Mangan-Erzes von Gy, Haute-Saöne

BurrıHnaupr: über Trombolith in Marmor Retzbunya’s

=. u

V. Recnaust: Analyse von Kalı- und Lithion-Glimmer in Kavlin

v. Koss: Skale für APR Schnclaii en des Mincakline

RıcHarnson: Analyse Englischer Steiukohlen

v. Kosert: Tellur- Wis wire von San Jose zu Brasitieh Fe Beiträge zur Kıystall-Lehre

Dasusere macht Barytspath in Sonnenschein leuchten

G. Rose: der Magnetberg Wissokja-Gora im Ural .

ll. Geologie und Geognosie. \ Reuss: Vorkommen des Pyrops in Böhmen . - L. v. Buca: über die damit gefundenen Versteinerungen Cavenx : Geschichte der Geologie in Belgien Henwoop: verschiedene Temperatur in Granit und Schiefer GrarteELoup: Memuire sur les (lursins fossiles de Dax (Bord. 90 pp.) Braconnor: organische Reste in den ältesten Gesteinen Durrenoy: über Kalk von Bleyberg iu Kärnthen (BEer6Haus): historische Veränderungen der Ostsee-Küste ELıe pe BEAuUmonT: zur Geognosie Chile’s i - : Dumouris: neue Hebung des Landes in Chili . ULBMENGoN; Diamanten-Distrikt in Brasilien j Aymarp: Insekten in Gyps-Mergeln von Puy . ; Levmerae : Geognosie und Gebirgs-Hebungen um Lyon : Naumann: geognostische Beschreibung des Scheibenberges in Sachsen Hausmann: Nachträge aus das Ebstorfer Infusorien-Lager Porrrock: Basalt-Vorkommen in Nord-Irland Geologische Erscheinungen um ven Mass. Rogert: Geologie von Island P. Merıan: Marine Tertiär-Formation um Basel. ; h VILLENFAGNE D’EnsiuouL: Entdeckung der Steinkohlen : i Kererstein : Entstehung des festen Erdkörpers aus Organismen Bayrıerp : Trausport von Felsblöcken durch Eis in Canada Carrier: Einsenkung des todten Meeres unter das Mittelmeer . Niveau-Unterschied zwischen dem todten und rothen Meere J. Smira: Höhenwechsel zwischen Land und Meer in Britannien Keırsau: Theorie des Granits, der krystallinischen Schiefer u. s. w. Meteorstein Regen in Ostindien Pörpis: Erscheinen des Brimstone - Islands in der Südsee nach THAYER j i 1 x j . , . AınsworrH: über die neue unikaainche Insel im Mittelmeere era der Ausrodung der Wälder auf die Flüsse in Russland Reck: Wasser-Abnahme im Schwarzwuld Eamsnokiihen Niagara-Fälle und deren Einfluss auf die Nord- Amerikanische Ebene Rogers: dessgl. . Yasıkorr: Kreide- „Gebirge im Gouvern. Simbirsk in Russland Darwın: Vulkan. Erse ‚beinungen in Verbindung mit Kontinental- Hebungen Asıcn: Erhebungs - Kratere "und Zusammenhang entfernter vul- kanischer Erscheinungen Merıan : Süsswasser-Kalk zu St. "Jakob bei Basel v. Verrneim: Vorkommen von Be vgtheer in Nord- Deutschland l.. v. Bucn: „über den deutschen Jura“. Berlin. 1839.

101 1u1

195

196 201 206 207 208 209 211 212 214 214 215 215 219 219 219 220 220 220

221 222 223

226

334 337 338 339

X:

Mupnge : Knochenhöhlen zu Yealm Bridge bei Plumonth

AıImE: neu gebobene Korallen-Bank bei Algier

CALvERLY TReEvELYAN: neue Hebungen von Guernsey, Jersey, Jitland etc

Herscaer: Beziehungen Ren Kaas Bu kaing, SrRren, schlägen . ;

Fromusrz: „die Jura- ihnen des Breisgaurs‘ (Karlsr. 1838)

Reich: mittle Diehbte der Erde K

D’Arcensac: über mitteln Tertiär-Sand- und - Sändstfin

LugsocKk: Ebbe und Fiuth im lHaven von Loxdon ' j ;

Wneweure: Untersuchungen über Ebbe und Fiuth: 6., 7 und 8. Reihe i i i i

DE VERnNEuUILG: alte ee ER im Das Haulemmade

Kröven: das älteste Naturdenkmal Pommerns: Kalk von Fr itzanı

Tuesgesıus: zur Naturbistorie des Pommerlandes i s

BuckLınp: „Geologie und Mineralogie“ übers, v. Acassız (Neu- chätel 1838) - ER

Arrtuans: „Grundzüge zur Umgestaltung der Geologie“ (Kob- lenz 1839, 8°) j

SEDGwIck: die geschichteten Felsarten unter Old- red- Sandstone

in England _. \ . ! . > Kröpven: Sinken der Dalnatiachen Küsien 8 } PreiseHL : Mittel-Temwperätur von Prag

Kalk-Grotte von Samavun in Ägypten i »E Rovs: Gebirge im S.O.-Theil des Pariser Beckens . ; Hay RERENFE Geologie der Inseln Mull und Iona BeEcoUEREL: Krystallisationen in den Ligniten von Muyrencourt

Quesstept: über den Ruautenberg bei Schöppenstedt . ; . ScHoLz: einige neuere Erdbeben in Chili und Peru . : er Silberninen von Pasco

Parror: Weitere Nachsuchungen nach Knochen im Burtneck- See

Vörxner: Naphtha- und Salz-Gewinnung am kaspischen Meere

Troosr: Pentremiten bezeichnen obern Bergkalk . .

C. Pr£vost: Lagerung des Süsswasserkalkes von Chateau-Landon

STRICKLAND : Geologie des westlichen Kleinasiens

STRICKLAND und HamiLron: Geologie des Thrazischen Bosphorus

Givri: Schwefel-Lager bei Siena. j - ,

Levmerıe: das Kreide- Gebirge im Aube- Departement . ;

Rover: Grünsand und Neocomienu der Champagne

BRoEmer, Nicorer, THURMAN: über Jura-Versteinerungen im Neo- eomien

Crömest-Muruer: zweierlei Thonmergel unter Kreide im Aube- Departement sale ; ß .

PouiLter: Sonuenwärme, Strahlungs- und AIRERINDR N SRAGEN der Luft, Temperatur des Weltraumes .

Pensranp: Zusammensetzung der ESSEN Laudstrecken E

Cogquimbo ; \ a Herıcarı vs Tnuey: Statuen Marıwar im Isere- Dept.. . FauvEerLe: Marmor-Arten von Estagel.

Texıerı : Marmor-Brüche bei Bona in Afrika

Levmerie: Sekundär-Formationen im Rhöne- Depastement

Berichte über Erdbeben, 1832 18355 . .

Berenaus: Erdbeben in Ost- Europa am 23. Jänn. in Ar abien am 2. Febr. 1838

Dousras: Reise nach den Vulkanen der Sundwich- Inseln

Menschen-Reste in einer Höhle zu Loisier bei Bourg .

a BER

Niırsson: Niveau- Änderungen in Schweden .

Darosvsau: Analyse von die Bonite mitgebrachter Seewäßker. Proben .

Artesische Brunnen

Acassız: über die Gle Luk hern.

DE UHARPENTIER: ueuce Theorie der Giöscher

Crarke: Torfmoore und untermeer. Wälder in Hampshire und Dorsetshire . 2 . . ; E

PercevaL Hunter: Terfissare in Irland

CoNRAD: tertiäre Schichten der Atlantischen Haste N. EAmer ika’s

ELie DE Beaumont und Tureis: der Tripel von Bilin und seine Reste -

Macaske : einige Lehreis der neuern Geologie

LesLanc: stärkste Böschung angeschütieten Gebirges

Au. BronGNIaRT: Zusammensetzung und Charaktere der Porzellan-

Thoue

v. LeonHaRD: TER BER. - naturgesehichtlicher and technischer Beziehung . s .

DE Fırıppr: das tertiäre Subaprnninen - Gebirge bei San Colom- bano u. a. 4 ö

Coovanp: Hornblende- Gestein und Meerestorf der Vendee ;

Moncey: Entwurf zu einem riesenhaften Brunnen

Henwooo: Temperatur-Differenz in Granit und Thonschiefer Corn- walls

Fossile Bäume in Stein kohle von Auzin

Reuss: geognostische Verhältnisse von Töplitz

MeERIAnN: Zusammenhang der Erdbeben mit atmosphärischen Er- scheinungen

Jousstun: Ozokerit in einer Kohlengrube bei Neweastle

Hausmann: de montium Hercyniae formatiene

DausgenvY: Ausbruch des Vesuvs im August 1834 \

J. Lavıst: Analyse vesuvischer Asche von 1822 und 1794

Coquannp und Durrenor: Alter des Gypses von Aix

Hauptsteinkohlen-Lager in Russland

Tuveamann: Zeit der Hebung des Jura- Gebirges.

v. STRANTZ: Wirkung des Pulvers in Erdhöhlen , in Bezug auf Erdbeben

Berzeuius: Bilduug der Sumpferze

v. Bıera: über Elmsfeuer und Erdbeben in Franken

N. Desvergers: Ausbruch des Vesuvs im Jänner 1839

Diuzenv: kuhlens. Talkerde in Räumen vulkanischer Gesteine

BortruLisek: Diluvial - und Alluvial-Gebilde in S.-Finlands

Fournser: Kontakt-Erscheinungen ‚bei Felsarten

Ill. Petrefaktenkunde.

GreEv Eckrron: Fische in seiner u. Core’s Sammlung (Lond. 1837)

ÖOuvcHakrorr: Fossile Termiten in Bernstein von Königsberg

Cantrraine: Carolia, ein fossiles Muschel-Geschlecht des Orients

Nyst: neue Gyrena- und Cancellarıa- Arten

pe Brienorı: Menscihen-Reste im Torfe Modena’s

Fischer DE Waronemm : „Oryetographie de Moscou,“ 1837, Fol.

V. STERNBERG: seognost -botan. Darstellung der Flora der Vor- welt“, Hefte VII und VIll, 1839

Kurorea: „Organische Reste des Kupfer- Sandsteins ' am Ural“, 1838, .

. BUI .

Anvon: Verzeichniss der Koschylien in seiner Sammlung } DE LaizEer u. pe Parıeu: Oplotherium ein neues Dickhäuter-

Genus ; R. Owzn: Verrückung des Schwanzes bei ehihueisurmi Skeletten Kurorsa: „zur Geognosie und Paläontologie Dorpats“, 1837, g0 „zweiter Beitrag“ dazu, 1837 8°. 4

Ber: über den Zustand organischer Materie in Has Pyp:,,

EHRENBERG: „die fossilen Infusorien und die lebendige Dammerde“, 1837, Fol.

H. v. MeveEr : fossile Knochen im nuten Sandstein von Sulzbad

Rzape: Struktur fester Theile in der Asche der Pflanzen

PLieninger: Thier-Fährten in der Keuper-Formation bei Stuttgart

ReprieLp: fossile Fische von Connecticut in Massachusetts

DE BramviLteE: Reste von Elephas primigenius in Paris.

Bovrs0T: Reste von Dinotherium zu Chevilly

Mırse Epwarps: über lebende und fossile Tubuliporeen

- Görrerrt: Bildung von Versteinerungen auf nassem Wege .

Gr. zu Münster: „Beiträge zur Petrefaktenkunde“ (Bayr. 1839)

Rormer: Versteinerungen d. Norddeutschen Volithe (Hannorv. 1839)

Asıssız: „Monographies d’Echinodermes“ (Neuchätri 1838, 4°)

Bruner: fossile Elephanten-Koochen und Schildkröten- Eier f

Berrarpı: tertiäre Argonauta und Parmophorus bei Turin

STEININGER: Halocrinites IE aus der EN

Fossile Limulus- Arten

Duvarn: Fuss-Abdrücke in Quarzit von ‚Gueprey, Urne

BuckLanp: zweierlei Thierfährten im Sandstein bei Liverpool

Owen: mikroskopische Struktur der Zähne .

Fuss-Spuren von Chirotherium u. a. Thieren im Sandstein bei Liverpool . ;

YArtEs: noch 4 Arten Fussspuren daselbst, e einige mit Schwimm- häuten

Grev Ecerrton: Fährten von Chirotherium Herculis in Cheshire .

GEoFFrRoy St. Hıraıre : „Geologie und Paläontographie“

Owen: Kinnladen des Tbylacotherium Prevostii von Stunesfield i

GERMAR: Pflanzen- Abdrücke der Steinkohlen im Saal- Kreise

v. SCHLECHTENDAL : Bemerkungen über diese Pflanzen

DuvaL: Crioceratites Fournetii in Kreide bei Royans

B. Corrı: über Thierfährten im bunten Sandstein bei Pölzig

(Bronn) was sind nun diese Eindrücke ?

R. Granv: im Steinbruche von Stourton gefundene Thierfäh rten

p’Homerr Fırmas: dur und he des Gard- Depts.

pD’Homgre Fırmas: Nachtrag dazu

BerLAarpı: tertiäre Borsonia n. I. Argonauta, Struthiola- ria und Plagiostoma bei Asti

Ascassız: Geschlechter der Myarıen, Pholadomyen ete.

Escher von DER Lintu und v. MAnDELSLoR: rt im Coralrag 3 .

R. Harcan: über Basilosaurus und Batrachios saurus

R. Owen: über die Zähne des Basilosaurus oder Zeuglodor

Pr 2 Phascolotherium-Kiefer im Stonesfielder Oolith

Osınay: Verwandtschaft der Märsupial- -Reste von Stonesfield

Seite 234

235

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237

238

u!

Görrrnr: Die Frankenberger Kornähren sind Cupres- siveen Görrkrt: Konifer en-Reste in den älfekten Gesteinen v. Forcape: Sängethier- u. Fisch-Knochen im Ölsner Kreise Respscnmipr: fossile Käfer im Steinsalz von Mirliczka £ Desuayes: Phoiadomya margaritacea um London u. Paris BucktLanp: Fische im Bagshot-Sand bei Guöldford R Neuropteren im Stonesfirlder Schiefer . Germar: Bemerkungen über Kalamiten Owen: Palaeotherium, Aneplotherium und Choeropo- tamus auf Wight . Ä 5 - { e - DEsSHAYEs Amal Rozer DE VERNEUIL 2mal C. Pr£vosrt Vertheilung von Versteinerungen in älteren LasovE Formationen: Ubergang derselben aus BouBEe einer Formations-Gruppe in die andre VIrRLET DE Roıssy 2mal D’ARCHIAC Larter: über das Mastodon von Simorre 2 neue Raubthiere und Mastodon tapiroides von da e Raubthiere von da; Amphbieyon —= Agnotherium ü Rhinoceros. Raubthier, Vözel, ‚Reptilien von da GörrertT: Verbreitung fossiler Pflanzen-Formen der Steinkohle . Acassız: „Recherches sur les Poissons fossiles, Livr. X— XII“ EHRENBERG: Orsganisation der Foraminiferen j L i i

IV, Verschiedenes.

ANGELINS: verkauft Schwedische Petrefakten : 1 Künstliche Konchylien-Kerne in Neuchätel zu kaufen : Dessgl. . | : Geolog. Preisfragen der Holländischen Sozietät der Wissensch.

zu Harlem h a r j

Seite

629 630 630

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Auf S. 448 „C) Das Silurische S „B) Obres Cambrische „A) Untres Cambrische Alsdann wird auch die Buchstabe S. 448 und 449 richtig. v.

Seite 489, Zeile 4

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„pl. xv, fig. 3, 4“ „Millopora“ a) Ay a

„pl. xvr“

„und“

nach „Wirthes“ ist „auf der @rimsel“

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„Eurysternum“, „einen“,

„I und r“.

„I und r“. „Bogen“, „interrupte“, mit Strich und ein

„inneren“, „1839“.

„pl. xv, fig. 3" „Millepora“. „pl. 83“.

«

Si „im .

„aufder @rimsel“.

streichen.

„nicht so“.

„4 RE.

„Zyraggenthal“.

„entkantetes“.

„Freiberg“.

„krystallisir- ten“.

tem“ u. s. w. bis „Gruppe“. System“ etc. bis „Reihe“. System“ u. s. f. bis „Man“. -Bezeichnung im folgenden Texte

„Piescher“. „das“.

[2 * [73 „Grignonensis“.

- Pr nr, j u En Sfr En ee, artınAc, X, We Br | U a rn a Di Dr ho 1, RE ERS ee, 5 2 wi A Das hg: De 5 Fayeb. a. TE "usgoäl, x w;, E, u Bi as E e Fi u win au BEDEN

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Die fossilen Säugethiere , Reptilien und Vögel Deine —— ‚anıl den MolässerGelilden der Schweitz,

Hrn. HERMANN v. MEYER.

Die sehr gefälligen Zusendungen, welche ich aus den Sammlungen in Aarau, Basel, Bern, Neuchätel und Zürich durch die Herren Professer Acassız, A. Escher v,», LıntH , Professor FLEIscHER, LAvATER, Aug. v. MOonTMmoLLın, "Professor Schinz , Professor STUDER und WYprEr erhielt, machten es mir möglich, mit den in-den Molasse-Gebilden der Schweilz gefundenen Resten von. fossilen Säugethieren, Reptilien und Vögeln genaue Sa. anzustellen und sie abzubilden.

‚Meine Arbeit bezieht sich 1) auf. die Spezies, welche ich’in der Molasse wirklich erkannt,. 2) auf die Spezies, welche man irrthümlich ‘darin angenommen und '3) auf die Spezies, welche man ältern Gebilden zugeschrieben, die

aber wohl aus der Zeit der Molasse herrühren werden. Jahrgang 1839. 1

-

Um baldigst Korrektheit in die bestehenden Angaben über den Wirbelthier - Gehalt der Molasse und die darauf beruhenden Folgerungen zu bringen, glaube ich die Veröffent- liehung einer Übersicht über meine Arbeit nicht mehr län-

ger zurückhalten zu sollen.

A. Spezies, welche ich in den Molasse- Gebilden wirklich erkannt.

ll Säugethiere, a. Pachydermen.

1. Mastodon Cvv.

1. M. angustidens Cuv. In Braunkohle von Käpfnach im Kanton Zürich: obere Backenzähne und Stoss- rähne, untere Backenzähne. Buchberg am Rhein im Kan- ton Schaffhausen: Unterkiefer-Fragment.

2. M. Turicensis. In Braunkohle von ZE/gyg im Kant, Zürich: Bruchstücke aus dem Oberkiefer mit Backen- und Stoss-Zähnen, untere Stosszähne.

2. Schweins-artiges Thier, dessen Genus nicht zu er-

kennen ist. |

3. In Braunkohle von Elgg, Kant. Zürich: obere Backen- zähne,

3. Anderes Schweins-artiges Thier.

4. Im Sandstein der Rappenfluh, Kant. Bern: Unter- kiefer-Fragment.

4. Dinotherium Kıavr.

5. D. giganteum Kavp. In Braunkohle von le Locle, Kant. Neuehätel: Unterer Backenzahn.

5. Rhinoceros.

6. Rh, ineisivus Cuv. In Braunkohle von Klgg im Kant, Zürieh: Unterkiefer - und Oberkiefer- Fragmente, andere Sehädeltheile. In Braunkohle von Seelmatten (Kant, Zürich): unterer Backenzahn. Braunkohle von Greit am Hohen Rohnen im Kant. Zug: Baekenzähne. Sand- stein von Müggenwyl im Kant. Aargau: Backenzähne. Braunkohle der Gysnaufluh im Kant. Bern: Backenzahn.

7. Rh. Goldfussii Kaur. In Braunkohle von Greit am Hohen Rohnen, Kant. Zug: Unterkiefer-Fragment.

S. Rh. minutus Cuv. Im Sandstein unbekannten Fundortes: Backenzahn, |

6. Palaeotherium Cvwv.,

9. P. Schinzii H. v. M. Im Sandstein von Bol- lingen, Kant. St. Gallen: Unterkiefer-Fragment.

7. Ein noch nicht zu erkennendes Genus.

10. in Braunkohle von Seelmalten (Kanton Zürsch P): Stoss- oder Schneide-Zahn.

8. Ein anderes noch nieht zu erkennendes Genus,

11. Im Sandstein von Aarau, im Kant. Aargau: Eck- zahn-Fragment.

9. Mierotherium H. v. M.

12. M. Renggeri H. v. M. Sandstein von Aarau, Kant. Aargau: Unterkiefer-Fragment.

b. Wiederkäuer.

10. Cervus.

13. €. lunatus H, v. M. In Braunkohle von Käpf- nach, Kanton Zürich: Oberer Backenzahn , Unterkiefer: Fragment.

11. Palaeomeryx H. v. M.

14. P. Scheuchzeri H. v. M. In Braunkohle von Käpfnach, Kant. Zürich: Unterkiefer -Fragment. Sanil- stein von Stein am Rhem, Kant. Schaffhausen: Backenzahn, Im Sandstein von Bucheckberg, Kant. Solotkurn : Backenzahn.

15. P. minor H. v. M. Im Sandstein von Aarau, Kant. Aargau: Unterkiefer-Fragment,

16. P.S Im Sandstein der Rappenfluh, Kant: Bern: Backenzahn.

1 2.Ein noch nicht näher anzugebendes Genus.

17. In Braunkohle von: Spreitenbach, Kanton Aurgau: Zehenglieder. 13. Ein noch nieht näher anzugebendes Genus. 1*

rn

18. Im Sandstein von Aarau, Kant. Aargau: Backenrahn, Knochen.’— Im Sandstein von Seeburg, Kant. u Zahn. 14. Orygotherium H. v. M. | |

19. ©. Escheri H. v M. In Braunkohle von Käpfnach, Kant. Zürich: Unterkiefer, obere Backenzähne.

c. Nager. 15. Chalicomys Kauvr. 20. Ch. Jägeri Kaup. In Braunkohle von Käpf- nach, Kant. Zürich: Ober - und ÜUnter-Kiefer.

21. Ch. minutus H.v. M. In Braunkohle von Z/gg, Kant, Zürich : Unterkiefer.

. d. Cetaceen. 16. Halianassa H.v.M. 22. H. Studeri H. v. M. (Manatus Studeri). im Sandstein von Mäggenwyl, Kant. Aargau: Gberkiefer- Fragment, Knochen. 17. Ein noch nicht näher anzugebendes Genus.

23. Im Sandstein von Mäggenwyl, Kanton Jargas : Knochen.

1. Reptilien. a. Saurier.

18. Plerodon H.v.M.

24. Pl. erocodiloides H. v. M. (Crocodilus plenidens). Im Sandstein von Siein am Rhein, Kant. Schaffhausen: Zahn. Im Sandstein von Ossingen, Kant. Zürich: Zahn.

b. Schildkröten.

19. Emys.

25. E. Wyttembachii Bourper. Im Sandstein der Rappenfluh, Kant. Bern: Panzer-Fragmente, Knochen.

26. E. Fleischeri H. vw, M. Im Sandstein von Aarau, Kant. Aargau: Panzerplatten, Knochen.

27. E. Gessneri H. v. M. Im Sandstein von Aarau, Kanton Aargau: Rücken - und Bauch-Panzer.

RN "ER

28, E: Im Sandstein von Bucheckberg, Kant. Solothurn: Platten-Fragmente.

20. Testudo.

29. T. (ob T. antiqua Broxn®; vielleicht mehr als eine Spezies), In Braunkohle von Elgg, Kant. Zürich: hintere Hälfte vom Bauchpanzer. Im Sandstein von Stein am Rhein, Kant. Schaffhausen: Platten aus dem Rücken- und Bauch-Panzer. Im Sandstein der Rappenfluh, Kant. Bern: Rippenplatte,

21. Trionyx,

50. Tr. Im Sandstein von Aarau, Kant. Aargau: Rip- penplatte, Knochen. |

IM. Vögel,

a Hühnerartige Vögel.

RN Iın Sandstein von Sfein am Rhein, Kanton Schaffhausen: Knochen,

Die Knochenreste aus den Steinbrüchen von Jensberg hei Nidau, Oltmarsingen und Staufenberg westlich von Lenz- burg im Kanton Aargau sind noch der Art, dass sie keine nähere Bestimmung zulassen.

B. Spezies, welche man in der Molasse der Schweitz irrthümlich angenommen. Sie sollten an- gehören:

Lutra, aus dem Sandstein von Mäggenwyl; ist nicht näher zu bestimmen, aber jedenfalls kein Fleischfresser.

Hippopotamus, aus der Braunkohle von Zigg; ist Mastodon Turicensis.

Chaeropotamus, aus dem Sandstein der Rappenfluh ;

ist zum Theil Wiederkäuer, ob Palaeomeryx?

Anthracotherium, aus dem Sandstein von Bollingen ; ist Palaeotherium Schinzii.

Rhinoceros tichorhinus, aus der Braunkohle von Elgg; ist Rh. ineisivus.

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Palaeotherium Aurelianense, aus dem Sandstein von Bollingen; ist P. Schinzii,

Palaeotherium magnum, aus dem Sandstein von Aarau; ist ein anderer Dickhäuter, dessen Genus sich nicht erkennen lässt.

'Palaeotherium, aus der Braunkohle (Sandstein) von Seelmatien; ist Rhinoceros ineisivus.

Anoplotherium murinum, aus dem Sandstein von Aarau; ist Mierotherium Renggeri.

Anoplotherium, aus dem Sandstein von Bollingen; ist Palaeotherium Schinzii.

Anoplotherium, aus dem Sandstein der Rappenfluh ; ist Wiederkäuer, ob Palaeomeryx?

Castor (Biber), aus der Braunkohle von Käüpfnach; ist Chalicomys Jägeri.

Chelonia Meisneri Bourpet, aus dem Sandstein der Rappenfluh; ist Emys Wyttembachii.

C, Spezies, welche man älteren Gebilden zugeschrieben, die aber wohl aus der Zeit der Molasse herrühren werden,

Hierunter verstehe ich die Säugethier-Reste, von denen man angenommen, dass sie aus dem Portlandstein von Solo- ihurn herrührten, Nach dem, was mir über die Art ihres Vorkommens an Ort und Stelle gezeigt wurde, und bei dem gewöhnlichen Lagern der Tertiär-Gebilde im Jura unmittel- bar auf Portlandstein, wovon man sich noch bei Aarau überzeugen kann, bezweifele ich nicht, dass die Säugethier- Reste des Portlandsteins von Solo/kurn ursprünglich nicht älter sind als tertiäir, Die dem Palaeotherium cras- sum und dem Palaeotherium gracile zugeschriebenen Reste gehören wirklich Säugethieren an; was sich aber da- mit sonst noch vorgefunden, ist kaum näher zu bestimmen,

Abgesehen von diesem Vorkommen bei Solothurn, so wie von den fossilen Knochen des Moliere- Berges, welche ich zu untersuchen noch nicht Gelegenheit fand, die aber nach den darüber bestehenden Angaben grösstentheils von

Wirbelthieren einer spätern Zeit herrühren werden, unter- suehte ich bis jetzt nach obiger Aufzählung aus den Molasse- Gebilden von ungefähr 17 verschiedenen Gegenden der Schweitz Überreste, welche wenigstens 31 Spezies Knochen- thieren, nämlich 23 Säugethieren, 7 Reptilien und einem Vogel, angehörten. Die 12 Diekhäuter vertheilen sich in wenigstens 7 Genera, von denen nur eins, Rhinoceros, gegenwärtig noch in fernen Welttheilen unter andern For- men existirt; alle andern sind erloschen. Die Wiederkäuer bieten wenigstens 3 Genera dar, von denen auch nur eins, Cer- vus, noch existirt und die andern ebenfalls erloschen sind. Auch das in zwei Formen sich darstellende Nager-Genus ist bereits früher erloschen. Von Cetaceen werden vielleicht zwei Genera, jedes zu einer Spezies, anzunehmen seyn; ob beide Genera erloschen, kann noch nicht angegeben werden. Es liegen Reste von sieben oder acht Spezies von Reptilien vor, welche vier Genera ausdrücken werden. Während das Krokodil-artige Thier ein von den lebenden verschiedenes Genus anzeigt, lassen sich die Schildkröten-Genera sicherer den lebenden Genera vergleichen; von Emys-artigen beste- hen wenigstens vier Formen, von Testudo-artigen wahr- scheinlich mehr als eine, von Trionyx-artigen nur eine. Auch der eine Vogel, worauf sich die Naechweisung von Resten aus dieser Thierklasse beschränkt, bietet in dem, was davon übrig, grosse Ähnlichkeit mit lebenden; der fos- sile Vogel wird von diesen nicht wohl generisch verschie- den gewesen seyn,

In den Molasse-Gebilden der Schweilz sind hienach die Reste von Säugethieren am zahlreichsten, von Reptilien sel- tener und von Vögeln am seltensten. Unter den Säugethie- ren und Sauriern befinden sich erloschene Genera; nur wenige sind es nicht, Von Fleischfressern erhielt ich noch keine Andeutung; die Säugethiere beschränken sich auf Pachydermen, Wiederkäuer, Nager und Cetaceen. Die Pachydermen sind am manchfaltigsten, und darunter fin- det sich Rhinoceros ineisivus am häufigsten und

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weitesten verbreitet und von Braunkohle wie von Sandstein umschlossen. Mehrere Pachydermen-Spezies sind dieselben, welche auch anderwärts die. oberen Tertiär-Gebilde bezeich- nen; es finden sich aber auch Genera darunter, welche anfangs nur auf den für älterer erachteten Gyps bei Paris beschränkt zu seyn schienen, und. sogar eine Spezies (Mi- erotherium Renggeri), welche bisher nur aus letzte- rem Gyps (als Anoplothberium murinum Üvv.) bekannt war... Von den Wiederkäuern, seltener als die Pachyder- men, scheint Palaeomeryx Seheuchzeri bezeichnend. Diese Spezies fand ich in derselben‘ Gemeinschaft mit Cer- vus Jlunatus in oberen Tertiär - Gebilden ausserhalb . der Schweilz. Dasselbe gilt vom Nager Chalicomys Jägeri, der in der Braunkohle von Küpfnach mit auffallender Hän- figkeit verschüttet liegt. Die Reste von Cetaceen sind über mehrere Gegenden der Schwestz.. zerstreut und zum Theil dieselben, welche über einen grossen Theil des Europäischen Festlandes, als sehr bezeichnend für. die oberen Tertiär- Gebilde, verbreitet sind. Auch der Saurus ist in oberen Tertiär- Gebilden ausserhalb. der Schweitz nachgewiesen, Unter den Reptilien sind. die Schildkröten am häufigsten und unter diesen die Emys-artigen. Manche Überreste von Testudo lassen sich der im Gypse von Aohenhöven liegenden Testudo antiqua vergleichen, und auch der Trionyx scheint in oberen Tertiär-Gebilden ausserhalb der Schweilz gefunden. Sämmtliche Wirbelthiere, deren Reste bis jetzt in der Mo- lasse nachgewiesen worden, sind der Art, dass sie während ihres Lebens sumpfige oder feuchte Gegenden den trockenen vorzogen, was sogar auch durchgängig für: die Säuge- thiere gilt. oJ

Die in obigem Verzeichniss gegebene vorweltliche Wir- beilthier-Fauna würde sehr gut für eine solche angesehen werden können, deren Reste in demselben. Gebilde und in einer und derselben Stelle sich gefunden. _Der petrogra- phische Charakter, so wie die. Horizontal - und Vertikal- Dimension sind innerhalb der angedeuteten Gränzen offenbar

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von untergeordnetem Werthe. Gleichviel, ob in Braunkohle, Sand oder Sandstein, ob höher oder tiefer, ob näher oder entfernter die angeführten Reste sich gefunden, sie werden immer dieselbe Periode bezeichnen, in welche die Molasse- Bildung der Schweitz überhaupt fällt. Wie wenig aber aus der Übereinstimmung im petrographischen Charakter und der Nähe der Lokalitäten auf einen gleichen Gehalt an Spezies zu schliessen ist, ergibt sieh überraschend an E/gg und Käpfnach, wo den Braunkohlen-Lagern beider benach- barten Orte nicht eine Spezies gemeinsam ist, und doch spricht der Inhalt beider Orte für eine und dieselbe For- mation,

Was nun die geologische Stellung der Molassen-Gebilde der Schweilz betrifft, so gehören sie nach ihrem Gehalt an Wirbelthieren mehr den jüngern als den ältern Tertiär- Gebilden an. Sie schliessen sich in dieser Hinsicht keines- wegs ab von ähnlichen Kuochen-führenden Gebilden anderer benachbarter oder entfernterer Länder, und sind für die Schweitz, was letztere für ihre Gegend. Der Knochen- Gehalt der Molasse der Schweriz macht es sogar noch wahr- scheinlicher, dass der Tertiär-Gyps bei Paris von den oberen Tertiär-Formationen im Alter nicht so verschieden ist, wie man nach der von Cuvier und BroncnIart wohl etwas zu scharf gegriffenen Schichten-Gliederung des Montmarire an- zunehmen hat *),

*) Damit würden dann die Knochen des Molire- Berges und die sämmtlichen meerischen Konchylien-Reste im Widerspruch stehen, wenn nicht diese überhaupt einer höheren Abtheilung 'angehören. Unter den genannten 31 Wirbelthieren sind 23 anderwärts nicht oder in unbestimmter oder gleicher Formation, 1 im Grobkalk und Gyps,

4—5 im Tegelgebilde allein,

1—2 in Tegel- und Subapenninen- Bildung,

0—1 in Subapenninen-Bildung allein vorgekommen. BroNN

Notitz über Thierfährten u bunten Sandstein bei Pölzig zwischen Ronne- burg und Weissenfels, Hrn. Dr. B. CoTTa.

Hiezu Tafel 1.

Als ich im Monat Juli, in Auftrag des hohen Ober- bergamtes zu Freiberg, in der Gegend zwischen Ronneburg und MWeissenfels die Vorarbeiten zu der geognostischen Karte von Sachsen revidirte, fielen mir im Gebiete des bun- ten Sandsteins öfters Steinplatten auf, welche auf einer Seite mit ähnlichen Netzwülsten bedeckt sind, wie der Fährten-Sandstein von Hildburghausen. Diese netzförmigen Wülste können ihrem ganzen Wesen nach durchaus nicht anders entstanden seyn, als durch Ausfüllung beim Trock- nen dünner Thonschichten entstandener Spalten. Wo aber dünne in den Zwischenräumen von Sandstein-Schichten ge- bildete Thonlagen vor der Auflagerung der neuen Sand- schicht zum Austrocknen Zeit und Gelegenheit hatten, da sind auch offenbar einige wesentliche von den Bedingungen

gegeben, welche zur Erhaltung vorweltlicher Fussabdrücke erforderlich waren: es fehlt nur noch, dass es zu jener Zeit Thiere gab, denen es beliebte, auf dem weichen Thon herum zu spatzieren, ehe das Wasser von Neuem Sand darüber führte. So schloss ich, und fing desshalb an nach Fussabdrücken zu suchen, indem ich meinen Weg nach Pölzig richtete, wo, wie man mir sagte, jene Platten her waren. Ehe ich noch die Steinbrüche bei Pölzig und Klein- Pörthen erreichte, bemerkte ich in einem Dorfe an den zu- gefahrenen Bausteinen einige kleine erhabene Figuren, welche mir durch ihre gegenseitige Ähnlichkeit in Form und Grösse sehr auffielen; ihre Gestalt schien mir jedoch so sonderbar, dass ich mich nur schwer entschliessen konnte, sie für Fährtenabgüsse zu halten, obwohl ich nach solchen suchte. In den Steinbrüchen von Pölzig angekommen erlangte ich jedoch sehr bald die feste Überzeugung, dass diese Figuren (Tf. 1, A) wirklich von thierischen Fussabdrücken herrüh- ren. Mehrere grosse Platten waren hier ganz damit be- deekt, und an einer Stelle des ersten Steinbruches am linken Thalgehänge oberhalb Pölzig fand ich die Fährtenschicht noch anstehend, ein Stück untergraben und an der Uhnter- fläche mit lauter Reliefs bedeckt. Das ist die Geschichte des Fundes; gern bekenne ich jedoch, dass ich ohne Dr. SIcKLERS Vorgang nicht auf die Idee gekommen seyn würde, hier nach Fuss-Abdrücken zu suchen, und dass ich diese zufällig gefunden schwerlich dafür erkannt haben würde. Die Gestalt dieser, den Aldburghäusern in keiner Be- ziehung, als in der des Vorkommens, ähnlichen Fuss-Reliefs ist allerdings sehr sonderbar, mehr Hufeisen als Füssen ähnlich, zweizehig. Vergeblich suchte ich nach einer regel- mässigen Stellung oder dem zusaminengehörigen Lauf irgend eines Individuums; alle einzelnen Abdrücke stehen ungefähr eben so ungeordnet durcheinander, wie auf der beigefügten Zeichnung, als habe eine grosse tumultuarische Versamm- lung der ganzen Bevölkerung Statt gefunden. Dabei sind die Gestalten der einzelnen Abgüsse oft nicht rein ausgedrückt

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und unter. sich nicht alle gleich, einige "hinten abgerun- det (2,3, 7 und $), andere mehr eckig (1, 4 und 5); selten bemerkt man am hinteren Theile einen kleinen un- regelmässigen Fortsatz (5 und 6). Diese Ungleichheiten können zum Theil allerdings, schwerlich aber alle, von der Ungleichheit des weichen Bodens, dem Druck und der Rich- tung des Fusses u. s. w. herrühren.. Die unregelmässige Stellung spricht offenbar mehr für zweifüssige als für vier- füssige Thiere. Einige Platten sind mit kleinen runden Buckein, von ähnlieher Grösse wie die Fussabgüsse bedeckt: auch diese finden sieh nur an unteren‘ auf Thon ruhenden Schichtflächen. Sollte der Thon in einem gewissen Zu- stande der Weichheit sich an den Füssen festgesetzt haben, so dass dadurch ihre Eindrücke ganz undeutlich wurden? Die Netzwülste hatten mich, wie erwähnt, zuerst auf den: Gedanken gebracht, nach Fährten zu suchen; ich war desshalb recht verwundert, als ich sie hier fast nie mit den Fussabdrücken zusammen fand, obwohl sie in denselben Steinbrüchen sehr häufig vorkommen. Die thonige Unter- lage der Fährtenschichten ist hier zufällig allerdings ge- wöhnlieh so dünn (1—1 Zoll), dass sie vielleicht desshalb beim Austrocknen nicht aufriss. Auf eine besondere Eigen- heit der hiesigen Fährten-Platten möchte ich beiläufig noch aufmerksam machen : häufig sind sie nämlich auf der den Fussabdrücken entgegengesetzten, also oberen Seite, stark wellenförmig, auf der unteren aber mehr eben. Das Was- ser hat offenbar den Sand leichter bewegen können, als den zähen Thon; letzterer glich desshalb die wellenförmige Oberfläche des ersteren immer wieder in etwas aus.

Die Fährten -Reliefs finden sich bei Pölzig und Klein- ‚Pörthen wahrscheinlich nur an zwei Schichten , deren spe- zielle Lage aus den kleinen Pfeilen auf der Abbildung (B) hervorgeht. Im Allgemeinen gehören diese Schichten der mittlen Region der bunten Sandstein - Formation an. $ie zeichnen’ sich in der ganzen Gegend durch graue, gelbliche und sogar weisse Farbe aus, bei Crossen an der Elster

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sieht man sie deutlich auf dem unteren rothen Thon lagern, und im Saal- Thale’ zwischen Weissenfels und Dürrenberg sind sie von dem oberen rothen Thone bedeckt. Auch von den Fährtenabgüssen findet man Spuren bei Crossen, bei Weissenfels und bei Gross-Aga unweit Zeitz, jedoch nur sehr einzeln und zufällig auch weniger deutlich, als bei Pölzig. Am letzteren Orte scheinen die Thiere förmlich in Heerden versammelt gewesen zu seyn. So einzeln sie aber auch an den anderen Orten erscheinen, so bleibt doch die weite Ausdehnung des zu ihrer Erhaltung günstigen Zustandes recht merkwürdig.

Die Steinbrüche von Pölzig und Klein - Pürthen liegen in lachen parallelen Thälern, und sind durch einen kaum 100 Fuss hohen, eine halbe Stunde breiten Bergrücken von einander getrennt. Die Anordnung der einzelnen Schichten in ihnen ist auf der Zeichnung unter B bildlich dargestellt, und es sind dazu nur wenige Erläuterungen nöthig.

An beiden Orten ist die Schichtenfolge ziemlich die- selbe, wiewohl einige Abweichungen rücksichtlich der Mäch- tigkeit und inneren Zusammensetzung Statt finden. Die durch Pfeile angedeuteten Fährten-Schichten können wohl am be- sten zur Parallelisirung dienen, da ihre Lage im Allgemei- nen so übereinstimmend ist, dass man sie wirklich für iden- tisch zu halten hat.

Die unterste Fährtenlage befindet sich an beiden Orten an einem feinkörnigen graugelben Sandsteine, dessen 1 bis 2 Fuss dicke, durch schwache Thonlagen getrennte Sehichten vorzugsweise zu Ausarbeitung grosser Werkstücke benutzt werden, wesshalb sie von den Arbeitern „Werkbank“ ge- nannt werden.

Darüber folgt. bei Pörlken dunkelgrauer fester Roggen- stein, gegen unten in grauen Sandstein übergehend, mit Spuren von ‚Kupfergrün; bei Pölzig hingegen ein fester grauer, Sandstein, ‚welcher ‚nur 'hie und da etwas Roggen- stein enthält.. An beiden Orten nenut 'man. diese Schichten

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ihrer Festigkeit wegen „Eisenstein,“ und verwendet sie vorzüglich zum Wegebau,

Ferner: bei Pürlhen, grünlichgrauer Schiefer - Thon „Schieferschutt“ genannt, derselbe ist auch bei Pölzig vorhanden, jedoch gegen unten und oben mit dünnen Sand- - steinschichten wechselnd.

Hierauf folgt an beiden Orten die obere Fährtenlage an der unteren Fläche von Sandstein-Schichten, welche bei Pörthen dünn sind, und vielfach mit Schieferthon wechseln, wesshalb man sie dort „Schalsteinbänke“ nennt, bei Pölzig dagegen der unteren „Werkbank“ entsprechen, und desshalb „obere Werkbank“ genannt werden. Auch diese Sandstein - Abtheilung wird gegen oben bei Pölzig dünnschichtiger, fester und mehr grau, wesshalb man sie in der oberen Region ebenfalls „Eisenstein“ nennt; Roggen- stein fand ich jedoch nicht dabei.

Auf diese Sandstein-Se!ichte folgt an beiden Orten Schieferthon, in der Mitte mit 1 oder 2 Sandsteinplatten ; bei Pörthen ist derselbe jedoch mehr roth als grünlichgrau gefärbt und heisst desshalb dort „rother Sehutt.“* Auf ihm ruhen die sogenannten „Sandplatten“, dünne, gelbliche Sandstein-Schichten, welche bei Pörthen eine viel mächtigere Region einnehmen, als bei Pölzig.

Der Schieferthon und Sandstein endlich, welcher diese Sandplatten bedeckt, ist nur an einigen Stellen, in den höchsten Theilen der Steinbrüche, vorhanden und meist ziemlich verrollt.

Die ganze bildliche Darstellung ist nieht als markschei- derisch genau anzusehen, denn die Mächtigkeit der Schich- ten ist nur abgeschätzt und überhaupt mehr repräsentativ für mehrere nahe zusammenliegende Steinbrüche, als genau kopirend für einen, welches Verfahren mir für den vorlie- genden Zweck ganz passend erschien.

Eine ähnliche Bewandtniss hat es mit den abgebildeten Fuss-Abdrücken: sie sind zwar einzeln genau in natür- licher Grösse nach der Natur skizzirt, sogar mit dem Zirkel

abgemessen ‚' ihre gegenseitige Stellung aber ist willkürlich, der Natur nur nachgeahmt und dichter als gewöhnlich auf den Platten, indem die deutlichsten Reliefs von mehreren einzelnen Platten auf dem kleinen Raume vereinigt wurden. Ausserdem musste auch die Gestalt bei diesen flüchtigen Umrissen etwas schärfer markirt werden, als diess in der Natur eigentlich der Fall ist, um dadurch den Mangel einer kunstgeübten Hand zu ersetzen, welche allein so etwas völ- lig naturtreun und doch deutlich darzustellen vermag. Um einstweilen eine Idee von der Sache zu geben, mögen diese Skizzen wohl hinreichen; hoffentlich wird Herr Prof. Ross- MÄSSLER sich bewegen lassen, sie bald durch bessere zu ersetzen, wozu es ihm an Material nicht fehlen soll, da ich heute einen ganzen Wagen voll grosse Steinplatten mit Fährten nach Freiberg befördert habe.

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Andeutungen

über

den Einfluss der Umdrehung der Erde auf die Bildung und Veränderung ihrer: Oberfläche,

von

Hrn. Prof. G. JÄGER.

Ein in der allgemeinen Sitzung der Versammlung der deutschen Natur- forscher und Ärzte in Freiburg, den 18. Sept. 1838 gehaltener Yorirag.

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Wenn ich es wage, in dieser hochansehnlichen Ver- sammlung über den Einfluss des Umschwungs der Erde auf die Bildung und Veränderung ihrer Oberfläche zu sprechen, so kann es nicht meine Absicht seyn, eine ins Einzelne gehende Theorie dieses Einflusses hier aufzustellen, welche genauerer mathematischer Bestimmungen nicht wohl entbeh- ren dürfte, sondern nur als Andeutungen einer solchen

Theorie einige Beobachtungen anzuführen, welche, wie mir

scheint, zum Theil ihre Erklärung in diesem Einflusse finden,

der wohl neben anderen Momenten mehr beachtet zu wer-

den verdient, als diess bisher geschehen ist, worüber mir

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vielleicht die geognostische Sektion seiner Zeit spezielleren Vortrag gestatten wird *).

Mag man sich indess die Erde bei ihrer ersten Ent- stehung vorstellen, wie man will, als einen grossen Tropfen Wassers oder glühender Lava, oder als eine hohle Kugel, oder als einen festen Kern mit verschiebbarer oder allmäh- lieh gebildeter Oberfläche, so erhielt sie einmal

1) als Ganzes einen solehen Grad von Zusammenhang, dass sie seit Jahrtausenden den Gesetzen der Gravitation gemäss im Einklange mit den übrigen Himmelskörpern sich bewegt und keinen nachweisbaren Verlust grösserer Massentheile erlitten hat, welche vielmehr durch die Anziehung gegen den Mittelpunkt der Erde auf dieser festgehalten werden, 2) Ergibt sich aus der abgeplatteten Form der Erde, welche von der Umdrehung um ihre Axe abgeleitet wird, dass bei ihrer Bildung wenigstens ihre Oberfläche bis auf eine nicht unbedeutende Tiefe aus einer verschiebbaren, also aus einer flüssigen oder Teig-artigen Masse bestanden habe, welche in Folge dieser Umdrehung oder dieses Um- schwungs der Erde um ihre Axe ihre Lage so verändern konnte, dass eine abgeplattete Kugel entstehen konnte und musste.

Der letzte Satz ist durch die verschiedenen Schwung- maschinen verdeutlicht worden, und es ergibt sich aus einer Reihe von Versuchen, welche mit diesen angestellt wurden, dass die Wirkung des Umschwungs um die Axe, der Wir- kung der Schwere, oder dass die Zentrifugalkraft, welche

*) Ich liess daher auch bei dem mündlichen Vortrage in der allgemei- nen Sitzung, das zwischen der Klammer p. 19 und 23 Eingeschlos- sene weg, das ich hier wieder nebst einigen Anmerkungen beifüge, da ich durch zufällige Umstände gehindert war, mir in der geolo- gischen Sektion noch während der Versammlung in Freiburg die wünschenswerthe Belehrung zu verschaffen, wesshalb ich denn um so mehr um nachsichtige Beurtheilung, zugleich aber auch um ernstliche Prüfung dieses Vortrags zu bitten mir erlaube, welche die Lehre von den Ursachen der Schichtungs - und Absonderungs- Verhältnisse wohl verdient, zu welchen ich hier bloss einen kleinen Beitrag geben wollte,

Jahrgang 1839. y)

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mit dieser Umdrehung der Kugel um ihre Axe wie bei der Erde in Wirksamkeit kommt, der Zentripetalkraft oder der Schwere oder der Anziehung der Körper gegen den Mittelpunkt der Erde entgegenwirkt *). Dieser Grundsatz ist ferner durch bestimmte Versuche bestätigt worden, welche eine wirkliche Abnahme der Schwere unter dem Äquator **) und in beträchtlichen Höhen ausser Zweifel setzen ***), Ist nun aber nachgewiesen, dass die Umdrehung der Erde um ihre Axe ursprünglich ihre Form bedingt habe, und dass diese Umdrehung mit gleicher Gesetzmässigkeit fortdaure, so ist zum voraus wahrscheinlich, dass diese Umdrehung auch fortwährend von Einfluss auf die Erhal- tung der Form der Erde und auf die Regulirung der Ver- änderungen sey, welche sich auf der Oberfläche der Erde in ruhiger Folge oder unter gewaltsamen Ausbrüchen ereignen.

Indem nämlich durch die Entgegenwirkung, welche die Schwere durch die Umdrehung der Erde um ihre Axe erfährt, die Anziehung der Masse mehr oder weniger ge- bunden wird, werden die Erscheinungen der Kohäsion, Ad- häsion, Affinität, kurz die Anziehung der Elementar- theile freier hervortreten können, und diese wird sich auf gleichförmige Weise in konzentrischen Kreisen äussern. Damit erklärt sich auch zum Theil die Bildung der Schich-

ten überhaupt und die konzentrische Anlagerung derselben,

*) Nach den bisherigen Versuchen verbalten sich sehr verschieden- artige Körper in Absicht auf diese Anziehung gegen den Mittel- punkt der Erde gleich, oder die Differenz der Fallhöhen würde nur um den tausendsten Theil verschieden seyn; ob indess an diese Differenz nicht schon weitere Folgen geknüpft werden könn- ten, und ob die Versuche überhaupt, namentlich auch im luftleeren Raume, so vervielfältigt seyen, dass aller Einfluss der Qualität der Körper bestimmt geiäugnet werden könne, erlaube ich mir nur fragweise zu berühren.

*“*) Wie Newron Philosophiae naturalis principia mathematica, Londini 1687, p. 422, Prop. XIX nachweist, und Prop. XX daraus die allgemeiner gestellte Aufgabe „invenire et inter se comparare pon- dera corporum in regionibus diversis,“ ableitet,

“+#) Astronomie von BounenBerger. Tübingen 1811, p. 455.

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die uns als eine horizontale erscheint, und sie lässt sogar in vielen Fällen beinahe keine andere Erklärung zu, [was ich hier nur mit ein paar Beispielen zu belegen mir erlaube, Wo ich irgend nach Überschwemmungen eines Flusses eine bedeutende Masse von Erde oder Schutt auf einmal abge- setzt fand, habe ich auch bei einer Höhe einer solchen schnell troeknenden Masse von 20 und mehreren Fussen keine Spur einer Schiehtung bemerken können. Ebenso zeigt sich eine solehe Schiebtung nur sehr undeutlich an den bis zu einer Höhe von mehreren 100 Fussen aufgethürmten Ablagerungen von losem Gerölle, die indess doch nicht selten in horizontaler Schiehtung einigen Zusammenhang er- halten, der stark genug ist, um das Herabfallen der Gerölle zu hindern und die Verbindung derselben zu Konglomerat- Felsen einzuleiten. Deutlicher erscheint dagegen die Schich- tung des die Ufer des Niederrheins bildenden Bodens. Sie scheint hier zwar daraus erklärlich, dass der langsamer fliessende Strom einen Theil der mehr als 145,000 Kubik- fuss betragenden Masse fester Bestandtheile ruhiger ab- setzt, die er täglich seinem Stromgebiete entnimmt; allein auch diese gewöhnlich ruhige Bewegung erklärt die voll- kommen horizontale Schichtung, die auf eine weite Strecke dem Auge bloss liegt, nicht vollständig, da der Absatz denn doch nicht selten bei stärkerer und also unregelmässiger Strömung erfolgt seyn dürfte, und es ist also wohl anzu- nehmen, dass diese Ablagerungen, denen ganze Länder ihr Daseyn verdanken, wenigstens zugleich unter der Herr- schaft eines allgemeinen Gesetzes stehen. Zeigt auch der sogenannte Löss, der an den Grenzen des Rhein - Thals nicht selten eine Höhe von mehreren 100 Fussen bedeckt, so wie die erdige Masse des sogenannten Diluvial - oder älteren Alluvial-Bodens diese Schichtung weniger, so gibt er sie doch in seinen verschiedenen Bestandtheilen so wie dadurch zu erkennen, dass er als eine abgesonderte Schichte in der Reihe der übrigen Formationen und zwar an sehr

verschiedenen Orten auf gleiche Weise auftritt. Um so yo *

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deutlicher erscheint indess diese Schichtung in der soge- nannten bunten Mergel - oder Keuper-Formation, welche ohne Zweifel grossentheils den Süsswasserbildungen zuge- zählt werden muss, Den obern Theil der dieser Formation zugehörigen Berge bedeckt z. B. in der, Nähe von Stuitgart eine ohngefähr 70 bis SO‘ mächtige Lage von rothem Thon, der mit horizontalen Sehiehten festen Thonsteins von nur 4 bis 8 Höhe durchzogen ists. Die ganze Masse wird auf diese Weise wohl in 40 bis 50 abwechseinde Lagen rothen Thons und grünlichgelben Thonsteins abgetheilt, welche für, die benachbarten Bewohner eine natürliche Treppe bilden, durch die das Übersteigen der Höhe der Berge sehr erleichtert wird. Der gewöhnlichen Ansicht zur Folge würde man an- zunehmen. haben, dass die Ablagerung der verschiedenen Massen, aus welchen sich der Thon und der Thonstein bil- dete, im Laufe der Zeit SO bis 100mal auf gleiche Weise und in beinahe gleieher Menge sich wiederholt habe, so dass immer auf eine beiläufig 1‘ betragende Ablagerung von rothem Thon, eine ohngefähr 4 bis S“ holie Schichte von grünlich-gelber Thonstein-Masse gefolgt wäre. Eine solche Annahme wider- streitet jedoch aller Wahrscheinlichkeit, und wir sind ge- nöthigt eine andere Erklärung für diese Erscheinung zu su- chen, welche ich in der regelmässigen und stetigen Ein- wirkung des Umschwungs der Erde und in der dadurch be- dingten freieren Wirkung der Elementaranziehung zu fin- den glaube, für welche eine ausgedehntere Wirkungssphäre in vielen Erfahrungen nachgewiesen ist. Namentlich schei- nen dadurch die Krystall-Bildungen in Teig-artigen Massen, z. B. von Gyps-Krystallen in weicherem Töpfer - Thon, so wie die Massen - Absonderungen *) mancher Gebirgsarten

*) Bei der Versammlung der Naturforscher in Prag (s. den amtlichen Bericht p. 140 und NögGeErATH Ausflug nach Böhmen p. 320) habe ich in der Sektion für Mineralogie über die Massen-Absonderungen ;ge- sprochen, welche ich an dem zur Keuper-Formation gehörigen Kala- miten-Sandstein in der Nähe von Stuttgart beobachtet habe, und die ich bier wieder anzuführen mir erlaube, da sie in den eben genannten

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bewirkt zu werden, welche sich der Krystallisation füglich vergleichen lassen, indem sich die Sphäre der Elementar- Anziehung in der grossen Natur bei grösseren Massen und in dem Zeitraume von Jahrhunderten und Jahrtausenden und unabhängiger von der Schwere viel mehr erweitern muss, als diess in unsern Laboratorien möglich ist, selbst wenn die Versuche in diesen unter der beständigen Einwir- kung einer rotirenden Bewegung, durch welche die Um- drehung der Erde nachgeahmt würde, angestellt werden könnten *). Die horizontale Ablagerung zeigt sich aber auch in den verschiedenen Schichten der Keuper-Formation, und sie wird an den festeren Felsmassen wenigstens bei ihrer Verwitterung wieder sehr auffallend, indess die er- neuerte Bildung oder das sogenannte Wachsen der Felsen eben damit auch erklärlicher wird, sofern die Anziehung

Berichten als merkwürdig bezeichnet sind. Dieser Sandstein zeigt nicht nur in einzelnen Schichten eine plattenförmige Absonderung in horizontaler Richtung, die sogar bis zum Dünnschieferigen gebt, und sich dureh das Zerfallen der minder dichten Massen in dünne BJlät- ter oder durch das Abblättern bei oberflächlicher Verwitterung der Bausteine als in der ursprünglichen Bildung dieser Steine be- gründet zu erkennen gibt, sondern es brechen auch die dickeren Schichten in Parallelepipeden, die häufig an einer Ecke abgestumpft sind. Ausgedehnter erscheint diese Massenabsonderung in grösseren Steinbrüchen, in welchen dieser Sandstein völlig gerade und wie behauene Wände von 80 und mehr Fussen darstellt, deren Regel- mässigkeit auf ein Krystallisations-Gesetz hinweist, das hier auf grosse Massen seine Herrschaft ausgeübi hat, durch eine soge- uannte Absonderung, die ohne Zweifel eben so gut auf die Gesetze der Kohäsion zurückgeführt werden kann, als die Bildung regel- mässiger Krystalle im Kleinen.

“) Der allgemein angenommene Begriff der Chemie, dass sie nämlich die Lehre von der Anziehung der Elementar-Theile der Körper in den kleinsten Entfernungen sey, ist also vielleicht nicht einmal ganz auf die Chemie unserer Laboratorien anwendbar, wenn dazu auch die Arbeiten mit grösseren Massen in Hüttenwerke uud Fabriken gerechnet werden, noch viel weniger aber auf die chemischen Prozesse in der grossen Natur, in welcher die Anziehung der Ele- mentar- Theile auf grössere Entfernungen wirket und also durch Verhältnisse begünstigt zu werden scheint, welche im Zusammen- hang mit dem Bestand der Erde als Ganzes stehen.

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der gleichartigen Theile mehr nach parallelen oder konzen- trischen Flächen erfolgen muss *). Es reihen sich in dieser Beziehung die Schichten des Keupers den entschiedenen Meeres- Ablagerungen an, wie namentlich dem unter ihm liegenden Muschelkalke und noch mehr den über ihm lie- genden Formationen des Lias- und Jura-Kalks. Allerdings zeigen sich auch bei diesen Gebirgsarten Verschiedenheiten der Schichten, welche auf Verschiedenheit der besondern Umstände schliessen lassen, unter welchen sie abgelagert wurden; aber diese reichen nicht zu, den weit verbreiteten Parallelismus der einzelnen Schichten, die bei einigen, wie bei dem Lias-Schiefer und dem lithographischen Kalksteine beobachtete, vollkommen horizontale Lage und Ebenheit der Flächen, so wie manche andere Verhältnisse der Absonde- rung und Krystallisation der Felsmassen zu erklären. Diese Erscheinungen finden dagegen eine ungezwungene Erklärung darin, dass die Eigenthümliehkeit der Gebirgsarten, welche nun einmal mit ihrer chemischen Zusammensetzung gegeben ist, unter dem Einflusse des Umschwungs der Erdeunabhängiger von der Schwere sich äussern kann, welche mehr als ein

“), Der zwischen dem weissen Stuben-Sandstein und dem Kalamiten- Sandstein der Keuper-Formation liegende bunte 'T'hon ist häufig mit Adern von Gyps durchzogen, die eine scheinbar unregelmässige Rich- tung queer durch die Schichten des Thons nehmen und also wohl die Ausfüllungsmasse von Spalten des Thons oder ästige Bildungen darstellen, welche den dendritischen Zeichnungen und Nieder- schlägen entsprechen. Im Gegensatze mit diesen ästigen Bildun- gen findet sich auch in einzelnen Ablagerungen von Thon späthi- ger Kalk in dünnen, die Thonmasse vielfach durchschneidenden Blättern abgesezt, von welchen aber die horizontal liegenden, durch grössere Dicke, die jedoch selten über 1’’‘ beträgt, überwiegen. Diese wiederholen sich in Entfernungen von 3 bis 5’ und strei- chen in paralleler horizontaler Richtung fort, für welche ich bei so dünnen Blättern, die sich inmitten einer andern Masse gebildet oder aus ihr ausgeschieden haben, wieder keine andere Erklärung finden kann, als die Gleichartigkeit der Anziehung in konzen- trischen Kreisen oder parallelen Linien, welche in Folge des Um- schwungs der Erde durch eine verhältnissweise kleine aber stetige Wirkung dem homogenen Stoffe gegeben wird.

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Zustand *) einer gewissen Klasse von Körpern, aber nicht als eine Eigenschaft der Materie überhaupt anzusehen ist, da sie gerade den wirksamsten, nämlich den unwägbaren Stoffen Licht, Wärme, Elektrieität, Magnetismus nicht ein- mal zukommt].

Dass übrigens auf die Bildung und Lagerungs-Verhält- nisse der Gebirgs- Formationen auch andere in der Eigen- thümlichkeit derselben gegründete Zustände oder grössere Veränderungen, wie Erhebungen und Senkungen eingewirkt haben, dass daher die horizontale Absonderung nicht ge- rade eine nothwendige Eigenschaft aller Gebirgs-Formatio- nen sey, bedarf wohl kaum bemerkt zu werden, Vielleicht dient sie aber gerade dazu, die Annahme solcher Hebungen theilweise zu beschränken, indem diese sich mit einer sehr ausgedehnten horizontalen Ablagerung einzelner Gebirgsarten nicht wohl vereinigen lässt, welche vielmehr für ihr Beste- hen in dem Zustande ihrer ersten Bildung zu zeugen scheint **). Wie nun aber die Umdrehung der Erde als

*) Eben damit, dass die Schwere oder die Anziehung der Körper ge- gen den Mittelpunkt der Erde nur als ein in der Regel permanen- ter Zustand derselben anzusehen ist, lässt sich auch annehmen, dass dieser Zustand wenigstens theilweise vermehrt oder vermin- dert oder auch momentan ganz aufgehoben werden könne, wie im weichen Eisen durch die Einwirkung eines Elektromotor Magnetis- mus erweckt, und ihm mit Öffnen der Kette wieder entzogen wer- den kann. Es liesse sich wohl annelımen, dass dieser allerdings in der Regel sich gleichbleibende Zustand der Anziehung der Körper gegen den Mittelpunkt der Erde sich im Laufe der Zeiten verändert habe oder im Gefolge von grösseren Natur-Erscheinun- gen, z. B. Erdbeben, eine Veränderung erleide, durch welche viel- leicht die schnellere Krystallisation einzelner Schichten oder Gänge bewirkt wurde, während sie in andern Fällen Berstungen und Erhebungen veranlassen und selbst die zerstörenden Wirkungen zum Theil bedingen könnte, welche im Gefolge solcher Natur- Erscheinungen eintreten, und als mehr oder weniger unregelmäs- sige Schwankungen derselben Kraft sich erklären liessen, durch welche gleichwohl der Bestand der Erde selbst gesichert wird.

*) Hieraus dürfte jedoch keineswegs gefolgert werden, dass das hier Gesagte gegen die Erhebungs - Theorie selbst gerichtet sey,

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eine allgemeine Bedingung der Schichten-Bildung auf ihrer Oberfläche erscheint *), so stellt sie sich auf der andern Seite als eine allgemeine Bedingung der Veränderung ihrer Oberfläche dar, sofern. diese hauptsächlich durch die Schichtung der Gebirgsarten selbst erleichtert wird. Diese begünstigt nicht bloss die mechanische oder räumliche Ein- wirkungen äusserer Potenzen, sondern insbesondere die ge- geuseitige Einwirkung der Schichten selbst, die einmal ge- bildet, wohl als ausgedehnte Elektromotoren nieht nur auf den Chemismus der wägbaren Stoffe, sondern auch auf die Erweckung imponderabler Stoffe und selbst der organischen Thätigkeit hinwirken könnten. Die Einwirkung der Atmosphä- rilien, das Zerfallen und Verwittern der einzelnen Gebirgs- Arten, die damit gegebene Abnahme der Höhe der Berge, die Bildung des aufgeschwemmten Bodens und die theilweise Aus- füllung der Thäler, die Veränderung der Bette der Flüsse durch Einsinken der einzelnen von Wasser untergrabenen Schichten hängen einfach mit dieser ursprünglichen Konforma- tion der einzelnen Gebirgsarten zusammen. An sie schliessen sich aber als weitere Folgen an: die unmittelbare Benützbar- keit einzelner Schichten zu technischen und ökonomischen Zwecken, wie sie der lithographische Kalk und viele Stein- arten vom Granit an bis zur Kreide gewähren, vielleicht die mehr horizontale- Ausbreitung des in den Boden eindrin- genden Wassers, die leichtere Bebauung des Bodens, und der Wechsel des Anbaus, der oft von dem Verschwinden oder der Entblösung einzelner Gebirgs- Schichten abhängt,

für welche vielmehr aus dem hier Gesagten, wenn es sich bestä- tigen sollte, manche Nutzanwendungen sich ergeben möchten.

*) Es dürfte vielleicht von Interesse seyn, in Beziehung auf die Ver- hältnisse der Gebirgs - Formationen in verschiedenen Theilen der Erde und ihren Parallelismus, insbesondere jene in scheibenförmi- gen Durchschnitten der Erde darzustellen, auf welchen die Tiefe sich bemerken liesse, bis auf welche die Erde an den verschiede- nen Punkten ihrer Oberfläche erforscht ist, wodurch denn auch die Lücken um so auffallender würden , welche zum Behuf allge- meiner Folgerungen noch zu ergäuzen wären.

BERGEN ı 1. VOREBNEER

die Erleichterung des Verkehrs zwischen verschiedenen Orten und Ländern, so fern die Mauern, welche die Ge- birge zwischen ihnen ziehen, immer mehr sich abplatten und so allmählich immer weniger die Verbindung zwischen einzelnen Völkern erschweren. Wenn somit das Daseyn und die Stellung der Erde gegen die übrigen Himmelskörper von den Gesetzen der Anziehung der Massen abzuleiten ist, welche eine höhere Hand vorgeschrieben hat, und der Bestand der Erde als Ganzes durch die gegen ihren Mittel- punkt gerichtete Anziehung ihrer Theile erhalten wird, so scheint von der Umdrehung der Erde in ihrer gewohnten Bahn und’ den Folgen, welche sie auf die Bildung und Ver- änderung des Bodens, auf die Bestimmung der Jahreszeiten und des Klima überhaupt hat, mehr ihr eigenthümliches Leben abzuhängen und an den physischen Umschwung der Erde in mancher Hinsicht auch der geistige Verkehr zwi- schen einzelnen Völkern geknüpft zu seyn. Wo dieser, durch reiche Hülfsmittel und ächte Humanität unterstützt, zugleich ebenso freudige Gefühle weckt, wie sie uns hier die Brust bewegen, da wird ein solcher Verkehr auch kräftig dahin wirken, die Wissenschaft selbst schwunghaft zu erhalten, zur Ehre des gemeinsamen Vaterlands und zum Wohle der

Menschheit,

Mineralogisch - geognostische Beschreibung

der Umgegend von Schriesheim, mit beson-

derer Rücksicht auf die an der Bergstrasse auftretenden Porphyre,

GusTav LEONHARD.

Eine von der philosophischen Fakultät der Universität Heidelbery gekrönte Preisschrift *).

„Multum egerunt, qui unte nos fuerunt, sed non peregerunt; multum adhuc re- stat operis, multumque restabit, nec ulli nato post mille saecula praecludetur oc- casio aliguid adhuc adjiciendi.“

Betrachten wir das Verschiedenartige der Berg-Formen in der Nähe Zeidelbergs, besonders gegen Norden hin, so werden wir unwillkürlich auf den Gedanken geleitet: ob jene Berge, die sich unsern Augen in so manchfaltigen Ge- stalten zeigen, aus einem und demselben Gesteine bestehen, oder nicht; ob wohl durch Verschiedenheit der Bestand- theile der Felsmassen auch die der Formen bedingt sey,

*) Die Aufgabe lautete: „Regionis Heidelbergensis locus aliquis geo- logica ratione insignis eligatur atque illustretur ; quae in eo 0C- currunt ad mineralogiam spectantia accurate exponantur, cum is, quae similia in alüs regionibus inveriuntur, comparentur alque dijudicentur.“

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welche wir an Höhen unserer heimathlichen Gegend wahr- nehmen.

Hierüber gewährt uns die Geologie Aufschluss; dureh sie belehrt, erkennen wir schon bei flüchtigem Anblick in den bald schroff und steil ansteigenden, bald Kegel - oder Dom-förmig gebildeten Bergen Felsmassen plutonischen Ur- sprungs; jene Höhen hingegen, die sich sanft erheben und der Landschaft oft ein so mildes Ansehen verleihen, lassen uns schliessen, dass sie auf neptunischem Wege entstan- den seyen.

Die wichtigsten Felsarten, die sich in den nächsten Umgebungen von Zeidelberg finden, sind: Granit, Feld- stein- Porphyr und bunter Sandstein; Heidelberg selbst ist zum Theil auf buntem Sandstein, zum Theil auf Diluvial-Grund wozu besonders ein, aus Geschieben verschie- dener Art zusammengesetztes Konglomerat gehört erbaut.

Der bunte Sandstein ist am weitesten verbreitet; aus ihm bestehen die meisten und höchsten Berge um ZHei- delberg, wie der Kaiserstuhl (1752 Par. F.), der Zeiligenberg (114S Par. F.), der Geisberg (1120 Par. F,) und andere. Gegen Süden zieht sich der bunte Sandstein bis hinter Nussloch, und wird bei Rohrbach und Leimen, jedoch nur eine Strecke weit, von Muschelkalk überlagert. Nördlich tritt der bunte Sandstein an der Bergstrasse, zwischen Gross-Sachsen, Weinheim und bei Heppenheim auf; die bedeu- tendste Ausdehnung aber erlangt er weiter gegen Norden und Nordosten, wo er den grössten Theil des hohen Oden- waldes ausmacht und nur bei Erbach von einer partiellen Muschelkalk-Ablagerung bedeckt, unfern Eberbach (Katzen- Buckel) aber von Dolerit durchbrochen wird. Gegen Westen wird der bunte Sandstein, gleich den andern Gebirgsarten der Bergstrasse, durch das Diluvium der Rhein-Ebene dem Auge des Beobachters entzogen.

Der Granit findet sieh unmittelbar bei Heidelberg, be- sonders im Neckar-Thale: jenseits, bis gegen Zvegelhausen;

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diesseits bis Schberbach. Man nimmt drei Granite verschie- denen Alters an; einen älteren, grobkörnigen, der haupt- sächlich durch grosse Feldspath-Krystalle charakterisirt ist, welche ihm jenes Porphyr-artige Aussehen verleihen;: und noch zwei jüngere, sogenannte Gang-Granite, die als ausser- wesentliche, aber gerade sehr bezeichnende Gemeng-Theile: Turmalin, seltener rothen Granat, Apatit, Pinit und Beryli führen. Die bedeutendste Höhe, welche der Granit bei Heidelberg erreicht, ist 635 P. F. Ferner kommt der Gra- nit noch bei Dossenheim, Schriesheim und Weinheim vor.

Der Feldstein-Porphyr findet sich in der unmittel- baren Umgebung von Zeidelberg nicht; aber er tritt bei der Glashätle unfern Ziegelhausen, an der Bergstrasse bei Handschuchsheim, Dossenheim, Schriesheim und Weinheim unter sehr interessanten, manchfaltigen und lehrreichen Verhältnissen auf; die Schilderung derselben ist es, welche ich versuchen werde,

Gleich hinter dem Dorfe Zandschuchsheim, dreivier- tel Stunden von ZZeidelberg, erscheinen die ersten Por- phyre; sie sind anstehend zu sehen in den beiden Hohlwegen, die sich hinter A/andschuchsheim den Berg öst- lich hinanziehen und oben zusammenlaufen, in der Sternig und Lewing. Der Porphyr ist hier zum Theil von Löss bedeckt, weiter oben von buntem Sandsteine; zwischen letzterem und dem Porphyr liegt ein Konglomerat, welches aus Sandstein - und Porphyr-Masse besteht und Granit- Bruchstücke umschliesst. Der Granit, in der Tiefe ohne Zweifel von Porphyr durchbrochen, geht in der unmittel- baren Nähe von Handschuchsheim nicht zu Tage aus. Erst bei Dossenheim finden wir denselben mit dem Porphyr, der sich von Handschuchsheim herzieht, anstehend. Besonders merkwürdig ist hier das Vorkommen und die Berührung beider Felsarten in der Nähe der Ruine Schauenburg; diese steht auf Porphyr, und in dem Schlossgraben grenzen beide Gesteine aneinander: hin und wieder sieht man den Granit

gleichsam an Porphyr angeschmolzen.

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Bei Dossenheim bildet der Porphyr drei Kegel-förmige Hügel, Dornberg, Kirchberg und Spornberg, welche schon von weitem sieh durch ihre eigenthümlichen Gestalten kennt- lieh nmiachen. : Unser Gestein erreicht hier eine Höhe von 590 bis 600 P. F. Von da zieht sich nun der Porphyr bergan, und setzt fast den grössten Theil des Ölberges, welcher 1342 P. F, hoch ist, zusammen; nur .der gegen die Rhein- Ebene gekehrte Fuss des Ölberges besteht aus Granit. Die höchsten Punkte, welche der Granit erlangt, sind ungefähr 560 bis 570 P. F,

Der Porphyr wendet sich von Schriesheim thalaufwärts gegen Altenbach, Wilhelmsfeld, bis nach Heiligkreutzsteinach hin; der Granit aber zieht sich von dem Ölberge aus wei- ter an der Bergstrasse hin und bildet die Höhe, worauf die Ruine Windeck bei Weinheim steht, so wie den Abhang des Wagenberges, wo er bis zu 1000 P, F, emporsteigt. Auf der Spitze des Wagenberges trifft man wieder Porphyr an; dieser ist an der erhabensten Stelle des Berges 1403 P.F.*) über der Meeresfläche, und dabei eigenthümlich säu- lenförmig gestaltet.

In dem Gor.cheimer Thale bei Weinheim tritt an dem sogenannten Raubschlösschen eine andere, isolirte Porphyr- Partie von geringer Mächtigkeit auf, welche aber sehr interessante Verhältnisse wahrnehmen lässt.

Die Porphyre, welche man an den genannten Orten in der Umgegend Zeidelbergs findet, sind Feldstein-Porphyre; in einer diehten, verschieden gefärbten Feldstein -Grund- masse sind Quarz- Körner, zuweilen selbst Quarz-Krystalle eingemengt, und diesen gesellen sich sehr gewöhnlich kry- stallinische Theilchen oder Krystalle von Feldspath bei.

Die rothe Farbe, welche stets bei Feldstein-Porphyren als bezeichnende gilt **), nehmen wir auch häufig bei den

*) Über alle diese Höhe-Bestimmungen s. Munx&e’s Handbuch der Na- turlehre; II, p. 184 ff., und v. OEYNHAUSEN in NoEGGERATH’S Rheinland-Westphalen, I, p. 146 ff.

“”) 8. v. LEONHARD, Charakteristik der Felsarten, 1, p. 213 ff.

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Porphyren wahr, die an der Bergstrasse vorkommen; so ausgezeichnet zu Dossenheim, an der Glashütte und am Öl- berge bei Schriesheim. Porphyr von dunkler, mehr blauer Farbe: Dossenheim, Weinheim (Wagenberg); von violblauer, ins unrein Graue gehender Farbe: Dossenheim, Altenbach ; von weisser Farbe: Heiligkreutzsteinach. Verschiedene Far- ben, manchmal auch in Streifen wechselnd, findet man häufig an unsern Porphyren; auch sind die Farben nicht immer ganz rein ausgesprochen.

Durch eine grössere Quarz - Beimengung wird der Feldstein-Porphyr zuweilen Hornstein-artig, wodurch so- genannter Hornstein-Porphyr entsteht: Glashütle, Hand- schuchsheim und Dossenheim. Zeigt sich dagegen die Grund- masse des Porphyrs etwas zersetzt, erdig, und dann ge- wöhnlich weiss von Farbe, so ist diess der sogenannte Thon-Porphyr: Schriesheim, besonders aber Wülhelmsfeld, Altenbach und Heiligkreutzsteinach.

Der @uarz kommt in Körnern im Porphyr vor, von graulichweisser Farbe: "Heiligkreutzsteinach, Dossenheim, und am Raubschlösschen bei Weinheim. Kerystallisirter Quarz (Bipyramidal - Dodekaeder, zuweilen mit den Säulenflä- ehen verbunden) in der Grundmasse des Porphyrslie- gend: Dossenheim und Glashütte. Feldspath- Theile, gelb- lichweiss oder röthlich: Dossenheim, Handschuchsheim und Schriesheim. Feldspath-Krystalle von verschiedener Farbe in ein und derselben Porphyr- Masse lassen sich sehr schön in den Steinbrüchen bei Dossenheim wahrnehmen. Feldspath-Krystalle, im Porphyr zum Theil zersetzt: Hand- schuchsheim, Schriesheim und Altenbach. Feldspath - Kry- stalle, mit Beibehaltung der Form zu Speckstein umgewan- delt: Ruubschlösschen im Gorxhetmer Thal bei Weinheim.

Glimmer-Blättchen finden sich nur selten im Porphyr: Handschuchsheim, Schriesheim (Schleichwald); sparsam auch zu Dossenheim.

Das Gefüge des Porphyrs ist meist ganz dicht und gleichförmig in seiner Masse; doch zeigt er auch kugelige

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Absonderung: Wagenberg bei Weinheim, und körniges Ge- füge mit fast gleicher Grundmasse wird bei der Glashülte getroffen.

Säulenartige Absonderung ist dem Porphyre an der Glashütte, so wie jenem zwischen Altenbach und Wilhelms- feld und bei Zemsbach eigen. Porphyr-Kugeln aus ein- zelnen, sehr dünnen Lagen bestehend, kennt man im Birke- nauer Thal bei Weinheim.

- Diess sind ungefähr die wichtigsten Erscheinungen, welche die Porphyre unserer Gegend wahrnehmen lassen. Von den Porphyr-Breccien, so wie von einigen anderen Fels- arten, soll weiter unten die Rede seyn.

Die Zahl der Mineralien, welche sich im Porphyr theils eingesprengt, als unwesentliche Gemengtheile, theils auf Kluftflächen, theils in Drusenräumen einfinden, ist un- bedeutend.

Eingesprengt. Karniol-artiger Chalcedon, von röthlicher, ins Blaue gehender Farbe: ZAandschuchsheim. Eisenglanz, krystallisirt; die Form der Krystalle ist nur selten deutlich: sie sind zweifach entrandeckt in der Rich- tung der Scheitelkanten und entscheitelt, Hauy’s Varietät unilernaire: in den Steinbrüchen zu Dossenheim. Roth- Eisenrahm und Eisenglimmer, letzterer oft in ziemlich bedeutender Menge: gleichfalls zu Dossenheim. Kupfer- kies und Malachit, eigentlich mehr angeflogen als einge- sprengt, und nicht sehr häufig: Weinheim. Zu Speck- stein umgewandelte Feldspath-Krystalle (von welchen schen oben die Rede gewesen, da dieselben mehr zu den wesent- lichen Gemengtheilen des Porphyrs gehören), finden sich im Porphyre des Gorrheimer Thales bei Weinheim. Die Farbe der Krystalle ist ein helles Grün, die Form derselben oft noch sehr deutlich; entscharfseitet und entspitzeckt.

Mehr auf Sehnüren, schon gangartig die Porphyr-Masse nach allen Richtungen durchziehend kommt Chalcedon, begleitet von Quarz, Amethyst und Jaspis, am soge- nannten Feuerstein-Buckel bei Altenbach vor.

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Auf Kluftflächen: Quarz, krystallisirt; die Kry- stalle haben. die Form des Bipyramidal- Dodekaeders ver- bunden mit den Säulenflächen, sind oft rein, wasserhell, so ‚dass sie dem eigentlichen Bergkrystall nahe kommen; nieht selten durch Eisenoxyd gefärbt, eine weingelbe, manch- mal auch röthliche Farbe annehmend. Psilomelan, kuge- lig und dendritenförmig: Dossenheım und Weinheim (Wagen- berg). Ein gelblichweisses, erdiges Mineral, das viele Ähnlichkeit mit Steinmark hat und zersetzter Feldspath zu seyn scheint : Dossenheim.

In Drusenräumen: Quarz, in Krystallen, von Farbe und Form wie der oben angeführte: Dossenheim.

Ungleich wichtiger sind die Mineralien, welche auf Gängen vorkommen, und diess ist hauptsächlich der Fall bei Schriesheim und Altenbach, wo viele Gänge von ver- schiedener Mächtigkeit sowohl im Porphyr, als im Granit aufsetzen. Als Hauptgangmasse haben wir den Baryt- spath anzusehen; und von allen Gängen welche diese Mineral-Substanz bildet, ist, was Mächtigkeit und andere interessante Phänomene angeht, jener im Schleichwald der bedeutendste; die übrigen zeigen im Ganzen immer diesel- ben Verhältnisse: darum möge es mir gestattet‘ seyn, bei der Schilderung des erwähnten mächtigeren Ganges en weise zu verweilen.

Der „grosse Barytspath-Garg“ setzt eine halbe Stunde von Schriesheim gegen Osten, wie gesagt, im Schleichwalde auf, Er fällt unter 750 nach Süd-West und erreicht eine Mächtigkeit von 7—10 Fuss. Man sieht jetzt noch einen ausgebauten, offenen Raum, der einst mit Barytspath erfüllt war, Die tiefere Partie der Gangmasse besteht aus eisen- reichem, gelbem Quarz, in welchem Barytspath- Krystalle und Bruchstücke liegen: sie schwimmen gewissermassen in dem Eisenkiesel. Ein gewaltiger Porphyr-Keil findet sich hier zwischen dem grossen und einem kleineren Barytspath- Gang: gleichsam eingeklemmt. Porphyr bildet sowohl das Liegende, als das Hangende des Ganges, und ist hier sehr

‘verändert, zertrümmert, gebleicht, oft auch Konglomerat- 'artig. Früher wurde der grosse Barytspath- Gang bebaut. ‘Als jedoch das reinere Material in den oberen Teufen sich ‘verloren hatte, war man mit einem Gesenke niedergegangen, in der Hoffnung, auf den Barytspath des andern, kleineren Ganges (dessen grösste Mächtigkeit nicht über 2 Fuss be- trägt) zu stossen; auch war eine Strecke getrieben wor- den, Alle diese Baue sind jedoch seit mehreren Jahren auflässig und zerbrochen *). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der mächtigere Barytspath-Gang einen eisenschüssig- quarzigen Fuss habe. Über dem Eisenkiesel ist der Ba- rytspath von Farbe oft rein weiss, die meist ins Gelbe, Grünliche und in ein lichtes Blau übergeht. An manchen Stellen zeigt sich der Barytspath von grosser Reinheit; man findet zuweilen einzelne Massen von 5-6 Fuss Durch- messer, welche nicht die geringste Beimengung wahrnehmen lassen. Die Barytspath-Krystalle zeichnen sich sowohl durch Grösse, als durch Schönheit und Deutlichkeit, weniger jedoch dureh Manchfaltigkeit der Formen aus; sie erinnern sehr an jene der Auvergne, welchen sie, besonders was die Grösse betrifft, am nächsten stehen, Einzelne er- reichen einen Durchmesser von 4—5 Zoll. (Die Barytspath- Krystalle der Auvergne sind oft noch viel grösser **).

Die Formen, in welchen der Barytspath zu Schries- heim vorkommt, sind folgende: 1) Kernform ; 2) entstumpf- eckt; 3) zweifach entstumpfeckt; 4) entstumpfeckt und zweifach entspitzeckt; 5) zweifach entstumpfeckt zur Schär- fung über den stumpfen Seiten, und entspitzeckt zur Schär-

fung über den scharfen Seiten; 6) zweifach entstnmpfeckt

*) Erst in neuester Zeit ist man wieder am „Baryt-Werke“ im Schleich“

walde beschäftigt, gegen fünfzig Menschen arbeiten daselbst: die

Halden werden umgestürtzt, und die noch brauchbaren Barytspath- Massen herausgesucht.

”=) Neuerdings wurde in der Gegend von Clermont ein Barytspatl-

Krystall aufgefunden, von ungewöhnlicher Grösse, welcher 8 Zell

in die Länge misst, und 11 Pfuud wiegt: BovitLeEt, im Jahrb. lür Min. 1837, p. 197.

Jahrgang 1839. p}

BER = 7 re

und entspitzeekt; 7) enteckt; 8) enteckt zur Schärfung über den Seiten ; 9) enteckt zum Verschwinden der Seitenflächen; 16) entspitzeckt, zweifach entstumpfeckt und entstumpfseitet, Die meisten dieser Krystalle finden sich im Schleichwalde, in dem erwähnten Gange; die Formen 2, 3 und 5 auch im Bohnwald; die gewöhnliche, am. meisten verbreitete Gestalt ist Havuys /rapezienne, die Form Nro. 9. Sie erscheint im Schleichwald sehr häufig, kommt auch bei Ursenbach vor; jedoch sind die Krystalle gewöhnlich in die Länge gezogen, und einzelne Flächen oft weit ausgedehnt, andere zurück- gedrängt. Krystalle derselben Form, von besonderer Grösse, trifft man bei der Wolfsgrube. Nicht selten zeigen sich solehe Krystalle in verschiedener Richtung durcheinander gewachsen (Schleschwald). Sie sind bald mehr, bald we- niger rein, oder durch Eisenoxyd weingelb gefärbt.

Der Barytspath ist von mehreren Mineralien, welche auf verschiedene Weise mit ihm vorkommen, begleitet.

Flussspath, derb oder krystallisirt; in letzterem Falle hat man bis jetzt nur eine Form, den Würfel gefun- den, der bal:! von hellgrüner, bald von weisser oder gelb- licher Farbe ist. Den derben Flussspath sieht man ge- wöhnlieh in Barytspath-NMassen eingewachsen; der krystalli- sirte findet sich in Drusen-Räumen mit @uarz-Krystallen greuppirt; die Flussspath- Würfel sind häufig in die Länge gezogen, manchmal treppenförmig zusammengereiht,

Quarz, gewöhnlich krystallisirt (Bipyramidal-Dodekae- der, mit den Säulenflächen), als Überzug auf Barytspatlı, oder in Drusen desselben angehäuft; auch an der Grenze zwischen Porphyr und. Barytspath kommt er in grösseren Massen und in Krystallen vor, welche gewöhnlich durch Kisen- oder Mangan-Oxyd gefärbt sind. Seltener erscheint der Quarz gleichsam dendritenförmig auf Barytspath- Krystallen.

Chalecedon, baumförmig, stalaktitisch, in der Regel als Überzug auf Barytspath, auch auf Quarz, so dass bis- weilen kaum die Form dieser Mineralien zu erkennen ist;

Pr --

öft sind sogar ganze Drusen von Barytspath mit Chalece- don, überzogen; dieser erscheint bald röthlich, bald blau, bald schwärzlich gefärbt.

Baryt-Erde, von rein weisser Farbe; gleichfalls als Überzug auf Barytspath, und in Drusenräumen desselben ; auch, wiewohl seltener auf Quarz-Krystallen, indem diesel- ben ganz damit bedeckt sind, was ihnen ein eigenthümliches Ansehen verleiht, so dass man sie bei dem ersten Anblick für Pseudomorphosen von Barytspath nach @uarz-Formen halten könnte.

Weniger häufiger kommen noch vor:

Faser-Malachit, auf Barytspath, in kugelförmigen Massen.

Fahlerz, zersetzte Tetraeder, mit einer Rinde von Chalcedon umgeben, auch zu Ziegelerz umgewandelt.

Braun-Eisenstein und Psilomelan, auf Baryt- spath, letzteres auch in derben Massen, von Barytspath begleitet.

Faseriger Roth-Eisenstein, zwischen Barytspath eingewachsen.

Kohlensaures Blei kam früher, jedoch nur spär- lich, vor *).

Eine andere Mineral- Substanz, welche sich zuweilen in den Drusenräumen des Barytes, in langgezogenen, nadel- förmigen Krystallen, von strohgelber, ins Grünliche überge- hender Farbe findet, scheint Nadelerz, was oberflächlich eine Zersetzung in Wismuthocker erlitten hat, zu seyn.

Nach dem Barytspath-Gang im Schleichwald war wohl der bei Altenbuch der bedeutendste. Das Liegende dieses Ganges ist Granit, das Hangende Porphyr. Man hatte einen, ungefähr 20 Lachter langen Stollen, getrieben, jedoch fand man den Barytspath nie von derselben Mächtigkeit, wie im Schleichwald, indem er an den breitesten Stellen ungefähr

*) Über das Vorkommen des kohlensauren Bleies, s. Bronm, gava Heidelbergensis, $. 13, d, p. 45. 3%

_— 36

21 3 Fuss ausmachte; jetzt, ist, dieser Stollen verfallen, man ‚sieht, nur noch die Halden, | 2

In neuerer Zeit wurde ein anderer Stollen in geringer Entfernung ; von dem vorhergehenden getrieben. Er ist ganz'im Porphyr, hat aber erst 15 Lachter Länge err 'eicht. Der Porphyr, in welchem hier der, Barytspath - Gang auf- setzt, hat ein ganz eigenes Aussehen: er besteht aus einem grünlichen Feldstein-Teig, in welchem kleine, weissliche, erdige Feldspath-Krystalle liegen, einzelne kleine Glimmer- Blättchen kommen hin und wieder in der Masse vor; der Quarz wird fast ganz vermisst; häufig findet man an die- sem Porphyr Reibungsflächen. Die Verhältnisse des ale spathes sind dieselben, wie bei Schriesheim.

Unter den Gängen, welche Barytspath im Granit bil- det, ist wohl der neuerdings aufgefundene, bei Ursenbach, oberhalb der Mühle, der wichtigste. Man hat (im April des Jahres 1838) einen Stollen, 15 Lachter weit, getrieben. Der Gang streicht von 8.0. nach N.W. Mehrere kleine Barytspath- Adern durchziehen den Granit; dieser ist sehr reich an Feldspath-Krystallen, welche ein mattes, erdiges Aussehen haben; der Quarz wurde durch die übergrosse Menge des Feldspathes fast ganz zurückgedrängt ; der Glim- mer ist schwarz.

Wenige Schritte von 7 Stollen war früher in den Jahren 1827 und 1$2S ein anderer in Betrieb, gleichfalls in Granit; da jedoch der Barytspath sich sehr unrein und mürb zeigte, so liess man diesen Stollen, nachdem man kaum ein paar Lachter weit gekommen, wieder liegen.

Noch ein Barytspath - Gang setzt am Zehntberg bei Al- fenbach in Granit auf. Auch hier hatte man einen, nun wie- der verlassenen, Stollen getrieben, |

Merkwürdig ist das Auftreten mehrerer Felsarten um Schriesheim, die sich durch ungewöhnliche oder dureh andere Umstände auszeichnen.

So steht an dem Bache, welcher vom „grossen Baryt- Werke“ im Schleichwald herabkommt, ein Granit an, der

rare -, Al

sehwarzen Glimme r, und statt des Feldspathes Labra- dor führt. Turmalin kommt in den Graniten um Schries- heim nieht vor.

In der Nähe jenes Granites findet sich ein sehr quarz- reiches Gestein, von grosser Härte; es ist grün von Farbe, die sich bisweilen zum Röthlichen neigt. Stellenweise

scheint die ganze Masse aus Quarz zu bestehen.

Uuweit der Mühlen wird ein eigenthümlicher Por- phyr getroffen, der wahrscheinlich, als Gang in einem an- dern Porphyr zu betrachten ist, diess bezeugen unter andern die vorhandenen Reibungsflächen. Jener Porphyr ist röth- liehbraun von Farbe, grösstentheils, besonders wo er zu Tag geht, sehr verwittert, und führt Glimmer in Menge, welcher ihm mit dem Gestein, was bei Frammont vorkommt, und von Französischen Geognosten „Minelle“ genannt wird, die grösste Übereinstimmung gibt. |

Bei, der Barytspath-Grube im Schleichwald, an dem er- wähnten Bache, wurde ein Gestein aufgefunden, das grosse Ähnlichkeit mit Schillerspath zeigt, und nach vorge- nommenen Untersuchungen auch sich als solcher ergab. Es ist dunkelgrün, ins Braune, lässt auf den Durchgangsflächen, jenen, dem Schillerspath eigenthümlichen Glanz wahrnehmen. Besonders dem an der Baste auf dem HZarze vorkommenden Schillerspathe steht der Schriesheimer nahe,

Zu den Mineralien, die zwar nicht im Porphyr, aber in der Heidelberger Gegend vorkommen, gehören vor allen die Barytspath-Massen, welche auf dem sogenannten Büchsenacker, unfern des Stiftes Neuburg mit Eisenkiesel umher liegen. Sie zeigen in jeder Hinsicht eine so voll- kommene Ähnlichkeit mit dem bei Schriesheim auf Gängen vorhandenen Barytspath und Eisenkiesel, dass sie leicht zu verwechseln sind, und dass auf ein analoges ursprüngliches Entstehen, ja auf einen gewissen Zusammenhang dieser Mas- ‚sen mit jenen bei Schriesheim geschlossen werden darf.

Eben so trifft man Barytspath in langen, tafelartigen

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Krystallen (der gewöhnlichen Form), auf Kluftflächen des Granites bei Zemsbach an der Bergstrasse.

Bemerkenswerth sind ferner die Fossilien, welche sich bei Schriesheim, an der hohen Art, als Begleiter eines Quarz- Ganges im Granit finden, wo sie durch einen, längst wie- der verfallenen, Schurf aufgeschlossen worden; der Granit ist in der Nähe des Ganges sehr zersetzt. Granat und Epidot treten in diesem Quarzgange auf. Die Granaten, von rothbrauner Farbe, zeigen gewöhnlich ein - oder zwei- fache Entkantung, und erreichen nicht unbedeutende Grösse. Die Epidot-Krystalle, zum Theil einige Zoll lang, sind bisweilen deutlich ausgebildet, und gleichen sehr jenen zu Arendal vorkommenden, sowohl was Farbe als was Form betrifft. Eigenthümlich sind die Eindrücke von Granat in Epidot-Krystallen; man sieht ganz deutlich auf letz- teren die Rauten- und Entkantungs-Flächen der Granaten. Den Granat und Epidot begleiten auf diesem Quarz- Gange ausserdem Horublende, in dünnen strahligen Mas- sen und Eisenkies, zuweilen auch Melybdänglanz in kleinen Blättehen *). |

Erwähnung verdienen noch die Feldspath- Kry- stalle, weiche man bei Schriesheim, auf dem Berg-Abhange, der Sirahlenburg gegenüber, in ziemlich grosser Menge an- trifft. Sie rühren aus aufgelöstem, zerfallenem Granit her und liegen zerstreut, oft noch ganz gut erhalten, im Granit-Gruss. Die Krystalle sind bisweilen von ziemlicher Grösse. Ihre gewöhnliche Form ist entscharfseitet und entspitzeckt, Haur’s Var, bibinaire. Noch andere Gestalten führen Brum und Hesser an **. Häufig sind Zwillings- Verbindungen. (Ganz ähnliche, aus Granit ausgewitterte Feldspath-Kry- stalle finden sich bei Zeidelberg, über der Brücke, in

”) Über das Vorkommen von Granat und Epidot s. LEonHARD, in seiner Zeitschrift für Min. 1825, II, p. 247—251.

”*) Brum, in Leonuaros Zeitschrift für Min. 1828, II, p. 679— 704. Hssser, über die Familie Feldspath, a. a.O. 1826, 1, p. 289—333.

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der Nähe des Nies’schen Landhauses, an dem Wege dicht bei dem Wolfsbrunnen, und in dem sogenannten Carmeli- ter-W ald).

Die Barytspath-Grube bei Schriesheim war schon in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts im Gang, man baute damals auch auf Eisen- und Kupfer-Vitriol, welche Werke wahrscheinlich noch früher als die Baryt- Gruben betrieben wurden. Ausführlich sprieht hierüber GüTkE, in seiner Beschreibung einer Reise durch einen Theil der Bergstrasse, im Jahre 1783 *). Er erzähl: von Blei-Werken, bei HZoch- und Gross-Sassen, besonders von dem „silberhaktigen Blei-Werk“ bei Gross-Sassen. Der Gehalt der Erze war, nach Gürue's Angabe, im Zent- ner 54 Pf. Blei und 26 Loth Silber. Bedeutender noch war das Vitriol-Werk am Präuningsberge, eine halbe Stunde hinter Schriesheim. GürkE bemerkt, dass nach Aus- sagen der Bergleute jener Gegend, das Werk schon im Jahre 1620 in Betrieb gewesen sey. Koıs führt an, wie viel man im letzten Viertel des Jahres 1782 aus diesem Vitriol-Werk gewann, nämlich an Kupfervitriol 19, an Eisenvitriol 59 und an Alaun 3 Zentner *#), Auch v. OEYNuAUsEN erwähnt des Vitriol-Werkes am Brüu- ningsberge in seinen Bemerkungen über die Bergstrasse ***).

Die technische Anwendung des Barytspathes von Schriesheim ist bekannt, man führte ihn nach Holland, um Bleiweiss damit zu verfälschen. Der Absatz war eine Zeit lang ausserordentlich; so sollen allein in den Jahren 1824 bis 1827 an 25,680 Zentner Barytspath verkauft wor- den seyn,

*) Prärzısches Museum, II, 1781-1786, p. 609-664. . Historisch-statistisch-topographisehes Lexikon vom Grosssserzegthum Baden, von J. B. Korr, 1816, III, p. 189.

**#) C.v. Oeynhausen, Bemerkungen über die Gebirge der Bergstrasse, der Haardt und des Donnersberges, im Auszuge mitgetheiit von NÖSGERATH , in dessen „Gebirge in Rheinland- Westphalen“ 1, p- 146 ff.

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Die Porphyre der Bergstrasse und besonders jene von Dossenheim, werden seit neuerer Zeit mit sehr gutem Erfolge zum Chaussee- Bau benutzt. Einige zeigen grosse Ähnlichkeit mit den berühmten Porphyren aus der Gegend von Elfdalen, ohne jedoch ‚derselben Bearbeitung, wie Shen fähig zu seyn *).

Was die Einwirkung des Porphyrs auf den Wachs- thum der Pflanzen betrifft, so scheint diese nieht sehr vor- theilhaft. Die Porphyr-Berge, die sich meistens steil und schroff, gewöhnlich isolirt von andern Bergen erheben, mit pralligen Felswänden und mit runden Kuppen, lassen die Bebauung des Bodens nur mühsam zu; der steinige, aus der Verwitterung des Porphyrs hervorgehende Ackergrund ist wenigen Gewächsen, welche die Wärme lieben, wie

z. B. die Rebe, günstig **). Unter den plutonischen Gebilden ist Feldstein-Por-

phyr eines der wichtigsten, sowohl was seine Verbreitung betrifft, als auch hinsichtlich seines Vorkommens mit vulka- nischen Massen und mit neptunischen Ablagerungen. Jede neue Thatsache, jeder neue Beweis für die Entstehungs-Art des Feldstein-Porphyrs, kann nur dazu dienen, seine Bedeutung zu heben, und ihn in der Reihe der Gesteine plutonischen Ursprunges noch fester zu stellen. Die Phä- nomene, welche der Feldstein-Porphyr an der Derg- strasse, besonders bei Schriesheim zeigt, stehen in innigem Zusammenhange mit ähnlichen Verhältnissen, unter denen jene Felsart an vielen andern Orten auftritt: ihre Beschrei- bung, ihre Vergleichung mit analogen Erscheinungen muss

das Interesse steigern.

Po rphyre Jurehbreehen sowohl normale als abnorme Felsmassen, wie Thonschiefer, Kreide, rothes Todt-Liegendes u. s. w., oder wie Gneiss, Granit,

nn

*) Hausmann, Reise durch Skandinavien, V, p. 197 ff. **) Boss, gaea Ueidelbergensis ; $. 47, p. 78.

Glimmerschiefer u. s. w. *). So steigt der Por- phyr unfern Heidelberg auf einem Raum von wenigen Stunden aus einer. Felsart, die auf neptunischem Wege ge- bildet, und aus einer andern, die plutonischen Ursprungs ist, hervor; die eine ist der bunte Sandstein bei Hand- schuchsheim und an der Glashülte, die andere der Granit bei Dossenheim, Schriesheim und Weinheim.

Jene Emportreibungen aus der‘ Tiefe mussten noth- wendig mehr oder weniger heftig einwirkende Folgen auf die Felsarten haben, durch ‘welche der Porphyr heraufstieg. Diese Folgen sind namentlich Änderungen der Gestein- Beschaffenheit, eingeschlossene Fragmente von durchbroche- nen Gesteinen; Reibungs-Konglomerate, Trümmer-Gebilde, mit welchen sich der Porphyr gewöhnlich bei seinem Empor- steigen aus der Erd-Tiefe in feuerig-flüssigem Zustande um- gab; endlich Spiegel oder Harnische, sogenannte Rutsch- flächen. Wie fast überall, so auch bei den Porphyren der Bergstrasse finden sich Erscheinungen der Art. Ich will meine Schilderung der Verhältnisse des Porphyrs im Ein- zelnen vorausschicken, sie mit andern vergleichen und so- dann deren Zusammenfassung und Beurtheilung versuchen.

Der Porphyr tritt auf die manchfachste Weise mit Felsarten neptunischen Ursprungs auf. In uer „Übergangs- Formation“ ist es Thonschiefer, mit welchem er beson- ders häufig vorkommt, er durchbricht denselben an vielen Orten. So z. B. erhebt sich der Porphyr in Schlesien am Wildenberge aus Thonschiefer, und zeigt bis zur Hälfte des Berges säulenförmige Absonderung, ähnlich dem Basalte **). In der Gegend von Christiania durchsetzt der Porphyr den Thonschiefer in zahllosen Gängen ***). Merkwürdig sind

*) Über die Verbreitung des Porphyrs in Deutschland ; s. Bous, geo- gnostisches Gemälde von Deutschland, herausgegeben von Leon- HARD, Kapitel 5, p. 147—182.

**) L. v. Buch, geognostische Beobachtungen, I, p. 64. **=) L. v. Buch, Reise durch Norwegen und Lappland, 1, p. 103 Hausmans, Reise durch Skandinavien, V, p- 197 #.

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die Veränderungen, welche‘ dr Thonschiefer durch den Porphyr bei den sogenannten Bruchhäuser-Steinen, am Issenberge, im Arnsbergischen , erlitten hat, ‘Die Bruchhäu- ser- Steine‘ bestehen nämlich aus: Porphyr,, welcher den Thonschiefer durchbrach, und denselben dabei bedeutend veränderte. Dass der Porphyr durch den Thonschiefer wirklich emporgestiegen, beweisen unter andern auch die mit den Reibungsflächen verbundenen Erscheinungen *). - In diesen, vom Porphyr durchbrochenen und zum Theil darin eingeschlossenen Thonschiefer-Massen, bei den Bruchhäuser- Steinen traf. man Konchylien-Abdrücke, ja man glaubte auch in.dem Porphyr Versteinerungen zu sehen, und wollte diess als Beweis gelten lassen, dass der Porphyr auf neptunischem Wege entstehen könne: bei näherer Untersuchung zeigte sich jedoch der Porphyr frei von Versteinerungen; er kann, als abnormes Gebilde keine Petrefakten führen. Jene Spu- ren ' organischer Überreste, gehörten dem Thonschiefer an’, der in Bruchstücken vom Porphyr umschlossen, durch die‘ Einwirkung jenes auf ihn, ganz unkenntlich geworden war; eine interessante Erscheinung ist auch diese, dass hier der Thonschiefer in der Nähe des Porphyrs Feldspath in krystallinischen Theilchen und in Krystallen enthält **). Ein ähnliches Phänomen sieht man in der Gegend von Teplitz, wo Porphyr durch Plänerkalk emporstieg; von letzterem sind Konehylien-Abdrücke-führende Bruchstücke in dem Porphyr. eingebacken ***),. In Schlesien führt ein Thonschiefer, ohne Zweifel durch Einwirkung des Mela- phyrs, Augit-Krystalle; sie dürften beim Emporsteigen des Porphyrs dem Thonschiefer beigemengt worden seyn f).

“) NöcGErRATH, in KaArstens Archiv für Min. Ill, p. 95 —122. Kıiestein, im Jahrb. für Min. 1832, p. 192—201. LEONHARD, Basalt-Gebilde, II, p. 460.

”#) NÖGGERATH, iu Karstens Archiv für Min. III, p. 548. *#*) NAUMANN , in LEon#Arns Zeitschrift für Min. 1825, 11, p. 297. Pusca, ibid. I, p. 530. 7) Krantz, im Jahrb. für Min. 1834, p. 530.

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Auch mit Grauwacke- oder, sogenanntem Über- gan gskalk’ *),und ‚mit Grauwacke selbst **), sehen wir, den Porphyr vorkommen.

Bedeutender ist das Auftreten des Porphyrs. mit vida Gliedern der Steinkohlen-Formation; er durchbricht sogar Steinkohlen-Bänke, und zeigt dabei sehr merk- würdige Verhältnisse. Leoxsarn sagt darüber in seinen,„Ba- salt-Gebilden“ (Il. Abth. p. 459) Folgendes;

„Steinkohlen-Ablagerungen erscheinen nicht selten von Porphyren durchbrochen, und die Schichten: ihrer verschie- denen Glieder mehr oder weniger stark gebogen, und aus ihrer Lage gedrückt. Auch veranlasste das Auftreten der vulkanischen Massen im Dache der Kohlen, Phänomene, den von. Basalten hervorgerufenen ähnlich; die Kohlen erlangen. säulenförmige. Absonderung.“

Dasselbe ungefähr spricht A, v. Humsoror aus ***). Viel- fache und lehrreiche Beispiele dienen zur Bestätigung. So durehbricht der Porphyr in Schlesien, im Waldenburger= Distrikte Steinkohlen-Ablagerungen. Da, wo er die Kohlen berührte, hat derselbe denkwürdige Beweise . seiner hohen Temperatur hinterlassen ; die Kohlen erscheinen umgewandelt, sie nehmen säulenförmige Gestalten an 5). Bei Planinlles, im Lot-Departement,.hat der Porphyr Kohlen-Ablagerungen durchbrochen; _ die Kohlenschiefer- Lagen. sind. nach allen Seiten von dem Porphyr gleichsam umwickelt +}). Über- haupt ist das Vorkommen des Porphyrs im Steinkohlen- Gebilde keineswegs selten; an vielen Orten sieht man- Por- phyr mit, einem oder dem andern Gliede dieser Gruppe zusammen ff).

*) Vorrz, ibid- p. 400. **) Krug von Nıppa, in Karsten’s Archiv für Mina. II, p. 6 fl. *#) Geognostischer Versuch über die Lagerung der Gebirgsarten, p- 208, 1) Ezouerra per Bayo, im Jahrb. für Min. 1834, p. 401. 17) Leosuaepp, Lehrbuch der Geologie und Geognosie, p. 409. Pro- fil XXIX, ti7) Über Vorkommen des Porphyrs mit dem Steinkohlen-Gebirge: De

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Ein sonderbares Verhältniss ist das des Pörphyrs zum Todt- Liegenden. Dieses Gebilde ist offenbar in gar manchen Landstrichen ein Erzeugniss der Porphyre. Fr. Horrmann *) nimmt eine doppelte Entstehungsweise des rothen Todt-Liegenden an: x ° D) Aus einer grossen Sandstein- und Trümmer-Bildung; 2) aus der Bildung der Porphyre. PAPIERE Im ersten Falle wäre es unmittelbar, als auf neptuni- schem Wege entstanden, anzusehen; im zweiten Falle jedoch ist es als mittelbar durch plutonische Kräfte gebildet, zu betrachten‘ **), Das rothe Todt-Liegende namentlich ist an vielen Orten ein treuer Begleiter der Porphyre; oft finden wir diese Felsmassen gleichsam davon umringt: wenn Por- phyre in feuerig-flüssigem Zustande aus der Tiefe emporstie- gen, so umgaben sie sich, indem dieselben andere Ablage- rungen durchbrachen, mit einer Masse, die aus Fragmenten von Porphyren und der durchbrochenen Gesteine besteht. Leonnuarp macht in ‘seinem Lehrbuch für Geologie (p. 391. und 392), auf diese Entstehungs- Art des rothen TE Liegenden aufmerksam; er sagt unter Anderem: |

„Das rothe Todt-Liegende wird an Orten getroffen, wo kein Zechstein und Kupferschiefer vorhanden ist. Solche Breccien können wohl nicht als isolirte Glieder unserer

Gruppe (des Zechsteines und Todt-Liegenden) angesehen

Becne, Handbuch der Geologie, übersetzt von DEcHEN, p. 568. B. Corrs, über den Porphyr im Thüringer Wald, im Jahrb. für Min. 1833, p. 408—412. Verrueim, Beschreibung der Ge- gend von Halle, in Leonnarp’s Taschenbuch für Min. XVl, p. 339—393. BonnaArD, über das Erzgebirge Sachsens, ibid. XVIJ, p- 94 ff. C. v. OEysHausen, geognostische Beschreibung von Ober-Schlesien ; Porphyr-Gebirge , p. 338—347. Fr. v. OEyn- HAUSEN, in NoEGGERATHm’s „Gebirge in Rheinland-Westphalen“ ; ], p. 24 ff. |

?) Über die geognostischen Verhältnisse des nordwestlichen DECEARE landes ; 11, p. 571.

*#) Über Verhältniss des Porphyrs zum rothen Liegenden ; Fakısste: BEN, geognostische Arbeiten; IV, p. 111—118. De ıi Bechr, Handbuch der Geologie, übersetzt von Drcnen, p. 445—452.

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werden; sie scheinen ‚vielmehr in die Kategorie der Rei- bungs-Konglomerate zu gehören.“ | Trümmer-Gesteine, wie das rothe Todt-Liegende, sehen wir in unserer Gegend von Heiligkreeutzsteinach an über Altenbach : an. Dossenheim südlich vorbei, bis hinter Zund- schuchsheim. sich ziehen. Bei Hundschuchsheim erhebt sich der Porphyr aus dem bunten Sandstein. Sein Emportreten aus der Tiefe konnte “natürlich nicht ohne störende Einwirkungen auf diese Fels- art. bleiben.. Wir erkennen solches in dem Trümmergesteine, das von vielen für rothes Todt-Liegendes, von Andern für die unterste Lage des bunten Sandsteines gehalten wird, Es ist eine Breceie, welche gegen den bunten Sandstein zu, mehr den Charakter desselben trägt, während sie in der Nähe des Porphyrs vollkommen die Merkmale jener Porphyr-Konglomerate zeigt; in der Mitte hat die Breceie am meisten Ähnlichkeit mit rothem Todt-Liegendem, Der Teig dieses Konglomerates besteht aus buntem Sandstein, der an manchen Stellen schon in der Verwitterung begrif- fon ist; durch diesen Sandstein werden einzelne Porphyr- Stücke gebunden, die, bald grösser, bald kleiner, das Aus- sehen verschiedener Geschiebe, haben. Da, wo der Sand- stein schon mehr durch Verwitterung gelitten, während die härteren Porphyr- Stücke derselben Widerstand geleistet, stehen die einzelnen Porphyr-Brocken wie Zähne aus der Masse hervor. Das Merkwürdigste aber in unserem Kon- glomerate sind Bruchstücke von Granit, welche dasselbe einschiliesst, und die, von. der Grösse einer Wallnuss an, bis zu einem Durchmesser von einem Fuss vorkommen. Woher stammt dieser Granit! Wir sehen in der unmittel- baren Nähe von Zandschuchsheim keinen Granit anstehen auf der einen Seite finden. wir ihn erst bei Dossenheim, und auf der andern am Fusse des Zerligenberges und dennoch haben wir in dem befragten Konglomerate Bruchstücke, Ge- schiebe von Granit vor uns. . Der Granit muss also in der Tiefe vorhanden, der bunte ‚Sandstein demselben nur

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aufgelagert seyn. Der Porphyr, gewaltsam aus der Tiefe herauf steigend, riss auf seinem Wege Bruchstücke des Granites, den er durchbrach, los, und theilte dieselben, als er sich auch durch den bunten Sandstein erhob, der ihm natürlich geringeren Widerstand leistete, wie der Granit, dem Trüm- mergestein, mit dem er sich bei seinem Emporsteigen um- gab, mit,

| Haben wir nun dieses Konglomerat als rothes Todt- Liegendes, oder als eine Breccie, aus Sandstein, Porphyr und Granit bestehend, anzusehen$ Letzteres ist wohl das Wahre,

Die Verhältnisse, welche der Porphyr zwischen Allen- buch und Heiliykreutzsteinach darbietet, sind im Grunde die nämlichen, nur dass wir den Granit auf der einen Seite des Porphyrs anstehend finden, während auf der andern Seite, gegen Wilhelmsfeld zu, bunter Sandstein den Porphyr begrenzt. Auch jene Reibungs-Konglomerate vermissen wir zwischen Allenbach und Aeiligkreutzsteinach nicht; sie fin- den sich daselbst eben so ausgezeichnet, wie bei Hund- schuchsheim.

Noch aa einem andern Punkte unweit Zeidelberg dürfte Porphyr den bunten Sandstein durchbrochen haben; bei der Glashütte, unfern Ziegelhausen. Hier erhebt sich der Por- phyr dem Anscheine nach, ganz isolirt aus buntem Sand- stein; ich sage, dem Anscheine nach, denn in der Tiefe muss sicherlich ein Zusammenhang mit den Porphyren der Bergstrasse Statt finden. Auch hier fehlen jene Rei- bungs - Konglomerate nicht; sie sind jedoch von ganz an- derer Art, wie bei ZHandschuchsheim und Altenbach. Ein dunkel-rother Porphyr-ähnlicher Teig bindet einzelne Por- phyr- und Sandstein-Brocken. Die dunkle Farbe, so wie die Schwere der einzelnen Handstücke lässt auf einen nicht unbedeutenden Eisengehalt des Konglomerates schliessen; dieser Eisengehalt ist keineswegs als zufällig zu betrachten, da sich unweit der Glashütte, bei Stift Neuburg diese eisenreiche Quarze, Eisenkiesel, und einzelne Partieen

von Eisenglimmer finden.

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Von grösserer Wichtigkeit jedoch ist, dass weder in „diesem Konglomerate,: noch überhaupt in der Nähe der ' Glashütte Granit vorkommt; und dennoch kann der bunte Sandstein bei Zeegelhausen keineswegs zu sehr bedeutender Tiefe hinabreichen. Wir haben also unter dem bunten Sandsteine eine andere Felsart, und zwar eine abnorme zu suchen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Porphyr; denn wäre Granit in der Tiefe vorhanden, so würden wir ohne Zweifel Spurcn desselben im Konglomerate finden. Es ist also zu vermuthen, dass bei der Glashütte der Porphyr, ‚als neueres Gebilde den bunten Sandstein zum Theil ge- hoben, zum Theil durehbrochen habe.

Ähnliche Verhältnisse, wie die zwischen Porphyr und buntem Sandstein, finden sieh auch noch an andern Orten. So bietet uns der nahe Überrhein einen ganz analogen Fall mit dem bei der G@l/ashütle dar. Es ist die mäch- ‚tige Emportreibung des Porphyrs am Donnersberge. ÜUn- ‚ser Gestein erhebt sich hier zur Höhe von 2090 Fuss aus buntem Sandstein. Wir sehen, gleich wie bei Hand- schuchsheim und an der Glaskülle, ein Trümmer - Gestein, aus Porphyr- und Sandstein-Fragmenten bestehend, durch Porphyr- Masse gebunden; der Porphyr selbst wird reiner und dichter, je höher man emporsteigt und geht endlich in sogenannten Hornstein-Porphyr über *. Über- ‚haupt macht sich der Porphyr dureh sein Auftreten auf dem Überrhein nicht unwichtig. Er durchbricht bei Kreutz- nach den bunten Sandstein, und erreicht an dem Rhein- grafenstein eine Höhe von 654 P. F. **). Analoge Fälle, wie die zwischen Porphyr.und buntem Sandstein finden sich auch im Norden ***),

Noch weit häufiger als mit normalen, ist: das Vorkommen

*) Leonuarp, Fremdenbuch. für Heidelberg und die Umgegend; II, p- 359.

“*) Fr. v. Orynuausen, in3NoEsserATe’s „Rheinland-Westphalen;“ I, p- 220.

***) Naumann, Beiträge zur Kenntniss Norwegens; I, p-. 5- ff.

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des Porphyrs . mit abnormen Felsmassen. ' Unter den vulkanischen Gebilden stehen hauptsächlich zwei mit dem Porphyr in näherer Berührung ; diess sind Peehstein und ‚Melaphyr. air

Pecehstein durchbrieht den Porphyr bei Messsen; er hat einzelne Stücke desselben bei seinem Emporsteigen los- gerissen, in seine Masse aufgenommen und bedeutend ver- ändert; offenbar steht hier der Pechstein dem Porphyr an Alter nach *). Melaphyr bildet im Thüringer Wald Gänge im Porphyr, und schliesst Bruchstücke desselben ein. In Zyrol ist Melaphyr durch Porphyr, und durch, über demselben liegenden bunten Sandstein, gestiegen. Auch der Melaphyr ist hier folglich jüngeren Ursprungs, als der. Porphyr.

Unter gleichwichtigen Verhältnissen tritt der Porphyr mit plutonischen Gebilden auf; diess ist besonders bei eini- gen sehr' verbreiteten der Fall, während wieder andere höchst selten mit dem Porphyr in Berührung gefunden werden. Zu diesem gehört z. B. der körnige Kalk, dessen Be- deutung in jüngster Zeit so gesteigert wurde. Erst seit Kurzem ist ein Beispiel angeführt, dass Porphyr den kör- nigen Kalk durchbrochen hat. In der Gegend von Rede- !and nämlich, steigt Porphyr als eine etwa 70 F. hohe Kuppe, aus dem körnigen Kalk hervor **). Auch hier sehen wir jene Reibungs-Konglomeräte ; die Porphyr-Kuppe ist mit einer Breceie umgeben, die aus Bruchstücken von Porphyr und körnigem Kalk besteht.

Öfter als mit den bis jetzt erwähnten Felsarten plutoni- schen Ursprungs kommt Porphyr mit Glimmerschiefer, Gneiss und Granit vor,

Mit Glimmerschiefer finden wir unser Gestein im

*, B: Corta, im Jahrb. für Min. 1835, p. 519 und 520, und ibid. 1833, p. 409.

**, Lürke und Lupwis, geognostische Bemerkungen über die Gegen- den am nördlichen Abfall des Riesengebirges, in Karsten’s Archiv für Min. XI, p. 264 ff.

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Thüringer Wald, wo es durch grosse Spalten im Glimmer- schiefer aufgestiegen ist *), und in der Gegend von Tharandt zeigt sich Porphyr ebenfalls gangartig im Glim- merschiefer **),

Wichtiger ist das Verhältniss des Porphyrs zum Gneisse; dieser ist bei weitem unter allen Felsarten, abnormen und normalen, diejenige, mit welcher wir den Porphyr am häu- figsten treffen; einige Beispiele mögen diess darthan.

Herr v. Beust sagt über die Lagerungs-Beziehungen des Porphyrs zum Gneisse:

„Der Porphyr erscheint an vielen Punkten in der Ge- gend von Freiberg fest mit Gneiss verwachsen; man hat hieraus früher auf einen Übergang des einen Gesteines in das andere und auf gleichzeitige Entstehung derselben ge- schlossen; indess haben die Fortschritte der Geognosie dar- gethan, dass sehr viele Berührungs-Verhältnisse verschiede- ner Gesteine sich viel natürlicher durch Eindrängung einer neuern Gebirgsart in eine ältere erklären lassen ***).“ Auch die Breecien zeigen sich, und zwar oft sehr mächtig, zwi- sehen Porphyr und Gneiss bei Freiberg. Im Schlesischen Gebirge durchbricht Porphyr den Gneiss; dieser’ erscheint stellenweise als ein Konglomerat, er hält Porphyr-Bruchstücke eingeschlossen 7). Im Valorsine- Thal steigt, nach Necker DE SAUSSURE, Porphyr als ein Gang von grosser Mächtigkeit durch den Gneiss empor, und sendet in das Hangende und Liegende desselben kleine Gänge. Ferner zeigt sich Por- phyr gangartig im Gneiss in der Nähe von Tepktz 77), und zwischen Zharandt und Freiberg bestehen die Kuppen der meisten Gneiss-Berge aus Porphyr fir).

*) Krug von Nıpva ibid. p. 6 ff. | **) B. Corra, geognostische Wanderungen ; T, p. 30 ff. “=*) Porphyr-Gebilde, p. 38 ff. 7) Zogett und CarnarLt in Karsten’s Archiv, für Min. III, p. 3— 94 und 277—361. ii) Reuss ibid. XI, p. 283 ff. irrt) Bonnarn über das Erzgebirge Sachsens, in Leosuarv’s Taschenb. für Min. XVI, p. 94 f#. Ä Jahrgang 1839. A

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Auch in unserer Gegend findet ein Durchbruch des Porphyrs durch Gneiss statt; diess ist der Fall bei Zems- bach. Ersterer ist hier säulenförmig abgesondert; die Säu- len liegen wagerecht in der nur wenige Fuss mächtigen Gangspalte, und die häufigen Blasenräume sind mit ih- ‚ren längsten Achsen alle nach oben gekehrt *), Ein sehr merkwürdiges Beispiel der Kraft, welche Porphyre biswei- len bei dem Emporsteigen ausüben, führt Naumann an **), Im Tharandter Wald fasste der Porphyr, als er sich aus der Tiefe erhob, eine ungeheure Gneiss-Partie und keilte sie zwischen sich ein; der Gneiss ist so zertrümmert, dass er nur als Breceie erscheint. | eng

Weniger häufig, jedoch ebenso interessant sind die Fälle, wo Porphyr den Granit durchbricht; so unter an- dern im Thüringer Wald, im Erzgebirge Sachsens und in an- dern Landstrichen. Auch unsere Gegend zeigt mehrere hierher gehörige, überraschende und nicht unwichtige That- sachen. So durchbricht der Porphyr an verschiedenen Stel- len der Bergstrasse den Granit: bei Dossenheim, Schries- heim und Weinheim. Ein jeder dieser Punkte ist durch be- sondere Verhältnisse charakterisirt. |

Bei Dossenheim, an der Ruine Schauenburg, finden wir zuerst Porphyr und Granit zusammen. Die Burg selbst ist auf Porphyr gebaut, aber schon im Schlossgraben steht Granit an; Granit-Bruchstücke im Porpliyr erscheinen sehr gebleicht und zersetzt. In unmittelbarer Nähe des Granites sieht man übrigens auch den Porphyr verändert; je weiter er sich davon entfernt, desto dunkler wird seine Farbe und desto grösser die Festigkeit des Gesteines. Besonders deutlich lässt sich diess an den Porphyren in den Stein- brüchen bei Dossenheim wahrnehmen; sie zeichnen sich durch Härte aus und werden, wie schon gesagt worden, allen andern Porphyren der Bergstrasse zum Chaussee - Bau

*) Ob das Gestein von Hemsbach vielleicht als Melaphyr zu be- trachten sey, möge unentschieden bleiben. “w‘) Jahrb. für Min. 1832, p. 54 ff.

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vorgezogen. Bei Dossenheim dürfte der Porphyr den Granit in einzelnen Gängen durehbrochen haben, und möchten so jene ke- gelförmigen Hügel entstanden seyn, die man in der Nähe jenes Ortes wahrnimmt. Um Vieles bedeutender war ohne Zweifel die Kraft, mit welcher der Porphyr durch den Granit des Öl- berges bei Schriesheim emporstieg. Er ist hier am weitesten verbreitet (denn nur der vordere Fuss des Ölberges besteht aus Granit) und erreicht eine Höhe von 1342 P. F., wäh- rend der Granit bloss bis zu ungefähr 560 - 570 P. F. sich erhebt; denn die Sirahlenburg, die schon auf Porphyr steht, liegt 580 P. F. hoch, und in ihrer Nähe findet Begrenzung beider Gesteine Statt. Granit und Porphyr zeigen hier noch stärkere Spuren der Änderungen, die sie erlitten; denn durch die grössere Kraft, mit welcher der Porphyr allem Anschein nach hier den Granit durchbrach, mussten bedeutendere Um- wandelungen beider Gesteine bedingt werden. Besonders am Abhange des Ölberges zeigt sich in der Nähe des Granites der Porphyr ganz thonartig zersetzt und lässt auf den hef- tigen Widerstand schliessen, welchen der bereits erkaltete Granit dem noch feuerig-flüssigen Porphyr bei seinem Em- porsteigen leistete. Mit der Höhe nimmt jene Veränderung ab, und je weiter aufwärts, um desto mehr eignet sich der Porphyr wieder seinen gewöhnlichen Charakter an. Weiter gegen Allenbach zu, im Schleichwalde, finden wir Granit und Porphyr noch mehr verändert; doch scheint das Entstehen der Barytspath-Gänge von besonderem Einfluss gewesen zu seyn, denn in deren Nähe werden die Erscheinungen am auffallendsten. Zwischen Altenbach, Wilhelmsfeld und Aei- ligkreutzsteinach tritt der Porphyr im Ganzen unter den nämlichen Verhältnissen auf, wie wir sie bei Zandschuchs- heim gesehen haben; er durchbricht hier sowohl bunten Sandstein, als Granit, und wir finden jenes Porphyr - und Sandstein - Konglomerat wieder , welches man bei Zand- schuchsheim antrifft.

Bei Weinheim erhebt sich der Porphyr noch einmal

durch den Granit, und: zwar mit bedeutender Mächtigkeit; 4 Ds

im Allgemeinen zeigt jedoch die Gegend von Weinheim dieselben Phänomene, wie bei Schriesheim. Wir finden den Porphyr bei Weinheim zuerst im Gorsheimer- Thal, am Raubschlösschen; dann hauptsächlich am Wagenberge. Das Vorkommen der zu Speckstein umgewandelten Feldspath- Krystalle im Porphyr wurde bereits erwähnt; es ist diess eine in vielfacher Hinsicht merkwürdige Erscheinung. Hat man dieselbe als Folge der Verwitterung des Feldspathes oder als einen Austausch chemischer Bestandtheile anzuse- hen$ Wir bemerken an einzelnen Handstücken des Porphyrs vom haubschlösschen gleichsam verschiedene Perioden der Um- wandelung des Feldspathes zu Speckstein angedeutet; einzelne Krystalle jener Substanz sind noch gut erhalten, während schon andere auf dem Wege der Zersetzung begriffen, porös, erdig, noch andere hingegen völlig mit Beibehaltung der Form zu Speckstein umgewandelt sind. Konnte jene Umänderung des Feldspathes zu Speckstein auf einmal geschehen, oder gehörten vielmehr gewisse Zeiträume dazu$ Die so ver- schiedenen Grade der Zersetzung und Umwandelung schei- nen auf langsame und allmählich erfolgte Einwirkungen hinzu- weisen, Man kennt ähnliche Thatsachen in andern Gegenden. So berichtet BonnarD *) von einem Porphyr in der Gegend von Freiberg, der sehr reich an Feldspath-Krystallen ist, die theils aufgelöst, theils zu Speckstein umgewandelt sind. Denkwürdig ist hier noch, dass die Verwitterung der Kry- stalle stets im Mittelpunkte derselben ihren Anfang nahm, dass zuweilen die Mitte schon specksteinartig geworden, während das Äussere noch ganz gut erhalten ist. Der. Porphyr in der Gegend von Zeplitz bietet ähnliche Bei- spiele dar **), und NEcKER DE Saussure hat dieselben Phä- nomene an Porphyren auf den Zebriden beobachtet ***). Auch an Graniten hat man diese Umwandelung bemerkt, so

*) Taschenbuch für Miu. XVI, p. 102 fl. “*) Reuss, in Karstens Archiv für Min. XI, p. 290 ff. “*?) Voyage en Ecusse et aux iles Hebrides, vol. Il, chap. I, p. 233 et 234. |

in der Gegend von Carlsbad *); und bei gewissen Graniten und Syeniten des Harzes soll sie gleichfalls vorkommen. Jedenfalls bleibt die Umwandelung des Feldspathes zu Speck- stein etwas Räthselhaftes, während andere Umänderungen, wie z. B. die der Kupferlasur zu Malachit, jene des Roth- Kupfererzes zu Malachit, die von Eisenspath zu Braun- Eisenstein, die von Eisenkies zu Braun-Eisenstein u. s. w. leichter zu erklären sind, da die chemische Verwandtschaft der genannten Mineralkörper eine so nahe ist, was bei Feldspath und Speckstein gerade nicht der Fall **).

Am Wagenberge bei Weinheim macht Porphyr den obe- ren Theil des Berges aus, während Granit den Abhang desselben bildet. Der Porphyr erreicht eine bedeutende Höhe und zeigt auf dem Gipfel des Berges säulenförmige Absonderung.

Die Verhältnisse bei Dossenheim, Schriesheem und Wein- heim sind also im Allgemeinen dieselben: dass der Porphyr als jüngeres Gebilde den Granit durchbrochen habe, liegt ausser allem Zweifel; ebenso dass er mit den Porphyren bei Landschuchsheim und der Glashütte in gewisser Verbin- dung stehe; ob jedoch alle diese Porphyre von gleichem Alter seyen, ist die Frage.

- Wenden wir uns nun zu einigen Betrachtungen über den Barytspath und sein Erscheinen im Allgemeinen und Besondern. Es ist der Barytspath eines jener Mineralien, deren Verbreitung man gerade nicht eine allgemeine nen- nen könnte, obwohl wir ihn an manchen Orten in über- grosser Menge finden, so lassen dagegen manche Landstriche denselben ganz vermissen; in Norwegen und Schweden ist der Barytspath sehr seiten ***); dessgleichen in der Schwestz.

Was die Art und Weise des Auftretens unseres Mi-

nerals angeht, so erfüllt dasselbe wie bekannt, Gang-Räume,

*) Zipper, im Jahrb. für Min. 1836, p. 553. **) Ausführlicheres über Pseudomorphosen s. Haıpinser in Possen- DORFF'S Annalen der Phys. und Chem. XI, p. 172 ft. ”**) Hausmann, Reise durch Skundinavien, 11, p. 225.

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in älteren und jüngeren, in neptunischen und vulkanischen Gebilden, und erscheint daselbst auf die verschiedenar- tigste Weise. Das Vorkommen des Barytspathes in normalen Felsmassen lässt in vielen Fällen auf seinen neptunischen Ursprung schliessen; wir sehen ihn jedoch zuweilen hier auch unter so eigenthümlichen Verhältnissen, dass die Art | seines Entstehens mehr oder weniger zweifelhaft wird. Was die normalen Gebilde betrifft, so findet man den Ba- rytspath hauptsächlich in Sandsteinen und Kalken verschie- denen Alters. Bei Waldshut am Rhein kommt ein bunter Sandstein vor, der in seinen Drusenräumen ausser @uarz-, Kalk- und Flussspath- auch Barytspath-Krystalle enthält. Auf Ablösungs-Flächen der Versteinerungen eines Muschelkalkes fand Naumann Barytspath-Krystalle *). Bei Wiesloch unfern Heidelberg schliesst der Muschelkalk in Drusen Krystalle von Kalk - und von Barytspath ein, und bei Bunz in Fran- ken trifft man Barytspath als Versteinerungs-Mittel von Holz und von Ammonites costatus in der Lias-Formation. Im Roth-Liegenden findet sich hin und wieder Barytspath auf Gängen, welche mitunter 8-12 Zoll Mächtigkeit haben **). Besonders merkwürdig aber ist sein Vorkommen in verstei- nerten Holzstämmen, die im Roth-Liegenden enthalten sind ***), Diese Stämme zeigen sich mit einer Konglomerat- artigen Rinde überzogen, welche theils auch aus Quarz und Eisenkiesel besteht, und schliessen im Innern, am Kern des Holzes, Barytspath ein, der eine Stärke von I—14 Zollen erlangt. Noch eigenthümlicher ist das Auftreten des Baryt- spathes mit Kohle, das in neuerer Zeit nachgewiesen wurde. So setzt nach Warsox in der Kohlen-Grube Wa- tergale-Pit zu Middle- Hulton bei Bolton ein einen Zoll mächtiger Gang von krystallisirtem Barytspath, unregelmäs-

sig mit kohlensaurem Kalk gemengt, durch die Kohle f).

*) Zeitschrift für Mineralogie, 1825, p. 300.

““) FREIESLEBEN, geognostische Arbeiten, IV, p. 130. “*#) Ibid. IV, p. 172. »

7) Jahrb. für Min. 1831, p. 194.

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Einen ähnlichen Fall führt Henr an. Der Sandstein hei Esslingen im Würlembergischern wird von Braun- und Pech- Kohle durchzogen; in ‘diesen Kohlen und deren Klüften findet sich Barytspath, theils faserig, theils krystallisirt *), Thatsachen, wie die erwähnten, weisen auf einen nep- tunischen Ursprung des Barytspathes hin, wir sehen aber denselben auch in normalen Felsmassen auftreten, wo er höchst wahrscheinlich dennoch plutonischer Herkunft ist. Ein denkwürdiges Beispiel gewährt der Zarz, wo (in der Nähe von Clausthal) der Barytspath den Rauhkalk Zechstein- Dolomit überlagert. Ohne Zweifel ist der Barytspath durch den Zechstein-Dolomit in feuerig-Hüssigem Zustande

emporgestiegen, und hat sich gleichsam über diesen ergos-

sen **). Nieht minder merkwürdig ist das Vorkommen des Barytspathes in Chalcedon-Nieren aus dem Mandelstein des Pressbornes bei Jefeld. Derselbe findet sich in solchen Chalcedon-Nieren in sehr kleinen, aber scharf ausgebilde- ten Krystallen, vereint mit Kalkspath, Braunspath, Ametlıyst und Manganerzen.

Von abnormen Gebilden führen gar manche Barytspath. So enthält der Porphyr bei Tepklz an vielen Punkten Trüm- mer des Minerals ***). Im Porphyr von Gablau in Schle- sten kamen früher bedeutende Massen von Fluss- und Baryt- spath vor }). An vielen Orten bildet letzterer Gänge im Glimmerschiefer, Gneiss ff) und in andern Gesteinen feue- rigen Ursprungs. Aus solchen Thatsachen allein dürften wir uns jedoch nicht berechtigt achten, auf plutonische Herkunft des Minerals, von welchem die Rede ist, zu schlies- sen. Der Barytspath ist ferner sehr erzführend; er bildet in vielen Gegenden die Gangart der wichtigsten und reichsten

*) Jahrb. für Min. 1838, p. 119. **) ZIMMERMAnN, das Harzgebirge, 1, p. 151. “*®) Naumann im Jahrb. für Min. 1825, p. 289 ff. 1) L. v. Buch, geognostische Beobachtungen, I, p. 63 ff. ++) Über Vorkommen des Barytspathes s. LeonsaRrD, topographische Mineralogie, I, p. 38 ff.

ne

metallischen Lagerstätten. So sehen wir, um nur einiger Beispiele zu gedenken, in Schlesien in dem Porphyr einen mehr als 1 Lachter mächtigen Barytspath-Gang mit Roth- Eiscnrahm und Eisenglimmer *), und an einem andern Orte in Schlesien tritt Barytspath gleichfalls im Porphyr mit Bleiglanz, Fahlerz und Blende auf **), Merkwürdig ist das Vorkommen des Barytspathes mit Magneteisen unfern Ulefoss in Norwegen. Er erscheint daselbst auf einem Gang zwischen kleinen Krystallen von Magneteisen ***). In der Gegend von Canioglia in Piemont bildet Barytspath, in Ge- menge mit Magneteisen, einen 2 Fuss mächtigen Gang im körnigen Kalk, Die reichen Quecksilber-Erze, welche im Porphyr des Königsberges bei Wolfstein in Rheinbaiern brechen, sind von Barytspath begleitet }), der viel Ähnliches mit dem von Schriesheim zeigt; er ist, wie dieser, häufig mit Chaleedon und Braun-Eisenstein überzogen.

Das Beisammenseyn des Barytspathes mit Erzen so verschiedener Art in Gangräumen deutet auf seine pluto- nische Bildungsweise hin. Oft haben wir denselben ganz entschieden für jünger anzusehen, als die Gesteine es sind, zwischen welchen er seine Stelle einnimmt. Er ok BkAU- MONT sagt in seinen Beobachtungen über die Geschichte der Berge in Oisans Folgendes: „Die Art und Weise, wie der Barytspath und die metallischen Substanzen auftreten, ma- chen es glaubhaft, dass diese zwischen dem Granit und den geschichteten Felsmassen eingedrungen sind und die Ablösung beider haben gleiehsam verkitten helfen“ 7). Un- sefähr in ähnlichem Sinne urtheilt Fourxer fj7). Ezuusrea vEL BaYo bemerkte eine sehr interessante Thatsache, welche

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“) ZogeLL und CarnALL in Karstens Archiv für Min. Il, p. 351. “") Ibid. p. 339. "”*) Hausmann, Reise durch Skandinavien, 1, p. 225. T) Fr. v. Orynmausen in Norseszrarn’s Rheinland-Westphalen , 1, p- 252 und 253, ir) Jahrb. für Min. 1837, p. 372. it) Annales de Chimie et Phusique, VI, p. 291—303.

wir ganz gut auf die Barytspath-Gänge bei Schriesheim an- wenden können: „Nach Versuchen, die ich anstellte,“ so sagt er, „enthält der Porphyr der Grube Elisabeth bei Frei- berg im Zentner 4 Loth Silber; es ist diess eine der gros- sen Massen oder Gänge im Porphyr, die im Gneiss aufsetzen. Die untersuchten Handstücke wurden aus 100 Lachter Teufe genommen von dem Kontakt - oder Kreutzungs-Produkt mit dem erzführenden Gange. Sollte man nicht von jener Thatsache den Schluss ableiten können: die Erzgänge seyen neuer als die Emportreibungen der Por- phyre!« *),

Dass der Barytspath bei Schricsheim ein Erzeugniss der Schmelzung sey, wird ferner durch das Schlacken-artige Aussehen der Eisenkiesel-Massen und durch die Art und Weise, wie die Barytspath-Krystalie darin eingeschlossen liegen, in hohem Grade wahrscheinlich. Es war von letzte- rem Phänomen im Vorhergehenden bereits die Rede. Aber auch die Eisenkiesel-Massen tragen oft unverkennbare Spu- ven der Einwirkung von Feuer, Die Zerrüttungen, die Veränderungen, welche Porphyr und Granit da erlitten ha- ben, wo Barytspath-Gänge in ihnen aufstiegen, machen es ebenfalls klar, dass diese Gänge keineswegs zu gleicher Zeit mit den Porphyren entstanden, dass die Porphyre sehon mehr oder weniger erkaltet und in festem Zustande gewe- sen, als jene feuerig-flüssigeu Barytspath-Massen sich zwi- schen ihnen emperdrängten. Endlich sprechen die, oben schon erwähnten, aufwärtsgehenden Ausläufer iu dem einen der Schriesheimer Barytspath-Gänge deutlich für dessen Ein- porsteigen aus der Tiefe.

Aus dem bis jetzt Vorgetragenen ergibt sich, dass der Porphyr als jüngeres Gebilde die Granite und an einigen Stellen auch die, über denselben liegenden bunten Sand- steine durchbrochen habe.

Wir sehen folglich hier den Satz vestätigt, dass Porphyre

”) Jahrb. für Min. 1833, p. 180.

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jünger sind, als Granite; doch gibt es auch Ausnahmen dieser ziemlich allgemeinen Regel. So führt BerTrAnD- Gzszin einen Fall an, wo Granit den Feldstein - Porphyr durchbricht, folglich neueren Ursprungs ist *).

Eben so verhält es sich in Betreff des relativen Alters zwischen buntem Sandstein und Porphyr: in manchen Ge- birgen ist letzterer sicherlich älter, wie jenes normale Ge- bilde, der bunte Sandstein muss als eine Auflagerung betrach- tet werden. In andern Landstrichen hingegen ist der Porphyr ohne Zweifel viel jünger, als der bunte Sandstein. Beispiele gewähren uns der Domberg bei Suhl, der Donners- berg, die Gegend von Kreutznach und wohl bei weitem die meisten Örtlichkeiten der Bergstrasse. Übrigens sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Porphyre selbst an Alter ver- schieden; manchfache nicht unwichtige Thatsachen sprechen für diese Annahme, So ist namentlich bei den Porphyren der Gegend von Äerdelberg und längs der Bergstrasse hin die Verschiedenheit der Masse an den einzelnen Punkten merkwürdig, und erinnert uns unwillkürlich an gewisse bekannte Phänomene der Trachyte des Stebengebirges. Wie durchaus verschieden , selbst in Handstücken, zeigen sich die Trachyte vom Drachenfels, vom Stenzelberg, von der Wolkenburg u. s. w. Der eine Punkt ist dureh diess, der andere durch jenes besondere Merkınal charakterisirt; hier sehen wir lichte, dort dunkle Farben; hier nehmen wir schöne Feldspath-Krystalle in dem Trachyt-Teig wahr, wäh- rend wir sie an einem andern Orte nur sehr sparsam tref- fen oder gänzlich vermissen, und das Gestein dagegen mehr oder weniger reich an Hornblende finden. Ebenso verhält es sich mit den Porphyren der Bergstrasse. Wer die ver- schiedenen Abänderungen der Felsarten, die hier auftreten, genau beobachtet, kann kaum einen Porphyr von Dossen- heim wit einem von Schriesheim, oder einen von der Glashülte mit einem von Weinheim verwechseln. Wie im Siebengebirge

”) Jahıb. für Min. 1837, p. 216 und 217.

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bei den Trachyten, so finden wir in der Bergstrasse die Porphyre bald liehter, bald dunkler gefärbt, die einen sind mehr durch ausgebildete Feldspath-Krystalle bezeichnet, in andern walten Quarzkörner vor u. s. w. Sollte nicht die Farben-Differenz der Grundmasse bei unsern Porphyren ei- nigermassen mit deren ungleichen Alter in Beziehung stehen? Die am dunkelsten gefärbten Porphyre dürften meist zu den älteren gehören.

Eine grosse. Schwierigkeit, der wir namentlich bei Schriesheim begegnen, bieten die Übergänge einer Felsart in die andere dar; bier sind solche Erscheinungen beson- ders häufig wahrzunehmen, und die Untersuchung und Be- stimmung der Gesteine ist darum oft mit den grössten Schwierigkeiten verbunden. Nach manchen Geologen rüh- ren solehe Übergänge von einem allmälich Statt gefundenen Wechsel ihrer bildenden Theile her. Hausmann *), indem er die Übergänge einer Felsart in die andere mehr von ‚chemischem Gesichtspunkte aus betrachtet und die Porphyre besonders dabei berücksichtigt, sagt unter andern: „Noch ein Umstand scheint auf die vorherrschende krystallinische Bildung der plutonischen Massen von besonderem Einfluss gewesen zu seyn, nämlich das bedeutende Vorwalten der Kieselerde; es wurde dadurch die Bildung mehrerer Silikate bewirkt, welche durch grosse Krystallisations-Tendenz sich auszeichnen, des Glimmers und Feldspathes, und bei einem Überschusse von Kieselerde konnte die ganze Masse doch in krystallinische Verbindungen aufgehen, indem dann die freigewordene Kieselerde sich als Quarz aussonderte. Mit Verminderung des Kieselerde- Gehaltes trat auch bei den plutonischen Massen Verminderung der Tendenz zur che- mischen Individualisirung und krystallinischen Bildung ein, wie solches an den amphibolischen und pyroxenischen Ge- birgsarten wahrgenommen wird. Dieselbe Wirkung erfolgte freilich auch bei sehr grossem Übermasse von Kieselerde,

*) Hausmann: de usu experientisrum metallurgiear um ud desquisitio- nes gevloyicus adjuvandas.

wodurch hauptsächlich die Bildung von Eurit- und Horn- stein-Porphyren veranlasst wurde.“ |

Auf diese Weise mussten also, je nei ein oder das andere Material bei der Bildung von Felsarten in grös- serer Menge vorhanden war, die verschiedenen Mittelglie- der entstehen, deren Bestimmung in nicht seltenen Fällen sehr misslich ist. So bemerkt Kuprrer von dem Hornblende- schiefer, Diorit und Serpentin im Ural, dass diese drei Felsarten auf so manchfache Weise in einander übergingen, dass es schwer sey, sie in der Beschreibung zu trennen *).

Merkwürdig ist endlich noch das ausschliesslicehe Auf- treten des Porphyrs an der Grenze des Odenwaldes gegen die Ebene hin: im ganzen innern Gebirge finden wir sonst keinen Porphyr anstehend, und bloss am Abhange der Odenwälder-Höhen haben wir die verschiedenen, geschilder- ten Porphyr-Partie’n. Sollte wohl nicht der Porphyr den- noch in der Tiefe unseres Gebirges seinen Sitz haben, und hier dessen Verbreitung vielleicht weit grösser, weit be- deutender seyn$ Wir werden an das Vorkommen des Me- iaphyrs erinnert, welcher sich auf ganz analoge Weise an dem Fusse der Alpen zeigt. „Durch den Zusammenhang der Augit-Porphyre am südlichen Rande der Alpen-Kette“ sagt I,roroLD von Buch „wird aufs Neue ein allen Gebirgs- reihen gemeinschaftliches Gesetz bestätigt, nämlich: dass Augit-Porphyre am Fusse der Kette da erscheinen, wo ihr Abfall das flache Land berührt.“ Lassen sich diese ge- wichtigen Worte auf das Erscheinen der Porphyre des

Odenwaldes anwenden Werden wir nicht zur Volgerung

geleitet: dass Porphyre an vielen Stellen des Odenwaldes herrsehend und dureh sie die Erbebungen des Gebirges vorzugsweise bedingt worden seyen ?

“) PosgEnvorrr's Annalen der Physik, XVI, p. 260 285.

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Briefwechsel.

Mittheilungen an den Geheimenrath v. LEONHARD gerichtet.

Capstadt, 21. Juli 1838 *).

Meinen bisherigen Aufenthalt habe ich besonders dazu benützt, das Cap-Distrikt in geologischer und geognostischer Hinsicht genau zu un- tersuchen und einige Suiten zu sammeln. Ich theile Ihnen das Resul- tat meiner Forschungen in gedrängter Kürze mit.

Wie aus den Beschreibungen des Kapitän Hirn und Anderer be- kannt, so besteht das denkwürdige Vorgebirge aus Granit, Gneiss, Grauwacke, Thonschiefer und Sandstein.

Die geognostischen Verhältnisse der Umgegend der Capstadt sind in mehreren Schriften genau beschrieben. Besonders merkwürdig ist das Emporsteigen eines Dolerit- Ganges durch Granit, wie Sie sogleich hören sollen.

Der Löwenschwanz, der östliche Fuss des Löwenkopfes, die Basis des Tafelberges und des Teufelsberges bestehen aus Thonschiefer, wel- cher mit Grauwacke wechselt, das Streichen derselben ist von hkor. 11 und 12 und ihr Fallen von 45° zu 85° in Osten variirend und sich dem Seigern nährend. Beide Felsarten sind reichlich von Quarz - Gängen durchzogen; der Thonschiefer, welcher nicht sehr mächtig ist, geht, je näher er an den Granit bei Green-Point längs der Meeresküste sich hinzieht, in ein Schalstein-artiges Gestein über.

Bei Green-Point hat Granit den Thonschiefer und Grauwacke durch- brochen und einzelne Bruchstücke beider Felsarten in sich aufgenom- men. Der Granit zeigt sich selbst an manchen Orten verschieden, be- sonders wird der Glimmer fast gauz vermisst. Letzteres ist bei dem

*) Auszug eines an Herrn Bergrath Dr. Heut in Stuttgart geriehteten und von die sen zum Abdrucken gefällig mitgetheilten Briefs.

Schalstein nicht der Fall, welcher sehr reich an Glimmer ist; über- haupt zeigt dieser Schalstein sehr viel Analoges mit Gneiss. Granit und Schalstein gehen häufig in einander über [?] und sind vielfach verzweigt; ersterer, dem, wie oben bemerkt, der Glimmer fast ganz fehlt, besteht fast vorberrschend aus Quarz und Feldspath. In der Nähe des Schal- steins führt der Granit sehr schöne Turmalin- Krystalle, von welchen ich einige ausgezeichnete Exemplare mit Endflächen fand. Weiter gegen die Van-Camps-Bay, an der Küste hin, wird der Granit grobkörnig; er

zeigt sich an dem Meeres - Ufer in grossen Blöcken, welche zur Zeit

der Fluth von den Wellen bespült werden. In diesem grobkörnigen Granit finden sich Feldspath-Krystalle, Zwillinge, welche oft eine Länge von erlangen. Thonschiefer und Grauwacke ziehen sich durch den Löwenschwanz, am nördlichen Abhang desselben, östlich am Fuss

der sogenannten Klooft (ein Berg- Pass, zwischen dem T'afel- und

Löwenkopf) den Tafelberg entlang, um den Teufelsberg in einem Um- kreise von 4 Stunden, immer von N. nach S. In der Klooft und am Fusse des Tafelberges hat der Granit Grauwacke und Thonschiefer durchbrochen; die Phänomene sind dieselben, wie bei Green-Point. An der Küste und in der Nähe der Klooft hat der Granit, besonders an der Grenze gegen den Schalstein, Schichten-ähnliche Absonderung. Der Granit zieht sich, ausgezeichnet durch Feldspath-Zwillinge, durch die Van-Camps-Bay die Küste entlang, in sehr verwittertem Zustand. Am Tafelberg und am Löwenkopf findet er sich in grossen Blöcken. Am Teufelsberg wird er aber vermisst. Die Kuppen des Löwenkopfes; Tafel- und Teufels-Berges bestehen aus buntem Sandstein, der sich in mächtigen, söhligen Schichten zeigt. Derselbe liegt am Löwenkopf und Tafelberg auf Granit, an dem Teufelsberg aber auf Thonschiefer. Die untersten Lagen des bunten Sandsteins sind sehr weich, mergelartig und von den anschlagenden Wogen vielfach ausgehöhlt.

Ich habe nun der Dolerit-Gänge, welche nicht nur den Granit (wie

man bisher fand), sondern auch den Thonschiefer und die Grauwacke

durchbrochen haben, zu erwähnen. Zwischen Green-Point und der Var- Camps-Buy, nordwestlich vom Löwenkopf unweit des Meeres, erheben sich zwei, kaum 100 Schritte von einander entfernte, Dolerit- Gänge durch den Granit; der eine Gang ist mächtig, und der andere 20°; beides in der 11. Stunde streichend, verlieren sich in dem Abhang des Löwenkopfes und treten erst an der westlichen Seite der Klooft wieder zu Tag. Noch andere, vielfach verzweigte und gewundene Dolerit- Gänge durchsetzen den Granit an der Klooft. Der Dolerit ist, beson- ders in der Nähe des Granites, kugelig abgesondert; der Granit hat keine Störungen erlitten. Am Tafelberg kommt kein Dolerit vor; aber an dem N.N.W. Abhang des Teufelsberges bat ein häufig gewundener und zerstörter Dolerit- Gang die Schichten des Thonschiefers und der Grauwacke durchbrochen. Dieser Gang tritt, erst nur mächtig, aus einer Bergschlucht hervor, erlangt später eine Mächtigkeit von 15‘, und verliert sich in’s Gebirge. Hier zeigt auch der Dolerit säulenförmige

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Absonderung und ein breites, schwarzes, glänzendes Saalband; die Farbe rührt wahrscheinlich von Eisenoxydhydrat ber. Grauwacke und Thonschiefer haben hier keine Veränderungen erlitten; ungefähr 30° hö- her ist die Grenze des bunten Sandsteines und des Thonschiefers. Nördlich von der Capstadt erheben sich mehrere Hügel bis zu 30° Höhe, welche aus einem jüngeren Meereskaik bestehen; dieser führt zwei Arten von Helix, welche noch lebend daselbst vorkommen. Die- ser Meereskalk ist gelblichweiss, feivkörnig und ziemlich hart; er zeigt viel Ähnliches mit dem Wiesenstaiger Süsswasserkalk.

In der Kolonie finden sich noch Trigonotreten- Spezies, Pentakrini- ten u. a.; am Tiyerberg kommt Braunkohle vor. Von allem diesem sollen Sie später hören.

FERDINAnD Krauss,

ur Freiberg, 20 Oktober 1838.

Während des verflossenen Sommers haben mich das Böhmische Erzgebirge und das Mittelgebirge beschäftigt. Im Bereiche des erstern war mir besonders interessant , die Fortsetzung der in Sachsen durch v. Beust nachgewiesenen gangartigen Porphyrzüge bis an den Fuss des Gebirges verfolgen zu können. Namentlich erstrecken sich die bei- den Syenitporphyr-Züge, welche in der Gegend von Dippoldiswalde be- ginnend, einerseits nach Zinnwald, anderseits nach Zaunhaus bis an die Sächsische Gränze bekannt waren, auf Böhmischer Seite ununter- brochen fort, bis sie in der Ebene des Teplitzer Bassins zugleich mit den übrigen, sie einschliessenden Gesteinen verschwinden. Dabei muss es gewiss recht einleuchten, wie dieser Syenitporphyr eine eigenthüm- liche, vom Granite wie vom Felsitporphyre verschiedene Bildung sey, wenn man sieht, wie seine Züge den in ihrem Wege vorliegenden Gra- nit und Felsitporphyr eben so bestimmt durchsetzen, als den Gneiss selbst. Wenigstens wird es sehr schwer, der Ansicht von gegenseitigen Übergängen beizustimmen, wenn man diese langen Streifen eines, in seiner ganzen Ausdehnung so völlig gleichartig erscheinenden Gesteines ihren Weg ungestört durch drei Gesteine von so verschiedenartiger Beschaffenheit und Entstehungszeit verfolgen sieht.

Für die genauere Bestimmung der Erhebungen des Erzgebirges dürften gleichfalls manche Thatsachen gewonnen worden seyn, und ich denke, es werden sich Beweise dafür liefern lassen, dass die letzte und grossartigste Erhebung desselben erst nach der Braunkohlen- Formation und wahrscheinlich durch dieselben plutonischen Kraft- äusserungen erfolgt sey, welche die Reihe der höchsten Phonolithkegel des Mittelgebirges lieferte. Die hierher gehörigen Erscheinungen wer- den Sie theils bildlich in der, zum nächsten Frühjahre herauskommenden Sektion XI (Teplitz) unserer geognostischen Charte, theils schriftlich in ‚den später dazu erscheinenden Erläuterungen dargestellt finden.

Dass die Sektionen unserer Charte noch so leidlich rasch auf ein- ander folgen, verdanke ich vorzüglich der unermüdlichen Thätigkeit meines Mitarbeiters, des Dr. Corra, welcher alljährlich den grösseren Theil des Sommers auf geognostischen Reisen zubringt und solcherge- stalt zur Revision und Ergänzung der vorhandenen Originalcharten vie] mehr beiträgt, als ich es, bei mancherlei anderen Berufsarbeiten, ver- möchte. Wüsste ich nur seine Mitwirkung bis zur Beendigung des Ganzen gesichert! |

C. F. Naumann,

Hildesheim, 20. Oktober 1838.

So eben von einer Reise zu den dissjährigen naturhistorischen Ver- einigungen in Bruntrut, Basel und Freiburg zurückgekehrt, erlaube ich mir die Mittheilung einiger Beobachtungen, welche namentlich für Freunde der Versteinerungskunde vielleicht einiges Interesse haben werden.

Zuerst bei Bruntrut den Jura der Schweitz durchwandernd, setzte mich zunächst die Übereinstimmung zwischen den dortigen und nord- deutschen Versteinerungen des jüngeren Oolithen-Gebirges in Erstaunen; ausser Spondylus inaequistriatus findet sich im dortigen Portland- Kimmeridge-Kalke kaum ein einziges Petrefakt, welches nicht auch der und Norden Deutschlands darböte; eine Übereinstimmung, welche um so auffallender erscheint, als diese Formation im Schwäbischen und Frän- kischen Ovlithen- Webirge fast ganz unentwickelt geblieben ist. Fast gleiche Ähnlichkeit zeigen die Versteinerungen des Coralrags, welcher dort freilich wohl etwas ärmer seyn dürfte; Entschädigung dafür leisten die zahlreichen Schätze des Oxford-Thons, welcher hier fast nur durch den unteren Coralrag vertreten wird; noch abweichender werden die fossilen Überreste im unteren Oolithe, wie denn bei dessen Ablagerung an allen nur etwas entfernten Punkten sehr verschiedene Verhältnisse eingewirkt und sowohl das entstehende Gestein, wie das organische Leben modifizirt zu haben scheinen. Als Gegensatz hiezu herrscht in der Liasbildung des Kontinents sowohl, als Englands wieder die grösste, oft überraschende Übereinstimmung; fast jede Schicht, fast jede Ver- steinerung desselben möchte man an allen Punkten wieder auffin- den können.

Der Berner Jura ist sehr reich an Versteinerungen; man sieht diess am leichtesten in der schönen, übersichtlichen, von Herrn Professor THur- MANN angelegten Sammlung im Seminar zu Bruntrut. Besonderes In- teresse gewährten mir darin einige sehr schöne Exemplare des Trichites; sie sind breit eirund, etwas dreiseitig und zeigen ein sechs Linien breites, Austern-artiges Schloss und einen grossen, nach vorn belegenen, runden Muskular-Eindruck; der Byssus-Ausschnitt ist nicht deutlich, die Scha- len sind nicht gefaltet: eine audre im Museum zu Strassburg aufbewahrte

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Form vom Montbeliard ist dagegen länglicher, mehr Mytilus - artig und fast wie Ostrea Marshii gestaltet.

Noch reicher ist die Sammlung zu Solothurn; aber es fehlt der ord- nende Geist, es ist dort eben nur gesammelt. Die dasigen Schildkröten aus der Portland -Bildung sind das Schönste, was man in dieser Art sehen kann; fast Wunder, dass das fleischige Thier selbst verschwunden ist. Noch grösseres Interesse gewähren freilich die aus gleicher Ge- birgsart dort aufbewahrten Zähne höherer Thierformen, welche im Ver- eine mit den bei Stunesfield aufgefundenen und von Herrn Professor Buckzann in Basel theilweise vorgezeigten wohl kaum mehr bezweifeln lassen, dass auch schon zur Zeit der Jura-Bildung wirkliche Säugethiere gelebt haben.

Weniger zahlreich, aber gleich werthvoll ist die Berner Petrefakten- Sammlung, durch die unendliche Bebarrlichkeit des Herrn Professors STUDER zur jetzigen Vollständigkeit gebracht. Nirgends wird man gleiche Vollständigkeit der so seltenen und noch seltener gut erhaltenen Alpen - Petrefakten finden; man sieht dort eine bedeutende Suite der -Molasse- und Kreide - Versteinerungen, und unterscheidet leicht die des Portlands, des Coralrags, Oxford-Thons und oberen Lias, findet aber keine des unteren Ooliths und älteren Lias.

Erstaunt war ich durch den Anblick zahlreicher Cyrenen und Po- tamiden, welch» theils bei Entrevernes unweit Annecy und bei Bol- tingen im Simmen-Thale gefunden sind; das Gestein, welches sie ein- schliesst und auch Kohlenflötze führt, so wie dessen muldenförmige, un- zweifelhafte Ablagerung über Portlandkalk, gaben mir die Gewissheit, dass die Wälderthou - Bildung nicht auf England und den Norden Deutschlands beschränkt, sondern auch in den Alpen abgelagert sey. Der Herr Professor Sruper versicherte später, den Mytilus pecti- natus nicht nur im Liegeuden, sondern auch im Ha,ygenden der Koh- len und Cyrenen gefunden zu haben; es dürfte hiebei aber wohl ein Irrthum obwalten, oder eine Verwerfung der Schichten bei näherer Un- 'tersuchung nachgewiesen werden. |

Unter diesen Weald-Versteinerungen zeichnete sich auch eine schöne Ampullaria aus; sie ist etwas länglicher als die A. depressa Lamk., hat 4—5 gewölbte Windungen, ist am Grunde der letzten deutlich ge- kantet, hat eine länglich verkehrt-eirunde Mündung, einen breiten, ver- dickten linken Mundsaum, zeigt kaum eine Spur eines Nabels und wird 13 Zoll lang. Sie ist die erste Ampullaria dieser Formation, findet sich nach der Strassburger Sammlung auch bei Gap in den westlichen Alpen, und ich habe sie nach meinem lieben Freunde Ampullaria Studeri genannt [vgl. S. 68, £.].

Interesse gewährten mir in dieser schönen Sammlung noch wegen ihres Vorkommens ein Baculites aus dem Coralrag von Chätel St. Denys und eine Nerinea aus dem Hippuritenkalke ; da sich in der Frei- burger Sammlung auch Nerineen aus dem Hauptroggensteine von U/ff- hausen finden, so erweitert sich der Horizont dieser letztereu Gattuug,

Jahrgang 1839. 5

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welche anfangs auf Portland und Coralrag beschränkt schien, sehr bedeutend. Die reiche Sammlung in Basel ist leider noch nicht ganz bearbeitet und ist nach Formationen gesondert, was die Übersicht sehr erschwert; als Curiosun führen wir daraus an eine Östrea explanata, in welcher eine grosse, schön erhaltene Perle sitzt; es möchte bisher wohl die älteste seyn.

In Freiburg wird die so reiche, schön aufgestellte und durch die Güte ihres Begründers, des Herrn Professors Fromurrz so leicht zu- -gängliche Sammlung der Versteinerungen des Breisgaues gewiss Je- den erstaunen; sie zeigt kein Petrefakt des Portlands und nur sehr wenige des Coralrags, ist aber an denen des unteren Ooliths und Lias desto reicher.

Interesse wird es noch erregen, dass in der Versammlung zu Freiburg von Herrn v. Rostuorn Versteinerungen aus den östlichen Alpen vorgezeigt wurden, welche ohne Zweifel dem Übergangs-Gebirge angehören, einer Formation, welche in den westlichen Alpen bisher gauz vermisst ward; auch zeigte Herr Baron v. ArrHaus einen Con- chorhynehus vor, welchem auf jeder Seite eine breite, Aptychus- artige Schale verbunden war, und der wohl zur Deutung dieser Körper beitragen dürfte,

Als Sammlung ersten Ranges erscheint wieder die in Strassburg „vor Herın Oberbergrath Vortz begründete: sie ist sehr reich an Arten, ‚vorsiehtig bestimmt und sehön aufgestellt; besonders vollständig enthält sie die Schätze des Elsasses und der Vogesen, die des Schweitzer Jura und die des Departement Calvados, letztere durch ihre schöne Erbaltuug ausgezeichnet. |

In Heidelberg, wo mir Musse zur Durchsicht der schönen Samm- lung des Herru Professor Bronn leider fehlte, hat mir die des Herrn Dr. Brum vieles Juteresse gewährt: sie zeigt nicht nur, dass der Lias in dortiger Gegend recht vollständig entwickelt ist, sondern zahlreiche Steinkerne darunter Trigonia costata weisen auf den Dogger und et Ammonites Pollux (von Ubdstadt) wohl selbst den Oxtord- Thon [?] in der Umgebung Heidelbergs nach; als Merkwürdigkeit findet sich hier auch noch ein Cerithium aus dem Muschelkalke mit voll- ständig erhaltener Schale.

Ich erlaube mir noch die Berichtigung einiger Bestimmungen von Versteinerungen,, die ich in den meisten süddeutschen und schweitzeri- schen Sammlungen angetroffen babe; es ist nämlich zunächst von den dortigen Petrefakten der Portland-Bildung: Peeten leus und arcuata P. obseura uud annulata Goupr. (Sow.?); Exogyra Brun- trutana Vortz —E. spiralis Gorpr.; Lima punctata 1. punctatula »ob.; Gervillia siligqua G. tetragonanob.; Mo- diola scalprum —= M. aequiplicata v. Stromseck; Modiola Thirriae = Mytilus pectinatus Sow.; Isocardia carinata = l. cornuta (Hippopodium ponderosum) Krönen; Mya Meriani.— M. rugosa wob.; Lucina Elsgaudiae = L. substriata uob;;

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Rostellaria Wagneri R. nodosa Duvnker et Koc#n; Proto suprajurensis— Nerinea Visurgisnob. Von den Versteinerungen des Coralrag ist: Gryphaea gigantea = G. controversa nob.; Cerithium quinquangulare —= C.septemplicatum nodb.; Neri nea pulehella —= Cerithium limaeforme zuwd.; Ammonites Amaltheus = A. cordatus Sow.; endlich ist Donax Alduini aus dem Dogger Lutraria donacina nob.

Schliesslich wage ich noch die Hoffoung auszusprechen, dass die noch nicht beschriebenen und noch nicht benannten Versteinerungen des südlichen Deutschlands und der Schweitz unter den vielen Befähigten recht bald einen Bearbeiter finden mögen; die reichen dortigen Samm- lungen werden die Mühe sehr erleichtern.

RoEMER.

Paris, 19. Oktober 1838.

Seit fünf Jahren beschäftigt mich die Zusammen-Ordnung der ter- tiären Gebilden des nördlichen Frankreichs mit denen von Belgien und England. Noch ist die Arbeit nicht ganz vollendet, aber ich bin demungeachtet weit genug vorgeschritten , uni alle Haupt-Abtheilungen feststellen zu können, so wie die genauen einer jeden derselben eige- nen Charaktere, ihre gegenseitigen Beziehungen und die Modifikatio- nen zwischen dem Loire-Thal und Holland einerseits , so wie zwischen dem Maas-Thal und Dorsetshire audererseits. Wie Sie leicht denken können, so weicht meine Klassifikation von jener wesentlich ab, die Cuviıer und Broncntart vor einer Reihe von Jahren gaben. Im Februar- Hefte des Bulletins unserer geologischen Gesellschaft hoffe ich schon die allgemeine Übersicht, das Haupt-Resultat meiner Forschungen, mit- zutheilen.

h e Vieomte p ArcHIAG.

Bern, 27. Oktober 1838.

Im dritten Hefte des Jahrb. 1838 steht ein Brief von Herru Professor Quensteot, der unsere Alpen-Geologie mit grosser Verwirrung bedroht, wenn die darin enthaltenen, auffallenden Resultate der Petrefaktenkunde sich bestätigen sollten. Niemand mehr als ich hätte gewünscht, dass 'es Herrn Quenstept gelungen wäre, im Laufe des letzten Sommers un- sere Gebirge zu besuchen, damit er die im Studirzimmer erhaltenen Ergebnisse am Massstabe unserer grossen Natur hätte prüfen und un- sere Alpen, die er durch die Untersuehungen neuerer Geologeu in ihren

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Rechten: gefährdet glaubt, wieder in dieselben hätte einsetzen können. Die Kalke von S. Triphon , sagt Herr QuenstepTt , sind bestimmt Mu- schelkalke, und das Steinsalz von Bex ist also analog dem Schwäbi- schen. Diess schliesst Herr Quensteptr aus den von mir nach Berlin gesandten Stücken und aus meinen Angaben in den „westlichen Alpen.“ In letztern steht jedoch auch, dass Buckcanp vor vielen Jahren schon nach den ihm von Bex wmitgetheilten Petrefakten den dortigen Kalk für Lias erkannt, dass PrreLies und Herr v. Buc# einen Ammoniten , den unser Museum von Bez her besitzt, als Amm. Davoei bestinmt, dass v. CHArPpEnTIeEr in dem Kalk der Salzwerke Belemniten gefunden habe. Aus den Lagerungs - Verhältnissen ferner ergibt sich notwendig, dass der Kalk von Bex jünger ist, als derjenige, der dem Guneiss aufliegt, und aus dem letzteren besitzen wir von Lauterbrunnen eine solche Menge von Ammoniten und Belemniten, dass jede Möglichkeit, ihn älteren Sekundär-Gebirge beizuzählen, ganz abgeschnitten wird, wenn die Petrefaktenxunde nicht gegen sich selbst wüthen will.

Das. Vorkommen von Muschelkalk-Petrefakten zu S. Triphon könnte demnach nicht wohl anders als durch die Annahme erklärt werden, dass eine vulkanische Explosion ein Stück Muschelkalk an diesem einzelnen Fieck durch alle jüngeren Formationen heraufgestossen habe, und noch bliebe man dann die Erklärung schuldig, warum dieser in der Tiefe ver- muthbete Muschelkalk sich nicht wenige Stunden südlich, wo das Kalk- gebirge durch den Gmeiss gehoben ist, anstehend am Tage finde. Ob jedoch die wenigen und sehr dürftig erhaltenen Petrefakten, die man von 8. T'rriphon besitzt, uns wirklich zu so bizarren Voraussetzun- gen zwingen, möchte ich doch sehr bezweifeln, und gerne würde ich dem gelehrten Verfasser der Lethara alle Stücke, die wir von da- her besitzen, dieselben, deren Doppelstücke in Berlin sind, zur Einsicht zusenden, damit auch er beurtlieilen möge, ob diese Stücke es durchaus unmöglich machen, den Kalk von $S. Triphun der Lias- oder OVolith- Periode beizuordnen, was sich einzig mit den Lagerungs-Verhältnissen vertragen kann [vgl. S. 80].

Nicht weniger verlegen bin ich in Bezug auf die andere Behaup- tıng von Herrn QuEnsTEeDT, dass nämlich die Steinkohlen-Bildung des Simmen-Thales dem’Hilsthon angehöre. Auch Herr Rormer [S. 65] hat indess diesen Herbst unser Museum durchgesehen und in mehreren Pe- trefakten jener Steinkohle diejenigen des Hilsthons wieder erkannt, so die Venus subinflexaR. und Modiola rugosaR. Im Simmen- Thal liegt auf der Steinkohle eine mächtige Kalkbildung (Kalk der Gastlosen in den „westlichen Alpen“), und dieser Kalk ist nach der bedentenden Anzahl von Petrefakten,, die wir aus ihm besitzen, Port- landkalk, und als solcher von den Herren Vourz, Tuurmann, RormER u. a. erkannt worden. Letzterer hat in unserer Sammlung noch die Nerinea tuberculosa R., Natica turbiniformis R. und Nat. dubia R. wieder erkannt. In Hannover läge also der Hilsthon über dem Portlandkalk, im Simmen- Thal unter demselben! An viue

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Überstürzung, wie sie in den Alpen allerdings oft vorkommen, ist im Simmen-Vhal nicht zu denken, wie wan leicht aus den bekannt gemach- ten Profilen dieser Gegend sehen kann, und es scheint mir däher nur die Erklärung befriedigend, dass der Hilsthon eine dem Portland- kalk untergeordnete, an kein bestimmtes Niveau gebundene und durch Steinkohlengehalt und eigenthümliche Petrefakten ausgezeichnete Bildung sey. Die Richtigkeit dieser Ansicht scheint auch daraus hervorzugehen, dass Herr Rosmer unter den Petrefakten der Simmenthaler Steinkohlen mehrere gefunden hat, die in Bunnorer in Portland vorkommen, wie Tel- linaincerta Tuur., VenusisocardioidesR., V.nuceulaeformis, R., Astarte sealaris R, während die Terebratula lougaR, die dem Hannörerischen Hilsthon angehört, bei uns in dem Port- landkaik auftritt. Es ist diese Ansicht endlich die nämliche, zu der mich früher bereits die Lagerungs-Verhältuisse geführt haben (s. Geol. der W.Alpen S. 279). Es scheint indess beinahe, Herr QuENSTEDT sehe die Simmrnthal-Bildung eher für Wälderthon als für Hilsthon an, da er eine der vorhin genannten Venus-Arten als Cyrene bestimmt. Hie- gegen spricht nun, abgesehen von den Lagerungs-Verhältnissen, schon das Vorkommen jener sogenannten Cyrene mitten unter deutlichen Meer - Petrefakten. Dagegen glaubt Herr Rormer die Steinkollen - Bildung von Entrevernes in Savoyen für Wälderthon und.die von dort stammenden Bivalven als Cyrenen erklären zu sollen [S. 65.]

Escher, der mich letzthin mit einem Besuch von zwei Wochen er- freute, hat nun endlich, nachdem ich diesen Sommer noch mehrere schwierige Stellen neu besucht hatte, eine Karte von Mittel- Bündit-n gezeichnet, die, obgleich noch weit von der Vollkommenheit entfernt, doch unendlich besser ist, als-alles bis jetzt Bekannte. Sie wird nebst 3—4 Tafeln Profil-Zeichnungen, einem Text von etwa 20 Bogen und einem Verzeichniss von mehreren Hun'iert gemessenen Höhen im 3. Bande unserer Schweitzerischen Deuksehriften eıscheinen , zugleich mit ®iner Reihe Zeichnungen nebst erläuterudem Text von EscHER über die Kalk- keile im Gneiss des Berner Oberlandes. Der 2. Band jener Denkschrif- ten soll in diesen Tagen ausgegeben werden und enthält u. a. eine Abhandlung von Gressty über den Sulothurner Jura, die aber leider wegen Krankheit des Vf. unvollendet geblicben ist.

B. STUDER,

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Turin, 30. Oktober 1838.

Im Laufe dieses Jahres hatte ich das Vergnügen, mit unserem Freunde, dem Herrn ErLız pe Beaumont die Alpen zu besuchen. Wir fanden uns am Fusse des Mont-Blanc und verliessen einander erst bei Nizza wieder. Wir folgten stets dem mittlen Theil der mächtigen Bergkette. In eigeuthümlicher Weise fesselte die Gegend von Houtiers,

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in Tarentaise unsere Aufmerksamkeit. Sie wissen, dass bei Petit- coeur Schiefer mit Pflanzen - Abdrücken *), welche AnpoıLru BRoNGNIART der Steinkohblen-Formation beizählt, zugleich mit Belemniten enthalten- den Schiefern vorkommen. Indessen kann über die seltsame Erscheinung kein Missverstehen obwalten. Zum dritten Male habe ich mich über- zeugt, dass die Pflanzen-führenden Schiefer zwischen zwei Schichten mit Belemniten ihre Stelle einnehmen; sonach wird jeder Gedanke einer Statt gefundenen Umstürzunpg ausgeschlossen. Die Schiefer mit den Pflanzen-Resten gehören , gleich den Belemniten führenden, zum Lias, wie diess ErıE pe BeAaumont bereits vor mehreren Jahren gesagt hatte. Es scheint jene Folge von Gliedern der Jura-Periode, welche bei Mou- tiers unmittelbar auf sogenannten Ur-Gebilden ruht, die älteste in un- sern Alpen. Die ganz ungewöhnlichen Modifikationen, welche die ge- nannten Ablagerungen erlitten haben, machen jede andere Einreihung sehr problematisch. Betrachtet man die Massen genau, so ergibt es sich leicht, dass dieselben in drei grosse Abtheilungen zerfallen, wovon jede durch eine ungemein mächtige Anthrazit - Lage bezeichnet wird. Die unterste jener Abtheilungen entspricht dem Lias, die beiden andern ge- bören zu Formationen, welche unmittelbar unter diesen Gebilden ge- lagert zu seyn pflegen. Es beschäftigt mich gegenwärtig eine genauere Klassifikation; gelingt es mir, die verwickelten Verhältnisse aufzuklären, so hoffe ich der Wissenschaft keinen unwichtigen Dienst zu leisten.

SISMONDA,

Crefeld, 5. Dezember 1838.

Ich glaube Ihnen schon früher mitgetheilt zu haben, dass man für die Kalköfen an den Ufern des Rheins bei Linn, eine Stunde von hier, den Süsswasserkalk von Mombach unfern Mainz kommen lässt. Der- selbe btsteht ausser ein paar Helix- und Mytilus-Arten, fast bloss aus kleinen Paludinen. In einem Bruchstück dieses Kalks ist nun vor wenigen Tagen ein Vogelknochen vorgekommen, welcher nach den Abbildungen im Tome III des Cuviıer’schen Werkes sur les Ossemens fossiles von einer Art Cormoran herzurühren scheint. Ich lege davon eine Abbildung bei, welche in der Hauptsache ganz mit Pl. 73, Fg. 13, a, b, partie superieure stimmt, und wovon S. 327 sagt:

„Jai trouve que le Femur de la Fy. 13 ressemble aussi a celui d’un Pelecanus plus que de tout autre oiseau, mais il vient d’une

*) Erst kürzlich, in der zwölften Lieferung meiner Naturgeschiehte der Erde, S. 139, hatte ich Gelegenheit, von dieser interessanten Erscheinung zu reden. Es sind die an und für sich sehr zierlichen Farne, der Art Neuropteris alpina zuge- hörend, dadurch besonders ausgezeichnet, dass sie mit einer weissen, Perlmutter- glänzenden Taik-Hulle bekleidet erscheinen. f L.

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espece bien plus grande que cette omoplate, plus grande möme ‚que le Cormoran ( Pelecanus carbo), mais inferieure au Pelecan propre= ment dit ( Pelecanus onocrotalus); C’est surtout a la forme de Varticu- latiun inferieure que les rapports se font sentir.“

Man hat mir versichert, dass auch noch in den letzten Jahren (je- doch selten) eine Cormoran-Art in unserer Rhein-Gegend vorgekommen. Die Bestimmung des erwähnten Knochens gewinnt dadurch an Wahr- scheinlichkeit.

Ich habe die Conularia quadrisulcata, welche ich in Basel in die Breite durchschneiden liess, nun auch in die Länge durchsägen lassen, und keine Spur von Kammern darin gefunden. Sollte ich zu mehrern Exemplaren dieser seltenen Versteinerung gelangen, so werde ich die Versuche wiederholen und Ihnen das Resultat mittheilen,

F. W. Hosnınanaus.

Mittheilungen an Professor BRoNN gerichtet.

Bayreuth, 6. Oktober 1838.

1) Bei der Zusammenstellung und Bestimmung der fossilen Pflanzen- Überreste meiner Sammlung, vorzüglich aus den ältesten Vegetations- Perioden, fand ich eine sehr grosse Ähnlichkeit in den ährenförmigen Blüthenständen der verschiedenen zur Familie der Najaden gehören- den Geschlechter, wie Bornia, Bruckmannia, Annularia, Be- chera und Rotularia v. STERNBERG’s, welche An, BronGNIART gröss- tentheils unter die Namen Asterophyllites und Sphenophyllites vereinigt hat,

Von den 9 bis 10 Arten solcher ährenförmigen Blüthenstände (Volkmannia STERNB.), welche sich in meiner Sammlung befinden, sitzen einige an den Stengeln der Bornia, andere an denen der Bruck- mannia und wieder einige an den Stengeln der Rotularia; selbst an den sehr zierlichen Bechera habe ich dergleichen, jedoch feinere schmälere Ähren gefunden. |

Die grosse Ähnlichkeit dieser Blüthenstände unter sich, so wie ihres Vorkommens scheint eine nalıe Verwandtschaft dieser Geschlechter zu beweisen.

2) Besonders aufmerksam war ich bei Untersuchung meiner Neu- ropteris-Arten in Aufsuchung der bisher noch nicht mit Gewissheit nachgewiesenen Frucht- oder Blüthen-Stände dieses Geschlechts, während an den meisten andern Geschlechtern von Fahrenwedeln der Vorwelt Fruktifikationen aufgefunden worden sind.

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Da ich an keinem andern Fundorte eine so zahlreiche Menge Über- reste von Neuropteris-Arten gefunden hatte, als am Piesberge bei Osna- brück, wo 13 verschiedene Spezies so dicht auf einander gelagert vor- kommen, dass der Schiefer ganz mürb und zerbrechlich davon geworden ist, so sammelte ich dort mir ganze Kisten voll Schiefer, welcher zwar grösstentheils zerfallen hier ankam, mir jedoch Gelegenheit verschaffte, desto mehr einzelne Fiedern sorgfältig zu untersuchen; allein, wenn gleich bei einigen einzelnen Blättern von Pecopteris Früchte unter den Blättchen waren, so konnte ich doch keine Spur von solchen an der untern Seite der Fiederblättchen von Neuropteris auffinden.

Einige kleine und undeutliche, feingekörnte, ährenförmige Blütlhen- stände, welche zwischen den Fiedern lagen, hielt ich anfänglich für be- sondere Arten Volkmannia oder Früchte der ebenfalls am Piesberge vorkommenden Geschlechter von Najaden, bis ich endlich vor Kur- zem zwischen vielen Neuropteris-Fiedern und einzelnen Blättchen eine traubenförmige Älhre fand, die Ähnlichkeit wit denen der Os- munda regalis Liw. hat. Ich untersuchte nun die vorher gefundenen Fruchtähren und fand ausser 2 zu Rotularia und Annularia gehöri- gen, welche sich durch die vielen, bald langen und bald kürzeren, schmalen oder breiteren quirlförmigen Blättchen auszeichnen, 2 verschiedene Ar- ten dichtkörniger Ähren, die wohl ohne Zweifel zu 2 Arten Neuro- pteris gehört haben werden: sie sind nicht so flach gedrückt, sondern erhabener, als die ährenförmigen Blüthenstände der zu den Najaden gehörenden Geschlechter.

Bekanntlich wurden die Neuropteris- Arten schon von den frühern Naturforschern SchEucHzer, Lu, VoLKManN u. A. wegen der Ähnlichkeit der Blattform und der Nervenvertheilung mit den Osmunda- Arten verglichen; da nun auch die traubenförmige Gestalt der Fıuchtähren eine gleiche Ähnlichkeit zwischen der Gattung Oswunda und Neuro- pteris nachweist, so wird der letztre Name wohl in Osmundites ver- ändert werden. Ich habe die sämmtlichen Fruktifikationen an Professor GörrErr zur Benutzung bei der Fortsetzung seiner Beschreibung der fossilen Fahrenkräuter geschickt.

3) Von der durch Professor GörrerT neu aufgestellten Gattung Fahrnwedel Beinertia habe ich aus der Zwickauer Kohlenformation zwei neue Arten mit ihren Fruktifikationen gefunden, bei welchen die Nervenvertheilung der Fiederblättchen noch feiner ist, als bei dem noch lebenden Genus Gymnogramma. |

4) Unter den Kalamiten-artigen Stämmen erhielt ich eine be- sondere Art von Wettin, welche einigermaasen an die Gattung Cy- elocladia Liwor. und Hurr. erinnert; der untere Theil ist fast wie Calamites approximatus fein gestreift und hat sehr enge Absätze, dann folgt ein breiter Absatz mit 4 grossen runden Vertiefungen, hierauf 3 enge Absätze (gestreift), dann ein breiter Absatz mit 2 Reihen kleiner runder Vertiefungen u. s. w.,

5) Bei Übersendung und Untersuchung der Calyptraceen aus

SEHE -

deutschen Formationen für das Gorpruss’sche Petrefaktenwerk fand ich,’ dass die Calyptraea discoides aus dem Muschelkalk (Patellites discoides v. Scur.) nicht hierher gehört, sondern eine Orbicula ist, die ich nun O. discoides nenne. Dagegen fand ich eine neue kleine Patella im Muschelkalk von Laineck.

6) Die hiesige Kreis-Sammlung hat wieder verschiedene neue, höchst interessante Überreste von Sauriern aus dem Muschelkalk von Laineck erhalten, unter andern einen fast vollständigen Kopf mit den Zähnen (Ober- und Unter-Kiefer noch vereinigt) von Dracosaurus Bronnii, von welchem ich Ihnen nächstens einen guten Abguss senden werde; ferner grosse Kopfstücke anderer Saurier, von welchen das eine ein paar Schuh lang gewesen zu seyn scheint: es war ganz mit kleinen Austern, Orbiecula und Plicatula besetzt, hatte mithin schon als Skelet auf Meeresgrund gelegen.

Es erfordert jedoch eine grosse Sorgfalt und mithin viel Zeit, diese Knochen von dem festen Muschelkalk zu befreien, obne sie zu beschä- digen, wodurch die mit Herm. v. Meyer angefangene Arbeit über die Saurier des Muschelkalkes sehr verzögert, aber an Vollständigkeit ge- . wonnen wird.

7) Unter den für das Goupruss’sche Petrefaktenwerk abgeschickten 17 Arten Capulus aus den Übergangs- und Flötz-Formationen Deutsch- lands sind einige Arten, welche bisher für Nerita gehalten worden sind, wie Nerita jurensis Rorm. Tf. X, Fg. 5, Nerita cancel- lata Stanı und Zıeten von Nattheim, Nerita reticulata M. von Banz.

8) Von Terebrateln habe ich einige Arten erhalten, welche kaum eine Linie lang sind, und zwar aus drei verschiedenen Formationen, Übergangs-Kalk, Oolith und Tertiär-Formationen, deren nähere Unter- suchung und Bekanntmachung mit meinen übrigen neuen Arten ich Ihnen überlassen werde. In meinen Beiträgen zur Petrefakten - Kunde werden Sie die Abbildung eines Steinkerns von Terebratula incon- stans mit deutlichen Ovarien finden, |

9) Bisher waren so viel mir bekannt ist nur wenige Arten Cephalopodes foraminiferes aus den Oolith-Formationen bekannt. P’OR- BIGny nennt in seinem „tableau methodique de la classe des C’ephalo- podes“ uur 3 Arten Planularia, 1 Peneroplis und 4 Cristel- larien aus den Oolith- Formationen Frankreichs, welche ich mit 15 andern Arten auch von Ranville besitze. Im deutschen Jurakalk waren mir bisher nur 2 Arten Robulina aus dem Scyphien-Kalk vom Streit- berg bekannt.

Eine vor Kurzem vorgenommene Untersuchung hat aber ergeben, dass die Oolith-Formation fast eben so reich an diesen kleinen Cepha- lopoden ist, als die Kreide-Formation, aus welcher ich in kurzer Zeit 90 Arten zusammmengesucht habe, wie aus dem Jurakalk gegen 80 Arten,

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wobei die ganz kleinen Arten weggelassen worden sind. Es finden sich einige gauz neue Geschlechter darunter.

G. zu Münster,

A m nn

Pyrmont, 6. Nov. 1838.

Für dieses Jahr bin ich vollauf mit den Vorbereitungen für die Versammlung der Naturforscher und Ärzte, welche künftigen ‚September hier Statt finden wird, beschäftigt. Freilich wird es schwer halten die verwöhnten Gäste zufrieden zu stellen, da wir einen grossen Auf- wand nicht machen können. Desto reger wird das wissenschaftliche Leben seyn; man wird Zeit haben sich über Vieles zu besprechen und zu berathen, wenn nur auch Vieles mitgebracht und vorgelegt wird! Sonst ist die Lokalität vortrefllich, um die Gesellschaft zusammenzu- halten, und das ist doch die Hauptsache. Bet

Ich habe kürzlich einige treffliche Acquisitionen aus unserer Umge- gend gemacht, welche zur Bezeichnung ihrer Gebirgsarten von grossem Werthe sind: aus dem Keuper-Thonsandstein einen Kalamit mit 4 aneinander befindliehen Gliedern, jedes von 2' 11° Länge und 9 Dicke, aus dem Musehelkalkstein die Krone eines Eneriuus lilii- formis mit oben auseinanderstehenden Fingern und an einem dersel- ben mit deutlichen Tentakeln, im Ganzen völlig so gut als das von ScHLoTHEIm (Nachtr. Tf. XXIII, Fg. 1) abgebildete Exemplar. Nachdem ich neulich die Memevires de la Societe d’histoire naturelle de Stras- bourg 11, ıı zu Händen bekommen, erkenne ich, dass die Knochen aus unsrem bunten Sandsteine, welche ich im Februar 1832 bei Abtragung eines Hügels bei der Saline sorgfältig einsammelte, obgleich leider nichts Vollständiges daraus zusammenzusetzen ist, zweifelsohne dem Odontosaurus Voltzii H. v. Meyer angehören, und namentlich dessen Tf. I, Fg. 1 und Tf, II, Fg. 1 mit unseren Knochen überein- stimmend sind. Zwar besitze ich von der Kinnlade nur ein Fragment, welches jedoch noch weiteren Aufschluss über den eigenthümlichen Bau zu geben im Stande seyn möchte.

K. Tu. Menke.

Wien, 9. Nov. 1838.

Vorigen Sommer war ich leider grösstentheils auf die Umgebungen Wiens beschränkt, daher meine Ausbeute an fossilen Konchylien in je- der Beziehung nur kleinlich ausgefallen ist. Der Venus decussata habe ich früher keine Erwähnung gethan, weil sie wohl als Ess-Muschel im recenten Zustande auf die Felder gestreut seyn konnte. Jetzt

N io

habe ich sie aus der Tiefe des Ziegelgrundes bei Baden erhalten. Aus Kurod habe ich mir einen grossen Klumpen Sand verschafft, wor- in ich nebst sehr grossen Cardien und Pectines der früheren Arten noch mehrere kleine Muscheln fand, die ich ihnen nachträglich, nebst einigen von Arapatak sende. Beide sind sehr zerbrechlicher Natur, und mit besonderer Vorsicht herauszunehmen. Aus Füred, einem Badeort am Plattensee in Hungarn, erhielt ich ein paar Muscheln, wor- unter die Paludina lenta. Von Grünbach in der Nähe des Schnee- berges erhielt ich ebenfalls einige Beiträge, worunter vorzüglich eine Nerinea *) bemerkenswerth ist; die Formation scheint nach den fossi- len Überresten zu schliessen, mit jener der Gosau in Oberöstreich Ähnlichkeit zu haben **).

I. Umgegend von Wien.

Pleurotoma ?costellata Basr. (nicht L&.) var. Steinabrunn. Fusus (Murex Brocczı) vulpeculus ,„ . . Baden.

© harpula (1837, 418). er, Serpula (Serpulorbis) intorta (420) , . „. . Nussdorf. Cerithium scaber Basr. (1837, 419) IH;

Melania laevigata Dueoıs (nicht Desn.) . . _ : . Campanellae Pau. . . . 2... _ | ?perpusilla Grar. (421) . . .. —_ Rissoa cochlearella (421). . :. 2 22. _ pulchella Paır. (R. cimex axett. zum a er ia au _ Rissoa turricula Eıcauw.. . . 2 2 2.0. _ Phasianella Vieuxii Pıırr. . .: 2.2 .. _

Helix nemoralis Lin. (H. Moguntina z. Th.) Nezxing. Pileopsis compressiusculla Eıcaw. . . . Nussdorf. Mactra ?stultorum L . . 2.2.2 0.02... Gaunersdorf. Drasnatella dissita (A222) - . „ii. .0...: Tenusgerursala Im . u. 02000 0.0. Baden. Cardium cyprium m. .. .. 2.2 2.2.2... Enzesfeld. Pecten opereularis Lmk. ... 0.0... Steinabrunn. Serpula glomerata BroccHı. . » » 2... Aussdorf.

E arenaria Broccuı (an potius S. de-

Eusautn EmeE). .', 0.780... 02... 4.5 .e. Mteinabrüunn. Spirorbis nautiloides Lmke. . . . . .°. Nussdorf, Baden.

*) Diese Nerinea ist allerdings meine N, bicincta (Jahrb. 1836, 562), wie von der Gosau, variirt jedoch etwas dureh die mehr undeutlichen Knoten in der obe- ren Reihe auf den Umgängen, eine etwas minder starke äussre Falte, und durch eine Spur von einer fünften stumpfen Falte, aussen und ganz unten im Kanale der Basis. Unter den übrigen Resten von diesem Orte, deren Schaalen fast nur noch wie Mehl um die Kerne lagen, war nichts kennbar; nur einige derselben hatten mit Natica (Ampullaria Le«.) depressa der alten Tertiär-Gruppe grosse Ähnlichkeit. Br.

*#*) Ich habe hier das Verzeichniss der überschickten Gegenstände anders zu ordnen mir erlaubt, es nämlich nach den Fundorten und systematisch zusammengestellt,

mit Auslassung der minder sicheren Bestimmungen und neuen unbenannten Arten, Vgl. Jahrb. 1838, S. 534. Br.

EIG im

Il. Ungarn.

Paludina (?) lenta, wie zu Mayız. . . . . Füred.

Ill. Siebenbürgen.

Natica glaucina (Jahrb. 1837, 659) . . . . Koruod. Sigaretus canalieculatus Bast. . . . .. Tellina complanata Lmk. . 2..... Lucina divaricata var. (661) -. . . 2 2. _ FNenan vokula Bass il Di ei *),

J. v. Havkr.

Frankfurt a. M., 1. Dezemb. 1838.

Zu meiner nun vor fast zehn Jahren gemachten und unausgesetzt verfolgten Entdeckung, dass bei Sauriern aus Gebilden älter als die Kreide fast durchgängig, wie auch noch unter den in der Kreide vor- kommenden Sauriern, beide Gelenkflächen so gut wie senkrecht zum Wirbelkörper stehen, und auch die hintere Gelenkfläche konkav ist, glaube ich kürzlich ein Gegenstück von nicht weniger Wichtigkeit ge- funden zu haben. An den mir bis jetzt aus Tertiär - Gebilden vorge- kommenen Zähnen von Sauriern , welche man Krokodil-artigen Thieren beigelegt, habe ich nämlich die Hohlheit der Zahnkrone nicht vorfinden können, welche die Zähne der lebenden Krokodile auszeichnet und dem Ersatzzahne gestattet, in die Krone des vor ihm entstandenen Zahnes sich hoch hinaufzuziehen, Diese fossileu Zähne sind vielmehr bis zur Kronen-Basis herunter dicht, nur eine meist enge Gefässröhre bergend, und sind in der Gegend der Kronen-Basis auf der Unterseite mit einer peripherischen Rinne versehen. War auch die Wurzel geräumiger hohl, so verengte sie doch ihre Höhle plötzlich mit Beginn der Zahnkrone. Ähnlich gebaute Zähne ‚bieten auch die Kreide - Gebilde dar. Nur an den jüngern Zähnen dieser Thiere stellt sich die Krone weiter ausge- höhlt dar; bei diesen aber wird um so weniger die Aufnahme eines Ersatzzahnes in die Zahnkrone zulässig seyn, da sie für die älteren Zähne unmöglich ist. Sonach ist es sehr wahrscheinlich, dass die mei- sten Saurier mit solchen Zähnen, selbst wenn die hintere Gelenkfläche ihrer Wirbel konvex seyn sollte, Geuera angehörten, welche von den wirklichen Krokodilen verschieden waren. Indem ich hierauf aufmerk- sam mache, will ich das Vorkommen wirklicher Krokodile in Tertiär- Gebilden keineswegs in Zweifel ziehen. Es ist mir bis jetzt nicht ge- glückt, von den Thieren, die ich von letzteren verschieden erachte, vollständigere Skelett- Theile zur Untersuchung zu erhalten. Ich gebe

*) Beiliegende Exemplare von Cardium conjungens und C. Vindobonense zei- gen, dass ich bis jetzt unter beiden Namen nur die erste Art erhalten, dass die - ächte zweite jedoch sehr verschieden seye. Br.

‚diesen Thieren den Namen Plerodon und bin genöthigt meinen frü- heren Crocodilus plenidens jetzt Plerodon cerocodiloides zu nennen. Zur ÜUnterscheidung der verschiedenen Saurierzähne finde ich ferner die Beachtung der Art der: Streifung von Nutzen. Die Streifung ist nämlich bedingt entweder durch vertiefte Furchen oder durch erhabene Leistehen, und es kommt dabei noch in Betracht, ob die Streifung auch der Unterlage des Schmelzes mitgetheilt ist oder nicht.

Die Schildkröte aus dem den lithographischen Schiefern verwandten Kalkschiefer von Kelheim in der Sammlung des Herrn Grafen zu Mün- STER bildet ein neues Genus, das ich wegen seiner Eigenthümlichkeiten Idiochelys nenne. Ich werde diese Schildkröte unter dem Namen Idiochelys Fitzingeri mit dem Efysternum Wagleri von Solenhofen ausführlich beschreiben. Sie scheinen beide keine Meer-Schild- kröten zu seyn.

Das Zähnchen von Flonheim, woraus Herr Dr. Kaur seinen Pug- meodon Schinzii errichtete, hielt ich gleich anfangs für den Zahn eines Nugers oder eines Cetaceum’s (Palaeologiea S. 410). . Letzteres wird mir nun um so wahrscheinlicher, wo ich in meiner Halianassa Studeri die Stelle für ein solehes einwurzeliges Zähnchen nachge- wiesen und durch Herrn Prof. Merıan ein jenem nicht unähnliches Zähnchen aus der Molasse von Lörrach kenne, aus welcher, wie aus dem Sande von Flonheim,, von Säugethieren bis jetzt nur die Halia- „assa (Halytherium Kauvp) bekannt ist.

Inmeinem Plateosaurus Engelhartiaus dem Keuper der Ge- xend von Nürnberg bestand dureh Verschmelzung von wenigstens drei Wirbeln ein sogenanntes Kreuz- oder Heiligen-Bein, was bisher eigentlich uur den Säugethiereu zustand und für einen Saurus unerhört ist.

In diesem Augenblick bin ich mit den fossilen Knochen beschäftigt, welche Herr E. Rıur die Güte hatte, mir aus dem Maynzer- Wiesbad- ver Antheil des Rheinischen Tertiärbeckens zuzusenden. Vorläufig dar- über Folgendes.

Aus dem tertiären Paludinenkalk (Paludina acuta) des Salzbach- Thales bei Wiesbaden erkenne ich einen oberen Backenzahn von Toa- pir, untere Backenzähne eines nur mit Rhinoceros Goldfussii zu vergleichenden Thiers , ein Unterkiefer Fragment mit allen Backen- zähuen von Palaeomeryx Scheuchzeri, Knochen von einem Vogel (Cieonia?) und Fisch- Wirbel: aus dem Tertiärthon desselben Thales Knochen von einem Wiederkäuer, eimen Wirbel von Rhi- noceros? Von grosser Wichtigkeit ist Hochheim. Aus verschie- denen Tertiärschichbten, denen ich indess kein verschiedenes Alter bei- legen kann, rühren her: Zahnfragmente von Rhinoceros? Zähne von Mierotherium Renggeri, eine Unterkiefer- Hälfte mit den Backenzähnen , den ersten ausgenommen, und Knochen von Palaeo- meryx pygmaeus; Schneidezähne, Kieferfragmente und Kuochen von mehreren ganz kleinen und einem etwas grössern Nager; Unterkiefer-

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Fragmente und Zähne von mehreren sehr kleinen Säugethieren, worunter eins mit sehr spitzen Backenzälıuen; Kiefer von mehreren kleinen Lazerten; Knochen von Fröschen; Knochen von Vögeln; Knochen von Fischen; kurz eine Wirbelthier-Welt im Kleinen, welche mich sebr überraschte. Aus dem Tertiär-Mergel von Weisenau un- tersuchte ich die fünf hintern untern Backenzähne mit den beiden grossen untern Schneidezähnen von einem Thbier, das sich nur dem Rhinoceros Goldfussii anschliesst, obere Backenzähne von Mi- erotherium?, den Zahn eines Saurus, Knochen von einem Vogel, Knochen von Fischen.

Von besonderen Interesse ist der Mosbacher Sand. Mein Brief vom 18. September schildert dieses Gebilde als dem Löss angehörig, auf den Grund der in der Sammlung der naturforschenden Gesellschaft zu Wiesbaden befindlichen Zähne und Knochen, welche dem Elephas primigenius, Cervus wmegacerus und dem Bos primigenius angehören. Die Zusendungen von Herrn Rast geben nun weitern Aufschluss. Es be- finden sich darunter Überreste von drei Hirsch-artigen Thieren, welche dem Cervus Elaphus fossilis, Cervus Alces fossilis und Cervus negacerus eutsprechen werden, und von Wiederkäuern noch Zähne und Knochen, die einen Ochsen verrathen, ob Bos primigenius?; ferner Knochen eines grossen Pferdes, Schneidezähne von einem Biber-artigen Nager, Knochen und Backenzähne von Rhinoeeros, letztere mit Rh. Schleiermacheri vollkommen übereinstimmend, und ein oberer Backenzahn und. Unterkiefer - Fragment von Ursus,. Der obere Backenzahn von diesem Bären ist nur wenig kleiner als in den bekannten fossilen Bären von ähnl:cher Grösse; auffallender aber ist die starke Aushöhlung, welche der untere Eckzahn an der Innenseite zeigt, und die nur vom obern äussern Schneidezahn berrühren kann, bei dem biernach eine beachtenswerthe Abweichung obgewaltet haben musste. Nirgends wird in den Nachrichten über die unermessliche Menge von fossilen Bärenresten einer solehen auffallenden Erscheinung gedacht. Hierin so wie in der etwas geringern Grösse des oberen Backenzahnes liegen Gründe, welche erlauben, diesen Bären wenigstens so lange als eine eigene Spezies unter dem Namen Ursus dentifri- cius zu.betrachten, bis nachgewiesen seyn wird, dass er einer der be- reits aufgestellten Spezies anzugehören habe, Alle diese Reste sind wirklich fossil, und die Beschaffenheit einiger derselben, zumal der Zähne von Ursus und Rhinoceros, so wie mehrerer Knochen, würde sogar für älter als diluvial zeugen. Dagegen stehen die meisten Thiere dieser Lokalität den Diluvialgebilden zu, worunter indess das für die- selben gleichfalls charakteristische Rhinoceros tichorhinus ver- misst wird. Rhinoceros Schleiermacheri ist ein tertiäres Thier. Sie sind zwar geneigt (Lethaea S. 1210) die Zähne, welche sich im Rhein- Schuttland unfern Schwetzingen gefunden, derselben Spezies beizulegen, lassen es aber dahin gestellt, ob diese Zähne mit letzterem Gebilde gleich alt, oder darin auf sekundäre Weise abgelagert seyen. Die

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Beschaffenheit der. Reste von Mosbach lassen mich kaum glauben, dass sie früher schon auderwärts abgelagert waren. Es ist aber nicht allein der Gehalt an Knochen, sondern auch der an Konchylien, welcher bei Mosbach bisher bestehenden Annahmen sich zu widersetzen scheint. Her Raur bemerkt mir nämlich, dass im Mosbacher Sande neben den Konchylien der Diluvialperiode auch solebe unserer Tertiärbildung, meist zwar in einem gerollten, oft aber auch in noch sehr wohl erhaltenem Zustande vorkommen, so dass man oft wohl denken sollte, die Tbiere müssten sich am Örte ihrer ersten Ablagerung befinden. In dem Main- zer und Wiesbadener Beckeu-Antheil fehlt es nieht an Knochen-führenden Tertiärgebilden, aus denen die Reste von Thieren der Tertiärzeit dem Sande von Mosbach bei dessen Entstehung könnten zugeführt worden seyn, Es lässt sich indess auch der mir fast wahrscheinlichere Fall denken, dass bei Entstehung des Mosbucher Sandes oder vielmehr des ‘Antheils, welehen die Diluvialzeit daran hat, an derselben Stelle schon eine Teıtiär - Ablagerung verhanden war, wie diess in der Schweitz. anderwärts und sogar im Rheinischen Becken selbst bemerkt wird, und esist sogar möglich, dass diese Stelle ein seltenes Beispiel von einem kaum unterbrochenen Übergang der Tertiärgebilde in die Diluvialgebilde dar- bietet, woraus sich auch die Vermengung von Resten aus beiden Zeiten erklären würde. Dei sey nun wie ihm wolle, so wird immer der Mos- bacher Sand hauptsächlich als ein Diluvialgebilde, dem Löss verwandt, ‚anzusehen seyn. Es ist aber nicht bloss die Tertiärzeit, welche von der einen, sondern sogar auch die gegenwärtige oder die Zeit der Alluvial- Bildungen, welche von der andern Seite in das Mosbacher Gebilde hineinragt. Unter den von Mosbach zur Untersuchung erhaltenen Ge- ‚genstäuden schied ich nämlich aus einem mehr lehmigen Gebilde eine Anzahl von Knochen aus, welche von Ochsen, Pferden, Hirschen ‚und Rehen herrühren und um so gewisser unserer Zeit angehören, “als darunter auch Menschen-Reste sind; und dabei besitzen diese offenbar neuere Knochen kein sonderlich frisches Ansehen, Wie leicht -können nun durch eine Lokalität wie Mosbach, wenn sie nicht mit aller Vorsicht geprüft wird, Fehlschlüsse herbeigeführt werden, welche in die natürlichsten Verhältnisse Verwirrung briugen müssen. Es ist mir nun auch Manches verständlicher, worauf ich bei Bearbeitung der Literatur über die fossilen Knochen und ihre Ablagerungen gestossen bin.

Nur der ausgedehnten Verbreitung wegen bemerke ich noch, dass mir kürzlich mehrere Backenzähne von Elephas primigenius, wie es scheint von einem und demselben Individuum, gebracht wurden, wel- che sich in einer Kiesgrube bei Liederbach in der Nähe unseres Taunus fanden.

Herm. v. Meyer,

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| Uruch, 4. Dezember 1838. In Dr. Scumipr’s neulich erschienenem Katalog Württembergischer Versteinerungen habe ich die Beschreibung der basaltischen Bildungen

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an der neuen Steige von hier nach Ulm, eingeschaltet, weil ich sehr wünsche, dass dieses so schön aufgeschlossene Profil recht bekannt und besucht würde; deun in Deutschland ist mir nichts Ähnliches ‚vorgekommen.

Kürzlich erhielt ich einen Cidarites regalis Goupor. aus dem Coralrag von Upfingen. Nach Gorpruss ist diese Art bisher nur in der Kreide gefunden worden. Upfingen liegt in gleichem geologischen Niveau mit Sirchingen. Leiztrer Fundort ist nun beinahe gauz ausge- sucht; ich bekomme wenig mehr daber, und es ist sehr merkwürdig, wie die Petrefäkten des Coralrags oft nur auf ganz kleine Stellen be- schränkt sind, während in gleicher Schiehte auf sehr grosse Erstreckung hin gar nichts Organisches vorkommt. Demnächst, so wie wir kalte Witterung bekommen, werde ich Versuche über die Wärmezunahme im Bohrloch von Neuffen anstellen. Dasselbe ist 1197‘ tief, fängt in den horizontalen Schichten der Trigonia navis an und steht doch noch im Liaskalk, während zu Tage in 2 Stunden Eutfernung und in ei- uem nur 400° tieieren Niveau Keuper erscheint.

F. v. ManDELSLOoH,

Bern, 9. Januar 1839.

Hiebei erhalten Sie zur Bestinnmung Alles, was unser Museum: an Ver- steinerungen von St. Triphon besitzt [vgl. S. 68]. Sıe rühren alle, gleich jenen zu Berlin, von einem glückliehen Funde her, den Hr. Mousson im Sommer 1829 gemacht hat, und so viel mir bekannt, existiren in audern Sammlungen keine. Noch bei der letzten Versammlung in Basel hat, wie schon in der Biblivotheque universelle, 1838, November steht, Larpy einen Ammoniten von Trient, am Wege nach Chamvunix, vorgezeigt, welchen Hr. v. Buch für einen Oolith - Ammoniten erkannt hat. Die Schiefer von Trient liegen aber unmittelbar auf dem Ur-Gebirge, und ihre Fortsetzung auf dem linken Ufer der Rhöxe unuterteuft alle Ge- steine der Dent de Morcles, von Bez und vou St. Triphon *).

B. STUDER.

*) Diese Versteinerungen sind weder an Arten noch an Erhaltung in der nöthigen Vollkommenheit, um die Zweifel zu lösen. Am häußgsten ist eine Terebratel, die ich ganz unbefangen urtheilend, lieber für unsre Dertsche) T. ornithoce- phala aus den Oolithen, als für T. vulgaris minor halten würde. Darauf folgen Abdrücke und Kerne eines Trochus, der auf seinen Windungen die 2 scharfen Kiele und die obere Knötchen-Reihe wie der ausgezeichnete Tr. Alber- tinus des Muschelkalkes erkennen lässt, aber immer etwas flacher, schneller ab- nehmend, als mein von AısErti selbst erhaltenes Exemplar isi. Endlich findet sich ein Stück ?Peeten, mit haarförmigen, etwas entfernt stehenden Radien, weleher mit P. texturatus v. Münst. aus dem Lias aım meisten, doch nicht vollkommene Ähnlichkeit zeigt. Die bezeichnendsten Gegenstände aber, wovon Hr. Gvenstedt spricht, Avicula socialis, Encerinus u.A., fehlen hiebei. Broxn.

nn

Neue Literatur.

A. Bücher. 1837.

An. BronGnIarT : considerations sur la nature des vegetaux, qui ont cou- vert la surface de la terre aux divers Eepoques de sa formation. Paris, 4°. |

G. Fıscuher DE WaLpnsım: Oryctoyraphie du Gouvernement de Moscou, publiee aux frais de la societe imperiale des Naturalistes de Moscou. Moscou in Fol., XVII et 202 pp. av. 62 plil. ei le por- trait de Vauteur.

Pu. Grey Eserton: a systematic and stratigraphical Catalogue of the fossil fish in the cabinets of Lord CoLk and Sir Pa. GrEYr E6ERTON , together with an alphabetical and stratigraphical cata- logue of the same spevies, with references tho their published figu- res and descriptions. London, 24 pp. +#°.

1S3S.

T. pe za Becne: recherches sur la partie theorique de la Geologie, trad. de VAnglais par DE CoıLkexo. Paris, [7 Fr.].

Brarn: Nouveaux elements de Mineralogie, 3me edition in [7 Fr.). Paris.

Geologische Generalcharte oder synoptische Übersicht des Zustandes der Erde in ihren verschiedenen Altern, Nro. 1—5; Zweite umge- arbeitete und mit vielen Abbildungen vermebrte Auflage [5 lithogr. und zum Theil illum. Blätter in] gr. Fol. Weimar (3 Tblr. 12 Gr.).

L. V. Harcourt: the Doctrine of the Deluge, vindicating the scriptural Jahrgang 1839. 6

Account from Doubts cast upon it by Geologica} Speculations. II voll. London, &°.

C. Hartmann: die Wunder der Erdrinde, oder gemeinfassliche Dar- stellung der Mineralogie und Geologie, mit besonderer Berücksich- tigung ihrer Anwendung auf Künste und Gewerbe. Mit vielen Abbildungen. Abtheilung 1, xvı und 304 SS. und 4 lithogr. Tafeln. Stuttgart [1 Rtblr. 12 Gr. Solite mit 3 Lieferungen noch 1838 beendet werden]. |

Fr. Horrmann: Hinterlassene Werke: II. Band, Geschichte der Geogno- sie und Schilderung der vulkanischen Erscheinungen etc. 596 SS. 8%. Berlin.

Kirsten: Hanuel de la Metallurgie du fer, traduit par CULMANN, 2e edit. auygmentee, III voll. av. 9 pli. Metz [21 Fr.].

Lesranc et Warten: Metallurgie pratique du fer [Jalırb. 1837, 443], Nro. VI—-X [a 12 Fr.]. Livr. XI, die letzte, wird gratis ausgetheilt.

G, ManterL: The Wonders of Geolugy, with numerons englavings and a beautyfull engraved frontispicce, representiny the country of the Iqguanodon, I. London, 12°.

Fr. Morvenuaver: Grundriss der Mineralogie für höhere Lehranstalten bearbeitet, XVili und 262 SS. mit 5 Steindrucktafeln, Karlsruhe 80 fl. 48 kr.].

Pıavra von Gruitnusen: Kritik der neuesten Theorieen der Erde, und Triumph der Natur über die Theorie’n, für Geologen etc. Landshut [8 Gr.).

E. A. Quitzmann: die Entwicklungsgeschichte der Erde nach ihren Le- bensaltern. München, 38 SS. [24 kr.). |

A. Rıvıkre: Etudes geologiques faites aux environs de Quimper et sur quelques autres points de la Frunce occidentale, accumpagnees d’une carte et de 12 coupes geologiques. Paris, 8°.

J. Rooxe: Geology as a science. London, 12°.

MarceL DE Seares: de la Cosmologie de Moise, comparee aux faits geologiques. Paris, in [7 Fr.].

Gr. K. v. StERNBERE: Versuch einer geognostisch - botanischen Dar- stellung der Flora der Vorwelt. Prag, in Fol. Heft VII und VIII (Seite 81—200, und ı—ıxxı, Tf. 27—68 und A, B) [28 fl.].

1859.

H. E. Anton: Verzeichniss der Konchylien, welche sich in seiner Samm- lung befinden. Halle, 110 SS. 4°.

B. Zeitschriften.

e

1) C. J. B. Karsten: Archiv für Mineralogie, Geognosie Berg- bau und Hüttenkunde, Berlin, (vgl. Jahrb. 1838, 108-170) enthält ausser rein Berg- und Hütten-mäunischen Abhandlungen in:

ur, maideigghg # X7> No, von

Lörke und Lupwie: geognostische Bemerkungen über die Gegenden von Görrisseiffen, Lähn, Schönau und Bolkerkain am nördlichen Abfall des Riesengebirges. 8. 251—283.

Reuss: die geognostischen Verhältnisse von Teplitz. S. 284—297. . - über das Vorkommen des Pyrops in Böhmen. S. 298—314.

L. v. Bucn: über die Muscheln im Granaten-ELager von Trziblitz. S. 315-318. | |

Über Steinkohlen,;, Braunkoblen und Torf in chemischer Hinsicht. S. 379-400.

2) The Mining Review and Mining Journal, London, (das Journal erscheint wöchentlich, das Reriew monatlich und für die Abnehmer des ersten gratis); vgl. Jahrbuch 1837.

The Mining Riview, Nro. X; 183S,

Fr. Burr: über Metall- und Mineral- Lagerstätten, ibre allgemeine Struktur und Enrtwicklungs-Gesetze.

A. W. Toore: Mineralogische Topographie Grossbritanniens.

Fr. Burger: Andeutungen um bleibende Erinnerungen von unterirdischen Operationen zu bewahren.

Mitcuerz: Durchschnitt der Croydon-Eisenbahn zu New Cross.

J. Heswoon: über elektrische Strömungen in einigen Metall-Gängen. PR. Tuomas: Geologische Einzelnheiten an Stellen der Küstenfelsen- Wände in Landsend-Bezirk in Cornwall, im J. 1826 beobachtet.

G. Crane: über Schmelzen von Eisenerz mit Authraeit oder Steinkohle.

E. Concanen: Notitz über eine Windmaschine zu Berg - männischen Zwecken.

Fr. Buer: Notitz über Bergwerke und Gebirgs-Struktur der Bergbezirke von Flintshire.

Verhandlungen der geologischen Sozietäten in London und Paris.

Bücherschau; Tabelien über Gruben-Erzeugnisse, Miszellen.

3) The London and Edinburgh Philosophical Mayazine and Juurnal of Science (vgl. Jahrh. 1838, S. 672).

Nro. S1; 1838, September ; Xl1I, 3, S, 161—240.

Proceedings of the Geological Society, 4 April 9 Mai.

R. Owen: Beschreibung von Viscount Couz’s Exemplar des Plesio- saurus macrocephalus Conve.

J. E. Bowman: Note über einen kleinen Fleck Silurischer Gesteine im Westen von Abergele an der Nordküste von Denbigshire, S. 225.

6*

u.

J. Marcomson: über das Vorkommen von Wealden - Schichten zu Jänksfield bei Elgin, über die Fisch-Reste im Old red Sandstone in derselben Gegend und über den gehobenen Strand an der benachbarten Küste, S. 226.

R. A. Croyne Austen: über die Entstehung der Kalke in Devonshire,

8. 228. |

Buack: über einen fossilen Baumstamm, welcher neuerlich zu Bolton- le-Moor gefunden worden. $. 229.

Wırrıamson: über die Vertheilung organischer Reste in einem Theile der Oolith-Reihe an der Yorkshirer Küste. S. 229.

A. Smer: über den Zustand, worin man gewöhnlich die thierische Materie in den Fossilien findet. S. 231—233.

TEELEEREES IEUERELEN LE LE ZELTE EEE EREEEEEERE SUSE EEE EEE EEE SEE EEE ERETIEEE

Auszüg e.

I. Mineralogie, Krystallographie, Mineralchemie.

Hausmann und Wönzer: über das Schilfglaserz (Gött. gelehrt. Anz. 1838, 1505—1517). Das Erz gehört zu den seltensten Erzeugnissen der reichen Gänge des Sächsischen Erzgebirges. Es ist schon seit langer Zeit bekannt, aber eine chemische Analyse desselben mangelte gänzlich, Das Material zu den Untersuchungen lieferten hauptsächlich zwei Stücke in der Sammlung Hausmann’s. Auf einem derselben be- finden sich mehrere, bis zu 3 Par. Zoll grosse, aber nicht vollkommen ausgebildete Krystalle jenes Erzes, in Verbindung mit Bleiglanz, Schwe- felkies, Manganspath, Kaikspath, Bergkrystall; das andere Stück, wel- ches aus dem Stromeyer’schen Nachlasse stammt, enthält das Schilf- glaserz theils derb, theils in kleinen, grösstentheils unvollkommenen Krystallen, mit Rotbgültigerz, Schwefelkies, Bergkrystall.

Ob das in Cronstepr’s Mineralogie als Argentum Antimonio sul- phurato mineralisatum aufgeführte Mineral von Bräunsdorf in Sachsen jenes Erz war, lässt sich wohl nicht mit völliger Gewissheit ausma- chen; doch ist es nicht ganz unwahrscheinlich. Die von Romx DE L’IsLe gegebene Beschreibung des mit dem Namen mine d’argent grise antimoniale bezeichneten Erzes passt sehr gut auf das Schilfglaserz. FREIESLEBEN hat zuerst eine vollständige Beschreibung von diesem Erze und genauere Nachrichten über sein Vorkommen mitgetheilt (Beiträge zur min. Kenntniss von Sachsen, 2te Lief., S. 97 u. #f.). Auch ist von ihm der auf die schilfartige Streifung der Krystalle sich beziehende Name „Schilfglaserz“ demselben beigelegt worden. Über die Struk- tur und die Winkel an den Krystallen dieses Minerals hat W. Puırrıes die erste genauere Kunde ertheilt. Auch in der Charakteristik des

. n S6 4 = .

Mineralsystems von Breitnaupr finden sich einige, von WEISSENBACH herrührende Winkelangaben. Diese von jenen Messungen etwas ab- weichenden Bestimmungen gründeten sich indessen nur auf Messungen mit dem Anlege- Goniometer. Pnıcrıes bestimmte dagegen die Seiten- kanten- Winkel des von ihm als Grundform angenommenen geschoben vierseitigen Prisma mit dem Reflexions - Goniometer, wobei von ihm aber ein Spaltungsstück angewandt wurde. Die übrigen Neigungen der von ihm beobachteten Flächen scheinen mit dem Anlege-Goniometer - gemessen zu seyn, und entfernen sich offenbar von der Wahrheit mehr oder weniger, indem bei dem Versuche, , sie durch Rechnung von einer Grundform abzuleiten, sich bedeutende Unterschiede ergeben haben, und bei einer Fläche die Angaben der Winkel sogar von der Art sind, dass sie gar nicht mit einander bestehen können. Aus diesen Gründen war eine genauere Bestimmung der Krystallformen des Schilfglaserzes wünschenswerth.

Die Kombinationen zeigen, dass das Krystallisations - System ein trimetrisches und als Grundform ein Rhombenoctaeder anzu- nehmen ist, dessen Flächen aber bis jetzt nicht beobachtet worden. | Die Krystallisation, welche zur Fundamental-Bestimmung diente, indem die Neigungen der Flächen mit dem Reflexions- Goniometer gemessen werden konnten, ist ein geschoben vierseitiges Prisma, dessen Seiten- flächen wit n bezeichnet werden mögen, an den scharfen Seitenkanten dureh Flächen B abgestumpft und an den Enden durch gegen letztere ‚gesetzte Flächen o zugeschärft. Die gegenseitige Neigung der Flächen a wurde 81° und 89°, und die Grösse der durch die Flächen o ge- ‚bildeten Zuschärfungskanten 68° gefunden. Werden nun die von Paituirs mit M bezeichneten Flächen, denen Blätterdurchgänge entspre- ‚chen, als diejenigen angenommen, welche die Grundkanten des primä- ren Rhombeneectaeders vertikal abstumpfen, und die Flächen n darauf bezogen, so kommt dieseu das Zeichen BB’Z zu, und die gegenseitige Neigung der Flächen M (E) ergibt sich zu 99° 48° und 80° 12’, wel- ches von der Bestimmung durch Puızuies nur um 12° abweicht. Das Kıystallisations - System des Schilfglaserzes hat im allgemeinen -Habitus Ähnlichkeit mit jenem des Manganits, und ist besonders reich an Flächen in der horizontalen Zone und in der zweiten vertikalen Dia- -gonalzone. Die ersteren, welche in der Richtung der Hauptachse mehr und weniger verlängert zu seyn pflegen, kommen entweder allein mit den horizontalen Flächen (A), oder in Verbindung mit Flächen der zwei- ten vertikalen Diagonalzone, seltener mit Flächen aus der ersten ver- tikalen Diagonalzone oder anderen Zonen vor. Von der horizontalen Zone sind ausser den bereits erwähnten Grenzflächen B und den Fl- ‚chen BB’Z von Hausmann die Flächen B’B2 beobachtet worden, ‘deren gegenseitige Neigung 134° 20° und 45° 40°. Der Versuch einige -andere von Prırzırs und Brerruaupr angeführte Flächen derselben Zone von dem Neigungs- Verbältuisse der Flächen E oder dem Verhältnisse “unter den Horizontal-Achsen abzuleiten, bat Folgendes ergeben:

4

den von Pnirııps angegebenen Flächen mit

kompien am nächsten Flächen mit

dem Zeichen | der gegenseitigen Neigung| dem Zeichen

der gegenseitigen Neigung

g! 1199 40° und 69° 20’ | 1210 22° und 589 38°

B’ B3 g” 139° und 41° B‘’B2 1400 18° und 399 42‘ g? 167° und 13° B'’B7 166° 16’ und 13° 44‘

Der von Breiruaupr angegebenen Fläche mit der Neigung von 113° und 67° kommt am nächsten die Fläche mit dem Zeichen B'B2 und der Neigung von 1129 4’ und 67° 56’.

Aus der zweiten vertikalen Diagonalzone ist von Hausmann nur die eine, oben bereits angeführte Fläche beobachtet worden. Bei dem

Versuche, die von PaiırLıps angegebenen Flächen nebst jener auf ein

einfacheres Neigungs-Verhältniss zu beziehen, hat es sich ergeben, dass die einfachsten Ausdrücke erlangt werden, wenn das Neigungs-Verhält- niss der von Psırrıps mit c? bezeichneten Fläche als Grund-Yerhältuiss angenommen wird. Um von dieser Fläche die übrigen ableiten zu können, musste zuvörderst ihre Neigung durch die der Fläche o korri- girt werden. Nach Phirries ist die gegenseitige Neigung der Flächen

ce? 57° 45° und 122% 15’; wogegen ihre korrigirte Neigung 56° 42° und 123° 18°. Wird nun diese Fläche als diejenige angesehen, wodurch

‚die kleineren Seitenkanten des primären Rhombenoctaeders abgestumpft werden (D), so kommt der Fläche o das Zeichen AB? zu. Die Flächen

ec? bei Puirtips, deren gegenseitige Neigung von ihm zu 60° 56’ und

1190 angegeben worden, sind alsdann AB!?, mit der Neigung von

60° 58° und 119° 2°. Die Fiächen c’ bei Prıuips, deren gegenseitige

Neigung nach seiner Angabe 130° und 49° 52° und nach Breıt- HAUPT 130° und 50°, erhalten das Zeichen AB4, und ihre Neigung == 180° 16’ und 49° 4a’,

Von der ersten vertikalen Diagonalzone hat PrırLıes eine Fläche beobachtet, die von ihm mit a bezeichnet worden. Die von ihm zu- gleich angegebenen Neigungen stehen aber unter einander so sehr im

. Widerspruche, dass nicht mit Sicherheit ausgemitteit werden kann, wel-

chem Verhältnisse sie entspricht. Der einen Angabe kommt die Fläche AB’? am nächsten, deren Neigung 66° 44' und 113° 16’, wogegen „nach PhırLips Neigung 67° 22° und 112% 38° seyn soll. Die Flächen der horizontalen Zone sind sehr gewöhnlich in die Länge ge- streift, oft tief gefurcht, selten vollkommen eben und spiegelnd. Die übrigen Flächen sind häufiger eben oder glatt. Durch die oft sehr

stumpfwinkelige Verbindung. der Flächen der horizontalen Zone erschei-

‚nen diese nicht selten gekrümmt. In ihrer Furehung gibt sich eine Anlage zur Bildung zusammengesetzter Krystallisationen zu erkennen. Ausserdem kommen aber auch, wie BaeitHaurr bereits angeführt hat, _ kreuzförmige Zwillings - ‚Krystallisationen sowohl mit rechtwinkeliger

u Ze =

als auch mit schiefwinkeliger Verwachsung, wie bei dem Staurolith, vor, Nach den Flächen E (M bei Puıczırs) lässt sich das Schilfglas- erz ziemlich leicht und vollkommen spalten. Der von BreEITBAUPT an- gegebene basische Blätterdurchgang wurde von Hausman® nicht bemerkt.

In Krystallen zeigt das Schilfglaserz theils einen muscheligen, theils einen unebenen Bruch; derbe Massen haben nur den letzteren. Das spezifische Gewicht eines Krystalls wurde bei der Temperatur des Wassers von 23° C. 6,194 gefunden. Die Härte ist nach der von Mons angenommenen Scala —= 2... 2,5. Das Erz ist wenig spröde; undurchsichtig; von einer Farbe, die zwischen Stahl - und schwärzlich Biei-grau das Mittel hält, stahlgrau anlaufend; metallisch glänzend, auf den Krystallflächen von verschiedenen Graden der Stärke nach ihrer verschiedenen Glätte; auf den gestreiften Flächen zuweilen mit einem Schiller; auf dem muscheligen Bruch von stärkerem Glanz als auf dem unebeuen; der Strich nicht merklich verändert. Vor dem Löthrohre auf der Kohle entwickelt das Schilfglaserz Schwefelgeruch, setzt Antimonoxyd - und Bleioxyd - Beschlag ab und hinterlässt ein Sil- berkorn, welches mit Borax behandelt zuweilen eine Kupferreaktion wahrnehmen lässt.

Die Analyse dieses Minerals, welches sich durch das Verhalten vor dem Löthrohre und durch eine vorläufige nähere Untersuchung als ein Doppel-Sulfantimonit von Silber und Blei zu erkennen gab, veranlasste WOHLeERr’n zunächst einige Versuche über das Verhalten solcher Verbin- dungen in Wasserstoffgas, bei Glühhitze anzustellen, um wo möglich eine einfachere Bestimmungs- Methode des Schwefels darauf gründen zu können. (Wir müssen, was diese Versuche betrifft, auf die Original. Abhandlung verweisen.) Die Resultate von drei mit Schilfglaserz ange- ‚stellten Analysen sind:

T. II. 11. Silber . 23,76 . 22,18 . 22,85 Blei . . 30,08 . 30,00 . 31,74 Antimon 27,05 . 27,72 Schwefel. 18,71 . 18,77 Eisen. . . a | Kupfer . ,„ «48522

99,60 . 100,00

und die wahrscheinlichste Zusammensetzungsformel, welche sich hieraus ableiten lässt, wäre

(Ag: So +2 Pins So) + (Ag? Sb + Ba Sb Das Schilfglaserz ist hiernach eine Verbindung von mehreren Sulph- antimoniten von Silber und Blei in verschiedenen Graden der Sättigung. Diese Formel scheint um so mehr der wahre Ausdruck der Zusammen- setzungs-Weise zu seyn, als sie mit Ausnahme von 2AgS + Sb*S®, lauter bekaunte, als Mineralien vorkommende Verbindungen enthalten

ie =

würde, Das erste Glied ist Rothgültigerz, das zweife das von BoULANGER und von TäauLow untersuchte Erz, für welches von letzte- rem der Name Boulangerit in Vorschiag gebracht worden, und das vierte Zinkenit. Die Verbindung des dritten Gliedes ist die einzige, welche noch nicht natürlich‘ vorkonnmend beobachtet worden ist.

Beeitnaupr: über regelmässige Verwachsungen von Kry- stallen zweier und dreier Mineral-Spezies (Ber. über d. Ver- samml. deutscher Naturf. in Prag, 8. 144). Der Verf. erwähnt einiger ‚bereits bekannten bieher gehörigen Beispiele nur beiläufig, und zeigt ähnliche regelmässige Verwachsungen am Quarz und Feldspath; eine solche sey der bekannte Schriftgranit. An ausgebildeten Krystallen die- ser Mineralien wies B. die Stellung der beiderlei Krystalle nach; eine Fiäche der Pyramide des Quarzes ist nämlich parallel einer Fläche des vertikalen Prisma des Feldspathes; zugleich haben beide Krystalle zwei bestimmte Kanten ebenfalls parallel. Ein ansehnlicher Feldspath-Kry- stall erschien auf diese Art regelmässig mit Quarz - Krystallen besetzt, welche bei ihrer Durchwachsung mit dem Feldspathe Schriftgranit bil- den. An Pseudomorpkosen von Quarz mach Kalkspath seyen die Flä- chen des Quarz-Rhomboeders parallel den Flächen des Rhomboeders von halber Axenlänge des Kalkspathes. _Der hexaedrische Eisenkies sitze mit den Hexaederfiächen auf den makrodiagonalen Flächen des pris- matischen Eisenkieses. Ein Beispiel von regelmässiger Verwachsung von drei verschiedenen Mineralien gewährt nach B. der sogenannte gestrickte Asbest von Sterzing, welcher aus zarten Amphibol-Krystallen besteht, die in einer solchen Stellung regelmässig mit Rautenspath ver- wachsen sind, dass ihre vertikalen Kanten den Polkanten der Rhomboe- der des Rautenspathes parallel sind. Zuweilen finden sich noch Biätt- chen von Chlorit so mit diesen beiden Mineralien verwachsen, dass die vollkommene Theilungsfiäche der Chlorit-Krystalle senkrecht auf der Axe des Rbomboeders des Rautenspathes steht und in ihrer Lage solcher- gestalt der Fläche OR. (der Endfiäche) entspricht; denn sind auch die Bhhomboederflächen der Chloritkrystalle in paralleler Stellung mit den Rhomboedern des Rautenspatlies,

C. F. Niumann: Beiträge zur Krystallographie (Pocerx». Ann. d. Plıys. XLIll, 243 f.)

und über die Zeichnung der Krystallformen (a. a. ©. XLIV, 155 ff). Beide Aufsätze eignen sich nicht zu Auszügen.

>

Ca. T. Jackson: Analyse des Chiastoliths von Lancaster in den vereinigten Staaten (Bosion Journ. of nat. hist., Part I, p. 55 cet.).

Kicselerde A . : . AUT A Thonerde . A . B ; i 61,0 Eisen-Protoxod . . a . f 4,0 Wasser . . a ö - . 1,5 Verlust ® . r n : : 0,5

100,0

Nach den Ergebnissen dieser Zerlegung betrachtet der Vf. den Chiastolith als „Abänderung des Andalusits,, welche durch störende Ur- sachen und durch Krystallisirung in einem gelatinirenden Mittel die seltsame Form einer natürlichen Mosaik angenommen hat.“

P. Bertuter: Analyse eines Eisen-Pecherzes (phosphato- sulfate de fer). (Ann. des Mines. 3me Ser. XIII, 669.) Findet sich am Zimmerholz der Grube zu Hueigöth, und sein Entstehen dauert wie “es scheint fortwährend. Es ist derb, rothbraun, durchscheinend und muschelig im Bruche. Gehalt:

Eisen-Peroxyd . . q : 0,385 Phosphorsäure . . . s 0,170 Schwefelsäure . j Ä i , 0,138 Wasser . d . Ä . £ 0,302 Antimonoxyd . . i . ; 0,005

1,000

Durr£noyr: Parallele zwischen den verschiedenen vul- kanischen Erzeugnissen der Gegend von Neapel und Bezie- hungen zwischen ihrer Zusammensetzung und den Pbäno- menen, welche deren Entstehen bedingten (Ann. des Mines. T. XIII, p. 565 cet.).. Die Laven, welche die Gehänge der Somma« bilden, sind krystallinisch und erscheinen als regelmässig gegen den Berg geneigte Lagen. Sie tragen alle Merkmale von Gesteinen, die‘ über einen horizontalen Boden ergosseu und später emporgerichtet worden. Die Laven, welche dem Kegel des Vesun entströmten, zeigen sich stets blasig, schlackig und sind nur schmale Streifen. Diese Unterschiede dürfen nicht als die einzigen zwischen beiden vulkanischen Bergen gel- ten; es weichen diese auch hinsichtlich der Gesteine ab und selbst in Betreff der Mineralien. Chemische Untersuchungen mehrerer vesuvi- schen Erzeugnisse haben jenen Ausspruch bestätigt. Aus Analysen er- gab sich ferner dass der Bimsstein- Tuff nicht als Produkt der Suomma

EM

betrachtet werden darf und eben so wenig als Auswurf des Vesuv; man hätte folglich in der Gegend von Neapei drei Arten von Vulkanen zu unterscheiden. Merkwürdig ist die Übereinstimmung der Chemie und der Geologie, so dass Analysen gar mancher feuerigen Gesteine, wie unter Anderem der sogenannten Trappe, von besonderem Interesse seyn würden. Um allgemeine Begriffe: zu erhalten von der Zusam- mensetzung der Vesuv-Gesteine, untersuchte der Vf.:

1. Die Laven, welche den Rand des Palo bilden; sie erkalteten unter Umständen, von denen die Krystallisirung begünstigt wurde.

2. Laven vom Abhange des Kegels entnommen; sie zeigen sich blasig und schlackig. | s

3. Laven, welche in wagerechten Streifen am Fusse des VYulkans aufgehäuft erscheinen.

4. Asche, in Neapel bei dem Ausbruche von 1822 gefallen.

Die Laven der Somma weichen unter sich nur durch Grösse des Korns ab; es liessen sich hier nicht, wie bei den Vesuv-Produkten, die Analysen vermanchfachen; indessen wurden zur Vergleichung die Augite der Summa und jene der Laven der Annunciata# und des Palo analysirt.

Lava vom Palo. Sie bildet die vorspringenden Theile des Krater- Bandes und setzt eine ziemlich regelrecht gegen das Innere des Kegels sich neigende Lage zusammen. Wahrscheinlich ist diese Lava das Resultat der Aufrichtung desjenigen Theils vom Strome, welcher am Krater-Gipfel allmählich erstarıte. Diesem Umstande verdankt dieselbe ihre krystallinische Textur. Sie besteht aus einem grauen Teige, in dem einzelne glänzende Labrador-äbnliche Blättchen wahrnehmbar sind, so wie hin und wieder lichte-grüne Krystalle blätterigen Augits. Die Blöcke, vom Vulkan beim Anfang jeder Eruption ausgeschleudert, wie man solche über dem Abhang des Kegels, im Atrio del Cavallo und selbst auf der Oberfläche der Summa verbreitet sieht, zeigen sich voll- kommen identisch mit der Lava vom Palo. Die Blöcke haben mit jener Lava ohne Zweifel gleichen Ursprung; es sind von der Decke, oder von den im oberen Theile des Kegels vorhandenen Gängen losgerissene Trümmer, ausgeschleudert durch die Gas-Entwicklungen, welche jeder Eruption vorangehen. Die Analyse dieser Lava wurde mit 5 Gr. 677 gemacht, und man erhielt durch Wirkung der Salzsäure einen Rückstand, der 1 Gr. 596 wog: die aufgelösten 4 Gr. 108 gaben in hundert Theilen:

Kieselerde . 5 r . 53,10 Thonerde . 4 x ? 16,58 Eisen-Protoxyd . : > 9,96 Kalkerde . h > 3,34 Talkerde . t . 1,16 Natron R . i i 9,46 Kalı . ö » ; 2,23 Verlust . f 4,17

100,00

Der uulösbare Theil zeigte sich zusammengesetzt aus:

Kieselerde . - £ } 51,40 Thonerde . . - i 10,20 Eisen-Protoxyd . . i 6,75 Kalkerde . > - > 15,22 Talkerde . e } i 2,10 Natron . a 5 \ 6,45 Kali . s i i \ 5,80 Verlust . i > A 2,08

100,00

Lava von 1834. Die zerlegten Handstücke wurden unmittelbar unterhalb des Piano aufgenommen an einer Stelle, wo der Strom etwa 15° Neigung hat. Die Lava ist grau, blasig, schlackig; sie enthält nur einzelne kleine Krystalle grünen Augits und sehr sparsame Körner einer weissen Substanz, welche bis jetzt stets für Leuzit angeschen wurde, obwohl ihm nicht die Trapezoeder - Form dieses Minerals eigen ist. Es wurden 5 Gr. 788 dem dreistündigen Wirken erhitzter Salz- säure unterworfen; der unlösbare Rückstand betrug 1 Gr. 260. Die Zusammensetzung der Lava war:

Lösbarer Unlösbarer

Theil. Theil, Kieselerde . ; . $ 50,55 n 54,20 Thonerde . . ; i 20,30 . 11,45 Eisen : i Ä ! 8,60 : 5,25 Kalkerde . . i i 5,20 10,75 Taikerde . ö - ; 2,21 . 2,40 ‚Natron - i a ® 8,42 i 6,55 ee | WE 7,29 Verlut . $ : n 3,20 { 2,11

100,00 . 100,00

Lava von Granatelio und von la Scala. Man betreibt am Meeresufer und am Fusse des Vesuwv zahlreiche Steinbrüche, welche Bau - Material für Neapel und Portici liefern. Die Steinbrüche von Granatello und von la Scala sind die wichtigsten; die Lava hat sich hier wagerecht bis zu einer Mächtigkeit von 9—10 Metern angehäuft; dabei findet eine Abtheilung in mehreren Bänken durch horizontale Spal- ten Statt. Die in der Mitte der Ablagerung vollkommen krystallinische Lava ist nach aussen blasig und schlackig, in allen Brüchen zeigt sie sich übrigens durchaus identisch, ihr Teig lichtegrau, fast ganz aus glänzenden krystallinischen Theilchen bestehend, welche, wie sich spä- ter ergeben wird, zwei Mineral-Substanzen angehören, wovon eine in Säure lösbar, viel Natron enthält, während die andere, in welcher un- gefähr gleiche Theile von Kali und Natron gefunden worden, sich in

= MB

Säure nicht lösen lässt. Ausserdem findet man Olivin-Körner und kleine Augit-Krystalle. Die horizontalen Spalten zeigen sich mit kleinen, lebhaft glänzenden Krystallen bedeckt; auch die nicht seltenen Höhlungen ent- halten solche Krystalle. Beim Analysiren der Laven-Masse ergibt sich, dass das in Säure lösbare Mineral zwei Drittheile und selbst drei Vier- theile des Ganzen ausmacht, während in den innern, krystallinischen Laven-Partie’n das durch Säure nicht angreifbare Mineral vorherrscht. Es ist folglich beim Erkalten eine Trennung vor sich gegangen, und die kleinen erwähnten Krystalle sind völlig unlösbar. Die blasigen Laven, welche die äusseren Theile der Ströme ausmachen, lassen sich fast ganz in Säure lösen, sie bestehen sehr vorherrschend aus dem Natron-haltigen Mineral. Die Lava von Granatello, wovon 6 Gr. 405 zerlegt wurden, 'gab einen unlösbaren Rückstand von 3 Gr. 021. Das Resultat der Analyse war:

Lösbarer Unlösbarer

Theil, Theil. Kieselerde { } 49,10 ; 51,40 Thonerde . » 22,28 4 10,20 Eisen-Protoxyd r 7,32 . 6,75 Kalkerde. i ? 3,88 ä 16,22 Talkerde . . s 2,92 - 2,10 Natron . > : 9,04 Ä 6,45 Kali ; i \ 3,06 i 5,80 Verlust . . ® 2,40 R 1,08

100,00. 100,00

Zur Analyse der Lava von 2a Scala diente ein aus der Mitte der Masse entnommenes Handstück ; aus welchem die wenigen eingeschlos- senen Augit-Krystalle sorgfältig entfernt wurden. Von 4 Gr. 596 zeig- ten sich 0 Gr. 944 unlöslich. Die Zusammensetzung des lösbaren Thei- les war:

Kieselerde . \ 2 ; 50,98 Thonerde . - - i 22,04 Eisen-Protoxyd . . - 8,39 Kalkerde . h i . 5,94 Talkerde . I : | 1,23 Natron " 3 F | 8,12 Kali . i h : b 3,54

100,00

Asche, Sie war, beim Ausbruche von 1822 auf einer Terrasse zu Neapel, folglich in ungefähr zwei Stunden Entfernung vom Vulkan ge- sammelt worden. Der sehr feine, raulb anzufühlende. Staub liess unter dem Mikroskop krystallinische Elemente erkennen, aber keine Krystalle. Von 5 Gr. 452 betrug der Rückstand 1 Gr..645. Bestand:

u

Lösbarer Urlösbarer Theil, Theil. Kiescerde . . = a 1 53,20 Thonerde r - 19,62 . 12,63 Eisen-Protoxyd , 6,46 j 3,63 Kalkerde De Re 4,92 . 12,36 Talkerde. - r 1,75 s 220” Math: „un, 10,25 ; 7,15 _ Kalı s 3 = 2,70 A 6,72 | Verlust . . i 2,83 > 2,11 .

100,00 ,. 100,00

Lava der Somma. Die verschiedenen das steile Berg- Gehänge bildenden Lagen erscheinen fast identisch. Sie bestehen aus deutlichen Leuzit - und Augit-Krystallen verbunden durch einen grauen krystalli- nischen Teig; dieser Teig zeigt sich unter sehr vergrösserndem Mi- kroskop ebenfalls aus kleinen Leuzit - und Augit-Krystallen zusammen- gesetzt; letztere finden sich jedoch hier weniger zahlreich. Nur der Teig wurde analysirt. Er war in Säure fast unlösbar; beim fortgesetz- ten Einwirken von Salzsäure wurden 4A—5 Prozent gelöst, welcher Theil wohl sehr kleinen Labrador - Krystallen angehört haben dürfte. Als Mittel-Verhältniss mehrerer Analysen ergab sich:

Kieselerde e . . ® 48,02

Thonerde d - . . ü 17,50 Kaikerde : 5 R i 3 0,24 u re a j 9,84 Eisen-Protoxyd - : 3 - 9,70 NuHew 7 slslovz ann, : Aula 12,74 Kah. { . 2 , i 2,40 Verlust . . A de ® ; 1,56

100,00

Bimsstein-Tuff. Setzt den Boden der Gegend um Neapel, die Hügel der Phlegräischen Felder, jene von Ischia zusammen und steigt am Gehänge der Summa zu beträchtlicher Höhe empor. Herculanum und Pompeji wurden nach den Untersuchungen des V£f.’s und ELıe pe Bear- MonT’s unter dem nämlichen Bimsstein-Tuff begrabem,. BerTtHier analy- sirte den Tuff von Pausilippo und von Pompeji; jener vom Fusse des Epomev auf Ischis wurde durch Durruinoy zerlegt:

Tuff von Tuff von Tuff von Pausilippo. Pompeji. Epomeo.

Kieselerde i } 44,50 3 26,50 . 40,40 Thonerde . - ; 12,00 - 10,00 11,56 Takkere : . . 0,70. _ i 1,30 Kali 4 „ade, 5550 % 2,10 54. 6,75 Natron . - : 1,50 - 2,30 . 1,88

Ze m

Eisen-Protoxyd h BE. 100 5 7,50 Eisen-Oxydul x Spur, Wasser . . a 11,00 a 8,80 a 10,20 Unlösbarer Theil . 16,40 E 26,50 . 18,15

Kohlensaurer Kalk . r 9,00 s

98,10 7.2.9520 1 5 97,74

Diese verschiedenen Tuffe tragen die nämlichen Merkmale; sie sind erdig, schmutzen selbst an die Finger. Uuter dem Suchglase er- kennt man Bimsstein - Fasern gemengt mit Glimmer - Blättchen. Salz- säure greift die Tuffe leicht an und bildet damit Gallerte. Konzen- trirte Schwefelsäure wirkt selbst im kalten Zustande.

Augite der Somma und des Vesuv. Die äusserlichen Meık- male beider Substanzen zeigen sich verschieden. Die Augite der Suomma sind sehr dunkelgrün , fast schwarz, und zeigen Blätter - Gefüge nach den Flächen der Kernform. Sie sind im Allgemeinen sehr deutlich aus- gebildet und leicht aus der Masse ablösbar, so dass deren Analyse mit mebr Genauigkeit gemacht werden konnte. Die in Vesuwvischer Lava enthaltenen Augit-Krystalle zeigen sich lichtegrün, glänzend und von deutlichem Blätter- Gefüge in der Richtung der Diagonal- Durchgänge ; sie nähern sich sehr dem sogenannten Sahlit. Meist sitzen dieselben so fest im Gestein, dass sie nur sehr schwierig davon getrennt werden können. Nur jene in der Lava von Annunciata machen eine Ausnahme; mit ihren wurde die Analyse vorgenommen. Die Schlacken und die Laven, welche den Abhang des Vesuv überdecken, enthalten nur sehr wenige Augit-Krystalle.

Resultate der Zerlegung:

Augit der Augit vom

Somma. Vesuw. Kieselerde . . 5 50,27 3 51,44 Kalkerde a i E 12,20 E 21,47

Eisen . . h Ä 20,66 F 6,21 Bittererde . r } 10,45 } 12,28 Thonerde F j 3,67 : 4,87 STR re 6 ee 3,80

100,00. 100,00.

Vergleicht man die Analysen, welche den Gegenstand dieses Auf- satzes ausmachen, so ergibt sich eine wesentliche Verschiedenheit zwi- schen den Laven der Somma und jenen des Vesuv, eine Verschieden- heit solcher Art, dass man nicht wohl annehmen kann, die neueren Laven des Vesuvs seyen aus den ältern, früher vorhandenen, aus denen der Somma entstanden; es ergibt sich, dass die Heerde, in wel- chen sie erzeugt worden, nicht die nämlichen gewesen seyn können. Die Laven der Sommäa widerstehen fast gauz dem Einwirken von Säuren; jene des Vesuo sind zum grossen Theile lösbar, ungefähr im

Verhältnisse wie 4:1. Die zuerst erwähnten enthalten Kali in be- trächtlicher Menge, während in letztern Natron vorwaltet. Diese Dif- ferenz in der Zusammensetzung beurkundet sich auch in den Mineral- Substanzen, welche beiden Felsarten eigen sind: die Augite der Somma haben eine Eisen-Basis, jene des Fesu» gehören den kalkigen Varietäten an, wie der Sahlit. Vermittelst des Einwirkens von Säuren erkennt man in den Laven des Vesuv, ausser den Augit-Krystallen, zwei wesentlich verschiedene Mineralkörper: einer ist lösbar in Säuren, enthält 9 bis 10 Prozent Natron und 2,5 bis 3 Prozent Kali; die andere Substanz, welche von Säuren nicht angegriffen wird, enthält jene Alkalien in un- gefähr gleicher Menge, von jedem etwa 6 oder 7 Prozent. Die übri- gen Elemente, in die Zusammensetzung beider Mineralien eingehend, obwohl die nämlichen, finden sich ebenfalls in ungleichen Verhältnissen. So enthielt das erste 20 Prozent Thonerde und 5 Prozent Kalkerde; im zweiten finden sich beide ungefähr wie 11:12. Endlich zeigt sich das zweite etwas mehr mit Kicselerde gesättigt, als das ersie: es enthält -54 statt 50 Prozent; im einen wie in dem andern ist die Menge dieser Substanz weit geringer, als im Feldspath oder im Albit, bei denen sie in jenem 64 Prozent, bei diesem 67 Prezent beträgl. Jene geringe Menge von Kieselerde erklärt den Mangel des Quarzes in Wesuvischen Laven, wie in jenen des Ätna, ja man kann sagen im Allgemeinen im vulkanischen Gesteine. Die Vesuvischen Laven enthalten kein Wasser ; nach Lorwe fehlt dasselbe ebenfalls den Ätna-Laven ; die Basalte aber enthalten stets 3 oder 4 Prozente. Diese merkwürdige Differenz steht vielleicht in Beziehung mit der Art des Flüssigseyns jener Gesteine. Laven werden erst fest, wenn die Fumarolen verlöschen, d. h. wenn die letzten Wasser-Theile, welche in Laven aufgelöst entbalten gewesen, entwichen sind. Die weite Erstreckung basaltischer Streifen zeigt, dass solche Felsarten sehr flüssig gewesen seyn müssen ; das Wasser, welches sie enthielten, entwich vielleicht nicbt vermittelst Fumarolen, wie bei Laven; ein solcher Schluss ergäbe sich schon aus dem Umstande, dass in basaltischen Gebilden so käufig zeolithische Substanzen gefun- den werden, und ferner daraus, dass in vielen vulkanischen Landstri- chen der Art, namentlich in Deutschland, die Schlacken gänzlich fehlen. Das angegebene Vorherrschen von Natron über Kali, als bezeichnend für Vesuvische Laven, ist keine neue Thatsache, es wurde dasselbe nur bis daher nicht beachtet. Berrnier lieferte 1817 die Analyse eines Puz- zelans von Neapel, welcher das Verhältniss von Natron und Kali in jenem Gestein wie 41:14 angibt. Die Somma-Laven bestehen zum grossen Theil aus Leuzit; diess erklärt, wesshalb sie durch die Ge- genwart von Kali charakterisirt werden. Die Bimsstein-Tuffe weichen, wie die Zerlegungen ergeben, wenig von einander ab, sie müssen folg- lich als einen gemeinsamen Ursprung habend betrachtet werden. Übri- gens enthalten jene von Pompeji im Verhältniss zu Natron etwas mehr Kali, als die Pausilipp-Tuffe und als jene von Ischia. Dieser Umstand erklärt sich dadurch, dass beim Ausbruch, welcher Herculanum und

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Pompeji bedeckte, die durch Kali wesentlich bezeichneten Sommua- Gesteine mit hinweggeführt wurden. Der letztere Tuff lässt noch eine andere interessante Thatsache wahrnehmen: er enthält 9 Prozent koh- lensauren Kalk; einen im Vulkane gänzlich unbekannten Stoff und der im Gegentheil stets von Infiltration herrührt. Die Gegenwart des kohlen- sauren Kalks bestätigt die Meinung, dass, wenn Herculanum und Pom- peji unter